Vom elften Tabellenplatz zurück in die Champions League, anschließend die Vizemeisterschaft mit einer der besten Punkteausbeuten der Vereinsgeschichte: Kovac hat den BVB innerhalb von eineinhalb Jahren wieder zu einem ernsthaften Konkurrenten des FC Bayern München gemacht. Die Vertragsverlängerung unterstreicht das Vertrauen der Verantwortlichen in den eingeschlagenen Weg.
Von Platz elf zur Vizemeisterschaft
Als Kovac im Februar 2025 das Traineramt in Dortmund übernahm, befand sich der Klub in einer schwierigen sportlichen Situation. Die Mannschaft lag lediglich auf dem elften Tabellenplatz, die Qualifikation für die Champions League schien angesichts eines Rückstands von acht Punkten kaum noch erreichbar.
Unter dem Kroaten gelang jedoch eine bemerkenswerte Aufholjagd. An den letzten zwölf Spieltagen der Saison 2024/25 sammelte keine andere Bundesligamannschaft mehr Punkte. Am letzten Spieltag sicherte sich Dortmund tatsächlich noch einen Startplatz in der Königsklasse.
Noch eindrucksvoller verlief Kovacs erste vollständige Saison. Mit 73 Punkten führte er den BVB 2025/26 zur Vizemeisterschaft. In der gesamten Vereinsgeschichte hatte Dortmund zuvor nur viermal eine höhere Punkteausbeute erreicht. Drei Jahre zuvor hätten 73 Zähler sogar zum Meistertitel gereicht.
Grundlage des Erfolgs war vor allem die stabilere Defensive. Dortmund kassierte in der vergangenen Bundesligasaison nur 34 Gegentore und blieb 15-mal ohne Gegentreffer, womit der Klub seinen Vereinsrekord an Zu-null-Spielen in einer Saison einstellte.
Kovac stellt historischen BVB-Punkterekord auf
Wie erfolgreich der frühere Bayern-Trainer in Dortmund arbeitet, verdeutlicht sein Punkteschnitt. In seinen bisherigen 53 Bundesligaspielen mit dem BVB sammelte Kovac 114 Punkte, was einem Durchschnitt von 2,15 Zählern pro Partie entspricht. Damit weist der Kroate den höchsten Bundesliga-Punkteschnitt aller Dortmunder Cheftrainer auf.
Auch in die Bundesligasaison 2026/27 startete Dortmund überzeugend. Nach vier Siegen zum Auftakt übernahm die Mannschaft die Tabellenführung und stand nach dem 1:0-Auswärtserfolg beim VfB Stuttgart im September erstmals seit Mai 2023 wieder an der Spitze. Beim 2:2 gegen Werder Bremen gab der BVB zuletzt erstmals in dieser Saison Punkte ab.
Sportdirektor Book lobt enge Zusammenarbeit
Kovac hatte laut Bild mit seiner Unterschrift gewartet, bis die Zukunft von Lars Ricken geklärt war. Erst wenige Tage zuvor hatte der BVB die Verträge der Geschäftsführung verlängert. Ricken, Geschäftsführer Sport, verweist auf die hohe Akzeptanz, die Kovac im Klub genieße, und darauf, dass man sich deshalb schnell einig gewesen sei. Der Vorsitzende der Geschäftsführung, Carsten Cramer, hebt die Geschlossenheit zwischen Trainerteam und sportlicher Führung hervor, die er als „enorm wohltuend“ bezeichnet.
Wie eng die Zusammenarbeit mit dem Cheftrainer ist, beschreibt Sportdirektor Ole Book, der erst seit vergleichsweise kurzer Zeit in Dortmund tätig ist.
„Zwischen Niko und mir ist seit meinem ersten Tag hier ein vertrauliches Miteinander entstanden. Niko arbeitet extrem akribisch und strahlt durch seine Erfahrung eine Ruhe aus, die unserer Mannschaft guttut“, erklärt Book.
Der Sportdirektor betont zudem, dass er mit Kovac nahezu täglich im Austausch stehe. Gemeinsam wolle man die nächsten Entwicklungsschritte der Mannschaft vorantreiben und die sportlichen Erfolge langfristig absichern.
Auch finanziell bedeutet der neue Vertrag ein deutliches Bekenntnis. Medienberichten zufolge soll Kovac künftig rund fünf Millionen Euro pro Jahr verdienen, hinzu kommen leistungsabhängige Bonuszahlungen. Offiziell bestätigte Gehaltszahlen veröffentlichte der Verein nicht.
Kovac will Entwicklung mit Dortmund fortsetzen
Kovac selbst sieht die bisherige Entwicklung lediglich als Grundlage für weitere Erfolge. Der 54-Jährige möchte die Mannschaft kontinuierlich verbessern und langfristig auf höchstem Niveau etablieren.
„Wir haben gemeinsam eine klare Entwicklung angestoßen und wichtige Grundlagen für die Zukunft gelegt. Darauf wollen wir aufbauen“, erklärt der BVB-Trainer.
Besonders wichtig sei ihm, dass sich die Mannschaft mit den bisherigen Erfolgen nicht zufriedengebe. „Entscheidend ist, dass wir uns nicht mit dem Erreichten zufriedengeben, sondern jeden Tag daran arbeiten, besser zu werden“, betont Kovac.
Mit der Verlängerung seines gesamten Trainerteams setzt Dortmund dabei auf personelle Kontinuität. Neben seinem Bruder Robert bleibt auch Filip Tapalovic als Assistent erhalten.
Sportlich wartet bereits die nächste Herausforderung. Am Mittwoch trifft der BVB in der Champions League auswärts auf den norwegischen Vertreter FK Bodø/Glimt. Kovac muss dabei auf Abwehrchef Nico Schlotterbeck verzichten, der nach seinen jüngsten Sprunggelenksverletzungen aus Gründen der Belastungssteuerung geschont wird.