Félix Auger-Aliassime gewann in der zweiten Runde des Shanghai Masters gegen Camilo Ugo Carabelli mit 4:6, 7:6, 7:5. Der an Nummer vier gesetzte Kanadier musste auf dem Hartplatz zunächst einem Satzrückstand hinterherlaufen, drehte die Partie aber nach einem klar gewonnenen Tiebreak im zweiten Satz und setzte sich in einer umkämpften Schlussphase durch.
Carabelli nutzte seine Chance im ersten Satz
Camilo Ugo Carabelli begann mutig gegen den höher gesetzten Félix Auger-Aliassime. Der Argentinier nahm dem Kanadier im siebten Spiel dessen Aufschlagspiel ab und behauptete den Vorsprung anschließend. Auger-Aliassime fand gegen das konzentrierte Return-Spiel seines Gegners zunächst keine ausreichende Antwort. Carabelli blieb von der Grundlinie stabil und gewann den ersten Satz mit 4:6.
Für den Argentinier war die Partie der nächste anspruchsvolle Auftritt in Shanghai. In der ersten Runde hatte Camilo Ugo Carabelli gegen Qualifikant Ilia Simakin nach einem Satzrückstand noch mit 2:6, 6:2, 7:5 gewonnen. Dieser Erfolg hatte eine Serie von sieben Niederlagen auf der ATP-Tour beendet. Gegen Auger-Aliassime zeigte er erneut großen Kampfgeist und setzte den Favoriten der Setzliste früh unter Druck.
Auger-Aliassime erzwingt den Ausgleich
Im zweiten Satz erhöhte Félix Auger-Aliassime den Druck bei den Returns und übernahm häufiger die Initiative in den längeren Ballwechseln. Carabelli hielt dagegen, sodass sich der Satz bis zum Tiebreak zuspitzte. Dort dominierte der Kanadier deutlich und gewann den Durchgang mit 7:6. Damit stand die Begegnung wieder ausgeglichen, und die Entscheidung fiel im dritten Satz.
Der Tiebreak war zugleich die wichtigste Phase für Auger-Aliassime. Der Kanadier spielte bei eigenem Aufschlag konsequenter und ließ Carabelli kaum Raum für aggressive Returns. Sein erster Aufschlag brachte ihm im gesamten Match 84 Prozent der Punkte, während er 14 Asse schlug. Diese Werte unterstrichen, wie sehr er sich nach dem schwierigen Auftakt stabilisiert hatte.
Entscheidung erst in der Schlussphase
Der dritte Satz blieb lange offen. Beide Spieler verteidigten ihre Aufschlagspiele mit hoher Intensität, und die Partie entwickelte sich zu einer körperlich und mental fordernden Auseinandersetzung. Auger-Aliassime machte zwar 57 unerzwungene Fehler, sorgte mit 42 Winnern aber zugleich für den größeren Druck in den entscheidenden Ballwechseln.
In der Schlussphase behielt der Kanadier die Oberhand und gewann den dritten Satz mit 7:5. Camilo Ugo Carabelli wehrte sich bis zum letzten Abschnitt, konnte den Umschwung nach dem verlorenen Tiebreak aber nicht mehr verhindern. Auger-Aliassime nutzte seine Erfahrung in den engen Spielen und brachte das Match nach hartem Kampf zu Ende.
Erster Auftritt unter Ivan Ljubicic
Für Félix Auger-Aliassime war die Begegnung zugleich der erste Wettkampf unter seinem neuen Trainer Ivan Ljubicic. Der Kanadier war vor dem Turnier in keiner guten Form gewesen und hatte in Peking gegen Karen Khachanov verloren. Der Erfolg in Shanghai bedeutete daher mehr als den Einzug in die Runde der letzten 32: Auger-Aliassime zeigte nach einem schwierigen Start die nötige Reaktion und bewies im Entscheidungssatz die größere Stabilität.
Camilo Ugo Carabelli verabschiedete sich trotz der Niederlage mit einer starken Leistung aus dem Turnier. Félix Auger-Aliassime setzte sich dagegen in einer engen Partie durch, in der er 54 Prozent der gewonnenen Punkte verbuchte und 88 Prozent seiner Aufschlagspiele gewann.