Federico Cinà gewann das Halbfinale beim Shanghai Masters gegen Linang Xiao mit 2:6, 6:3, 6:2. Der Italiener geriet zunächst unter Druck, fand anschließend aber zurück in die Partie und drehte das Match auf dem Hartplatz. Für Linang Xiao endete die Begegnung trotz des gewonnenen ersten Satzes mit einer Niederlage.
Xiao erwischte den besseren Start
Linang Xiao begann konzentriert und setzte Federico Cinà im ersten Satz früh unter Druck. Der Chinese nutzte seine Chancen im Return-Spiel konsequent und bestimmte viele Ballwechsel von der Grundlinie. Cinà fand zunächst nicht zu seiner gewohnten Länge und musste den Auftaktsatz mit 2:6 abgeben.
Auch die Aufschlagstatistik sprach im ersten Abschnitt für Xiao. Der Chinese brachte 55 Prozent seiner ersten Aufschläge ins Feld und gewann 69 Prozent der Punkte beim ersten Aufschlag. Cinà blieb damit über weite Strecken in der Defensive und konnte seine Angriffe nicht dauerhaft aufbauen.
Cinà fand über den Aufschlag zurück
Im zweiten Satz veränderte sich das Bild. Federico Cinà erhöhte den Druck mit dem ersten Ball nach dem Aufschlag und suchte häufiger den Weg ans Netz. Linang Xiao konnte die Länge in den Grundlinienduellen nicht mehr konstant halten, während Cinà seine Aufschlagspiele stabilisierte.
Der Italiener gewann 70 Prozent der Punkte beim ersten Aufschlag und ließ Linang Xiao dadurch seltener in aussichtsreiche Return-Situationen kommen. Zugleich steigerte Cinà seine Effizienz bei den Breakbällen. So holte er sich den zweiten Satz mit 6:3 und glich die Partie aus.
Linang Xiao blieb zwar aufmerksam und wehrte mehrere kritische Situationen ab, verlor aber zunehmend die Kontrolle über die längeren Ballwechsel. Federico Cinà spielte geduldiger, wartete auf die passende Gelegenheit und setzte dann mit präzisen Schlägen nach. Der Satzausgleich gab dem Italiener sichtbar Sicherheit.
Der Entscheidungssatz gehörte Cinà
Im dritten Satz übernahm Federico Cinà endgültig die Initiative. Er rückte weiter in das Feld, nahm Linang Xiao damit Zeit und zwang den Chinesen zu schwierigeren Schlägen. Besonders im Return-Spiel zeigte sich der Unterschied: Cinà gewann 40 Prozent der Return-Punkte und setzte Xiao bei dessen Aufschlag immer wieder unter Druck.
Linang Xiao fand keine Antwort mehr auf das variablere Spiel seines Gegners. Cinà blieb auch in den entscheidenden Phasen ruhig, spielte die wichtigen Punkte konsequent aus und gab die Kontrolle nicht mehr ab. Der Italiener gewann den Entscheidungssatz mit 6:2.
Ein weiterer Schritt für den Qualifikanten
Federico Cinà bestätigte damit seine Entwicklung in der laufenden Saison. Der 2007 in Palermo geborene Italiener war als Qualifikant mit der Setzung an Nummer 23 in das Turnier gegangen und hatte am 14. September seine Karriere-Bestmarke von Rang 168 erreicht. Im März hatte er in Pune seinen ersten ATP-Challenger-Titel gewonnen.
Der Erfolg gegen Linang Xiao war zugleich ein Beleg für Cinàs Widerstandskraft. Nach dem klar verlorenen Auftaktsatz fand er die richtige Balance zwischen Geduld und offensivem Druck. Seine Matchwerte unterstrichen die Wende: Cinà gewann 54 Prozent der Punkte insgesamt und gewann 85 Prozent seiner Aufschlagspiele. Linang Xiao hatte als Wildcard-Spieler den Weg durch die Qualifikation begonnen, musste sich dem Comeback seines Gegners aber geschlagen geben.