Besonders bitter: Nach einer langen Verletzungsserie hatte der ehemalige Gesamtweltcupsieger gerade erst intensiv an seiner Rückkehr in die Weltspitze gearbeitet.
Schwerer Sturz beim Abfahrtstraining in Chile
Wie der norwegische Skiverband am Donnerstag bestätigte, ereignete sich der Unfall bereits am Mittwoch während eines Abfahrtstrainings in Chile. Kilde hatte sich mit dem norwegischen Speedteam im Skigebiet La Parva auf die neue Saison vorbereitet.
Nach der Erstversorgung in Südamerika reist der Abfahrtsspezialist nun nach Innsbruck zurück. Dort soll er sich weiteren medizinischen Untersuchungen unterziehen und gemeinsam mit seinem vertrauten Ärzteteam die nächsten Behandlungsschritte festlegen.
Eine genaue Prognose zur Ausfallsdauer liegt bislang nicht vor. Angesichts der Schwere der Achillessehnenverletzung erscheint ein Saison-Aus allerdings sehr wahrscheinlich. Der norwegische Verband kündigte weitere Informationen an, sobald Klarheit über die Behandlung und den Heilungsverlauf besteht.
Leidensweg begann mit Horror-Sturz in Wengen
Für Kilde setzt sich damit eine außergewöhnlich lange Verletzungsgeschichte fort. Im Jänner 2024 war der Norweger bei der Lauberhorn-Abfahrt in Wengen schwer gestürzt und hatte sich gravierende Verletzungen an der Schulter und am Unterschenkel zugezogen.
Besonders problematisch entwickelte sich die Schulterverletzung. Nach mehreren Operationen kam es zu einer schweren Infektion, die zwischenzeitlich sogar eine lebensbedrohliche Blutvergiftung auslöste.
Der einstige Dominator der Speed-Disziplinen musste eine langwierige Rehabilitation absolvieren und saß zeitweise im Rollstuhl. Seine sportliche Zukunft stand zwischenzeitlich ernsthaft infrage.
Erst im November 2025 kehrte Kilde nach fast zwei Jahren in den Weltcup zurück. Mit Rang elf in der Abfahrt von Beaver Creek gelang ihm ein beachtliches Ergebnis.
An seine frühere Leistungsfähigkeit konnte er allerdings noch nicht dauerhaft anschließen. Wiederkehrende körperliche Beschwerden, insbesondere Rückenprobleme, zwangen ihn Anfang Februar erneut zum vorzeitigen Saisonabbruch. Auch die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina musste er deshalb auslassen.
Einer der erfolgreichsten Speed-Fahrer seiner Generation
Vor seiner schweren Verletzungsserie gehörte Kilde zu den besten Abfahrern der Welt. Insgesamt feierte der Norweger 21 Weltcupsiege, zwölf davon in der Abfahrt und neun im Super-G.
In der Saison 2019/20 gewann er den Gesamtweltcup. Sowohl 2021/22 als auch 2022/23 sicherte er sich die kleine Kristallkugel für den Abfahrtsweltcup. Hinzu kommen olympische Medaillen und zwei Silbermedaillen bei der Weltmeisterschaft 2023.
Gerade diese Erfolge machen den neuerlichen Rückschlag besonders tragisch. Kilde hatte sich nach seinem schweren Unfall zurückgekämpft und wollte in der Saison 2026/27 wieder regelmäßig um Spitzenplatzierungen mitfahren.
Zukunft vorerst ungewiss
Der alpine Skiweltcup beginnt am 24. und 25. Oktober in Sölden. Die ersten Speed-Rennen der Männer stehen Anfang Dezember in Beaver Creek auf dem Programm.
Für Kilde dürfte dieser Zeitplan nun keine Rolle mehr spielen. Ob tatsächlich die gesamte Saison verloren ist, müssen allerdings erst die medizinischen Untersuchungen zeigen.
Nach mittlerweile fast drei Jahren voller Verletzungen, Operationen und Comeback-Versuche steht der Norweger erneut vor einer schwierigen Rehabilitation. Für einen Athleten, der einst die schnellsten Abfahrer der Welt herausforderte, ist es ein weiterer schwerer Schlag.