Sportlich hat sich der Wechsel des langjährigen Bayern-Profis längst ausgezahlt. Müller kommt nach etwas mehr als einem Jahr in Vancouver auf 45 Pflichtspiele, 19 Tore und zwölf Assists und ist bei den Whitecaps einer der absoluten Leistungsträger der Mannschaft.
Verlängerung bis zum Ende der Sprint Season
Müllers bisheriger Vertrag wäre nach der laufenden Saison ausgelaufen. Nun unterschrieb er als „Designated Player“ bis zum Ende der MLS Sprint Season 2027.
Dabei handelt es sich um eine einmalige Übergangssaison, bevor die MLS ihren Kalender an viele europäische Ligen angleicht. Zwischen Februar und April 2027 absolviert jeder Klub lediglich 14 Spiele in der Regular Season, im Mai folgen die Playoffs und der MLS Cup. Im Juli 2027 beginnt dann bereits die erste reguläre MLS-Saison im neuen Kalenderformat, die sich künftig über Sommer und Frühjahr erstreckt. Ob Müller auch diese Saison 2027/28 noch bestreiten wird, ist damit ausdrücklich nicht entschieden.
„Mein Körper funktioniert noch ganz gut“
In einem auf seinem offiziellen YouTube-Kanal veröffentlichten Interview erklärte Müller ausführlich, warum er noch nicht ans Aufhören denkt.
„Weil es einfach Spaß macht bisher“, antwortete der Weltmeister von 2014 auf die Frage nach seiner Vertragsverlängerung. Er fühle sich seit seiner Ankunft in Vancouver sehr wohl, die Mannschaft habe sportlich große Ziele und auch körperlich sehe er keinen Grund, bereits Schluss zu machen: „Mein Körper funktioniert noch ganz gut.“
Eine wesentliche Rolle spielte dabei die Entwicklung der Whitecaps. Müller betonte, dass Vancouver bereits bei seinem Wechsel auf einer sehr guten sportlichen Grundlage gestanden sei. Besonders hebt er den „Hunger“ und den „Biss“ innerhalb der Mannschaft hervor. Das Team arbeite von der ersten bis zur letzten Minute für den Erfolg und wolle sich kontinuierlich weiterentwickeln. Genau in einem solchen Umfeld könne er wiederum seine Erfahrung einbringen.
Auch das Leben abseits des Platzes erleichterte die Entscheidung. Müller beschreibt Vancouver als offene, internationale Stadt und schwärmt von Natur, Restaurants und Lebensqualität. Die Verlängerung sei deshalb letztlich eine „leichte Entscheidung“ gewesen.
Starke Zahlen unterstreichen Müllers Bedeutung
Dass die Whitecaps nicht nur wegen seines großen Namens mit Müller verlängern, zeigen seine Zahlen. Seit seinem Wechsel vom FC Bayern im August 2025 sammelte er in 45 Pflichtspielen 31 direkte Torbeteiligungen.
Allein 2026 stehen wettbewerbsübergreifend zehn Tore und acht Assists in 32 Einsätzen zu Buche. Sehr auffällig sind auch weitere Leistungswerte in der Offensive: Mit 51 herausgespielten Torchancen führt Müller die interne Statistik der Whitecaps an, auch bei kreierten Großchancen liegt er mit 13 an der Spitze.
Im Sommer wurde er erstmals ins MLS-All-Star-Team berufen, zudem schaffte er es in dieser Saison bereits mehrfach ins Team des Spieltags.
Neben den Scorerpunkten bringt der Deutsche viel Routine und Führungsqualität mit. Müller wurde bereits kurz nach seiner Ankunft zum Vizekapitän ernannt und trägt regelmäßig die Schleife, wenn Kapitän Ryan Gauld nicht zur Verfügung steht.
Der Raumdeuter passt in Vancouvers Spielidee
Auch taktisch funktioniert die Verbindung. Trainer Jesper Sørensen setzt auf einen offensiven und stark auf Ballbesitz ausgerichteten Fußball – genau diesen Stil nannte Müller selbst als einen wichtigen Grund für seine Verlängerung.
Der 37-Jährige muss dabei längst nicht mehr über Dynamik oder lange Sololäufe kommen. Seine Stärke bleibt das Lesen freier Räume. Müller bewegt sich zwischen Mittelfeld und Sturm, taucht immer wieder aus dem Rücken der gegnerischen Defensive auf und schafft durch seine Positionswechsel gleichzeitig Platz für Mitspieler.
Dass er trotz seiner eigenen Torgefahr bei Vancouver vor allem auch als Vorbereiter und Verbindungsspieler wichtig ist, unterstreichen seine hohen Werte bei herausgespielten Chancen.
Fokus auf die aktuelle Saison
Dass Müller in Vancouver schnell mehr als ein prominenter Altstar wurde, zeigte sich bereits bei seiner Ankunft im August 2025. Hunderte Fans empfingen ihn damals am Flughafen, inzwischen gehört er zu den Gesichtern eines Klubs, der sportlich die erfolgreichste Phase seiner MLS-Geschichte erlebt.
2025 führte der Weg erstmals bis ins MLS-Cup-Finale, das Vancouver gegen Inter Miami verlor. In der laufenden Saison stehen die Whitecaps erneut an der Spitze der Western Conference.
Müllers Blick richtet sich deshalb zunächst ohnehin nicht weit in die Zukunft. Regular Season, Playoffs und im Idealfall das MLS-Cup-Finale im Dezember haben Priorität. Was nach der Sprint Season 2027 folgt, lässt er bewusst offen. Für den Moment steht aber fest: Der Raumdeuter hat noch nicht genug.