Es war ein Sieg mit Signalwirkung: Kamil Majchrzak bezwang am 30. Juni 2026 den an Nummer 30 gesetzten Alejandro Tabilo mit 6:3, 7:5, 7:5 und zog souverän in die zweite Runde von Wimbledon 2026 ein. Der Pole revanchierte sich dabei für zwei vorangegangene Niederlagen gegen den Chilenen – zuletzt erst bei Roland Garros 2026 – und tat dies auf einem Untergrund, der ihm deutlich mehr liegt als seinem Gegner.
Erster Satz: Majchrzak setzt früh ein Zeichen
Der Start verlief noch nicht ganz reibungslos für den Polen: Bereits im ersten Aufschlagspiel musste Majchrzak einen Breakpoint abwehren. Doch er fand rasch seinen Rhythmus und nutzte Schwächen im Aufschlagspiel von Tabilo eiskalt aus. Im vierten Game gelang das erste Break – der Grundstein für einen klaren 6:3-Satzerfolg. Tabilo, als Linkshänder bekannt für seinen kraftvollen Aufschlag und seine beidhändige Rückhand, wirkte auf dem Rasen des All England Club nie wirklich wohl. Kein Wunder: In der Rasensaison 2026 hatte er zuvor sowohl in Queen's als auch auf Mallorca bereits in der ersten Runde verloren.
Zweiter und dritter Satz: Drama in den letzten Games
Im zweiten Durchgang stabilisierte sich Tabilo und hielt sein Aufschlagspiel lange stabil. Ein Tiebreak schien sich anzubahnen – bis Majchrzak im zwölften Game das entscheidende Break zum 6:5 erzwang. Beim anschließenden Aufschlag zum Satzgewinn wurde es dramatisch: Tabilo kämpfte sich mit zwei abgewehrten Satzbällen und eigenen Breakchancen zurück, doch Majchrzak nutzte den dritten Satzball und gewann 7:5.
Der dritte Satz folgte einem verblüffend ähnlichen Muster. Majchrzak brach früh zum 2:1 durch, führte komfortabel mit 5:3 – und kassierte dann das Rebreak. Tabilo glich zum 5:5 aus und durchbrach damit Majchrzak in jenem Moment, als der Pole bereits auf den Matchgewinn servierte. Doch der 30-Jährige aus Piotrków Trybunalski bewies Nervenstärke: Er brach sofort wieder zum 6:5 vor und servierte den Matchsieg diesmal ohne weitere Zitterpartie heraus.
Starke Zahlen, klare Überlegenheit
Die Statistiken spiegeln Majchrzaks Dominanz präzise wider. Er verbuchte 16 Asse gegenüber neun bei Tabilo und schlug bei eigenem Aufschlag 94 Prozent seiner Spiele durch – ein Wert, der auf Rasen entscheidend ist. Mit 43 Winners zu 33 und lediglich 18 unforced errors gegenüber 27 beim Gegner war er in nahezu allen relevanten Kategorien überlegen. Die Aufschlagquote im Return-Spiel – 25 Prozent gewonnene Return-Games – unterstreicht zudem, dass er Druck auf Tabilos Aufschlag ausüben konnte.
Majchrzak reiste als frischer Titelträger des ATP-250-Turniers in 's-Hertogenbosch nach London, wo er auf dem Weg zum Titel drei Spieler aus den Top 10 der Weltrangliste bezwungen hatte. Sein offensiver, dynamischer Spielstil kommt auf Rasen besonders gut zur Geltung – das zeigte er in dieser Erstrundenpartie erneut eindrucksvoll. Im Vorjahr hatte er in Wimbledon das Achtelfinale erreicht; ob er 2026 noch weiter kommt, entscheidet sich in der zweiten Runde.