Machtdemonstration des Titelverteidigers
Es war eine klare Angelegenheit auf dem Centre Court des IGA Stadiums: Ben Shelton, als Nummer fünf gesetzt und amtierender Titelverteidiger der Canadian Open, ließ Zizou Bergs beim 6:3, 6:2 keine Chance. In knapp über einer Stunde demonstrierte der Linkshänder aus Atlanta, warum er auf schnellem Hartplatz zu den gefährlichsten Spielern der Tour zählt. Für Bergs, die Nummer 32 des Turniers, endete damit ein schwieriges Turnier-Abenteuer, das ihn zuvor in der Vorjunde schon drei Sätze gegen Sebastian Baez gekostet hatte.
Shelton dominierte das Match mit seinem Aufschlag von der ersten Minute an. Acht Asse, kein einziger Doppelfehler und eine Aufschlagquote von 70 Prozent beim ersten Aufschlag bildeten das Fundament einer nahezu fehlerfreien Leistung. Satte 87 Prozent der Punkte beim ersten Aufschlag gingen an den Amerikaner — Zahlen, die die Überlegenheit Sheltons eindrucksvoll widerspiegeln.
Bergs ohne Mittel gegen den Aufschlag-Riegel
Zizou Bergs, der in diesem Jahr seinen ersten ATP-Tour-Titel auf Rasen in Eastbourne geholt hatte, fand auf dem für ihn ungeliebten Hartplatz keinen Rhythmus. Seine Erstaufschlagquote lag bei lediglich 45 Prozent, und mit 23 unforced errors lieferte er Shelton immer wieder Einladungen zum Punktgewinn. Im Return-Spiel blieb der Belgier weitgehend wirkungslos: Kein einziges Breakspiel konnte er für sich entscheiden, während Shelton satte 60 Prozent seiner Breakbälle verwertete.
Dass Bergs auf Hartplatz traditionell Schwierigkeiten hat, war kein Geheimnis — bereits beim einzigen vorherigen Duell der beiden, 2024 in Houston, hatte Shelton in drei Sätzen gewonnen. Diese Tendenz setzte sich in Montreal mit aller Deutlichkeit fort. Sheltons linkshändiger Aufschlag erwies sich als kaum lösbare Aufgabe, insbesondere in den entscheidenden Spielphasen beider Sätze.
Starke Saison als Rückenwind
Für Shelton ist der Einzug ins Achtelfinale ein weiterer Schritt in einer bemerkenswerten Saison 2026. Bereits vor Montreal hatte er drei Titel auf drei verschiedenen Belägen gesammelt: Dallas auf Hartplatz, München auf Sand und Stuttgart auf Rasen. Diese Vielseitigkeit macht ihn in diesem Sommer zu einer der formstärksten Figuren auf der ATP-Tour — und in Montreal, wo er seinen Masters-1000-Titel aus dem Vorjahr verteidigt, scheint er auf dem richtigen Weg, tief ins Turnier einzudringen.
Bergs hingegen reist ohne Punkte aus Montreal ab und wird sich auf Beläge konzentrieren müssen, die seiner Spielanlage besser entgegenkommen. Shelton dagegen peilt das Achtelfinale mit breiter Brust an — gestützt auf Aufschlagdominanz, wenige Fehler und die Erfahrung eines amtierenden Turniersiegers.