Es war ein Match, das alles hatte: einen dominanten Start des Favoriten, eine dramatische Wende, zwei Comebacks und am Ende einen Sieger, der die Geschichtsbücher neu schreibt. Zizou Bergs aus Lommel besiegte den an Nummer 27 gesetzten Franzosen Ugo Humbert in der ersten Runde von Wimbledon 2026 mit 2:6, 5:7, 6:4, 6:3, 3:6 – und gewann damit erstmals in seiner Karriere ein Hauptfeld-Match beim traditionsreichsten Tennisturnier der Welt.
Humbert eröffnet stark, Bergs findet sein Spiel
Humbert, ein Linkshänder mit viel Erfahrung auf Rasen und zweifacher Achtelfinalist in Wimbledon, gab von Beginn an den Ton vor. Er nutzte seinen aggressiven Aufschlag und spielte sichere Return-Games – der erste Satz ging klar mit 6:2 an den Franzosen. Auch im zweiten Durchgang behielt Humbert zunächst die Oberhand, doch Bergs fand im Spielverlauf seinen Rhythmus. Der Belgier kämpfte sich heran, rettete sich in den Tiebreak – und verlor ihn dennoch mit 5:7. Zwei Sätze lagen Bergs zurück, das Match schien auf Kurs für den Gesetzten.
Die Statistiken zeigten nach dem zweiten Satz ein deutliches Bild: Humbert hielt seinen Aufschlag souverän, während Bergs im Return noch zu wenige Punkte holte. Doch der 27-Jährige ließ sich nicht entmutigen – ein Muster, das Beobachter bereits wenige Tage zuvor in Eastbourne beobachtet hatten.
Bergs dreht das Match – Erinnerungen an Eastbourne werden wach
Dass diese Partie eine besondere Vorgeschichte hatte, war kaum zu übersehen. Bergs und Humbert hatten sich erst kurz zuvor im Finale des ATP-250-Turniers in Eastbourne gegenübergestanden – und Bergs hatte dort gewonnen. Mit jenem Erfolg hatte der Belgier nicht nur seinen allerersten Titel auf dem ATP-Hauptprogramm gefeiert, sondern war auch als erster belgischer Spieler der Open Era mit einem ATP-Titel auf Rasen in die Geschichte eingegangen. Nun, in Wimbledon, wollte Humbert die Revanche.
Doch Bergs ließ das nicht zu. Im dritten Satz steigerte er seine Break-Effizienz spürbar, der Aufschlag lief konstanter – mit einer ersten Aufschlagquote von 60 Prozent und 76 Prozent gewonnenen Punkten beim ersten Aufschlag baute er zuverlässig Druck auf. Er gewann den dritten Satz mit 6:4 und den vierten Satz mit 6:3 und glich damit auf 2:2 aus. Humbert schlug seinerseits zurück und verhinderte in diesen Sätzen mehrere Breaks, doch die Fehlerquote stieg – 39 unerzwungene Fehler standen am Ende in seiner Statistik.
Fünfter Satz, fünfter Akt: Bergs setzt den Schlusspunkt
Im entscheidenden fünften Satz ließ Bergs nichts mehr anbrennen. Er brach Humberts Aufschlag früh und verwaltete den Vorsprung bis zum 6:3-Schlusspunkt mit ruhiger Hand. 44 Winner, 13 Asse und eine Break-Conversion-Rate von 54 Prozent standen am Ende für den Belgier in der Auswertung – Zahlen, die seine Dominanz über weite Strecken des Matches belegten. Humbert, der einen Matchball gerettet hatte, fand im Entscheidungssatz kein Mittel mehr.
Für Bergs war es ein Triumph mit doppelter Bedeutung: Nicht nur zog er erstmals in die zweite Runde von Wimbledon ein – nach mehreren erfolglosen Erstrundenauftritten auf dem heiligen Rasen –, er bewies auch, dass sein Eastbourne-Sieg kein Zufallsprodukt war. In einer Saison, die für ihn bereits Finaleinzüge in Auckland und 's-Hertogenbosch umfasste, setzt der Belgier auf dem größten Tennisbühnen der Welt ein weiteres Ausrufezeichen.