Frosinone Calcio hat auf dem Transfermarkt gleich doppelt zugeschlagen. Romano Schmid kommt fix von Werder Bremen zum Serie-A-Aufsteiger, Florian Grillitsch unterschreibt nach seinem Abschied vom SC Braga ebenfalls bei den Italienern. Beide absolvierten zuvor ihre medizinischen Untersuchungen in Rom und wurden mittlerweile als Neuzugänge bestätigt.
Bis zu 10,5 Millionen Euro für Schmid
Für Schmid investiert Frosinone eine durchaus beachtliche Summe, die allerdings dennoch unter dem Wert liegt, zu dem Schmid vor einigen Monaten noch gehandelt wurde. Italienische Medien berichteten zunächst von acht Millionen Euro Ablöse, laut aktuelleren Informationen soll Werder 8,5 Millionen Euro als Sockelablöse erhalten. Durch Bonuszahlungen kann das Gesamtpaket auf bis zu 10,5 Millionen Euro anwachsen. Der 26-Jährige unterschreibt einen Vertrag bis Sommer 2030.
Schmid verlässt Bremen damit nach knapp fünf Jahren. Der Grazer war im Jänner 2019 für rund eine Million Euro von Red Bull Salzburg an die Weser gewechselt und wurde zunächst für eineinhalb Jahre an den Wolfsberger AC verliehen. Danach setzte er sich bei Werder durch und kam insgesamt auf 192 Pflichtspiele und 18 Tore.
In der vergangenen Bundesligasaison stand Schmid in allen 34 Partien in der Startelf, erzielte vier Tore und bereitete acht weitere Treffer vor. Auch bei der Weltmeisterschaft machte der technisch starke Offensivspieler auf sich aufmerksam und erzielte beim 3:1 gegen Jordanien das erste österreichische WM-Tor seit 28 Jahren. In den darauffolgenden Spielen konnte er seine gute Startform allerdings nicht bestätigen.
Der Abschied aus Bremen fiel ihm dennoch nicht leicht. „Für uns ist Bremen Heimat“, erklärte Schmid in seinem Abschiedsinterview. Gleichzeitig erfülle er sich mit dem Wechsel einen Wunsch: „Aber wir wollten immer einmal in Italien leben, deshalb haben wir uns dazu entschieden.“
Grillitsch kommt ablösefrei
Für Schmids ÖFB-Teamkollegen Florian Grillitsch muss Frosinone hingegen keine Ablöse bezahlen. Der 31-Jährige löste seinen ursprünglich noch bis 2027 laufenden Vertrag beim SC Braga bereits im Juni vorzeitig auf und war seitdem vereinslos. Der Österreicher soll bei Frosinone einen Vertrag bis Sommer 2027 mit Option auf eine weitere Saison erhalten.
Grillitsch bringt noch mehr internationale Erfahrung mit als sein neuer Teamkollege. Nach seiner Ausbildung beim SKN St. Pölten wechselte er bereits 2013 in den Nachwuchs von Werder Bremen und schaffte dort den Sprung in die Bundesliga. Seine prägendste Zeit verbrachte er bei der TSG 1899 Hoffenheim, für die er in zwei Engagements insgesamt 196 Pflichtspiele absolvierte.
Dazwischen spielte der Niederösterreicher für Ajax Amsterdam. 2025 folgte eine Leihe zu Real Valladolid, mit dem er allerdings sang und klanglos aus LaLiga abstieg. Anschließend wechselte Grillitsch zum SC Braga. In Portugal war er nicht durchgehend Stammspieler, brachte es in seiner einzigen Saison aber dennoch auf solide 36 Einsätze, drei Pflichtspieltore und zwei Assists.
Zwei unterschiedliche Profile für Frosinone
Für Frosinone-Trainer Massimiliano Alvini ergänzen sich die beiden Österreicher auf dem Papier ausgezeichnet. Schmid bringt Dynamik, Kreativität und starke Qualitäten im Gegenpressing mit. Er kann als Achter, hinter den Spitzen oder – wie häufig im österreichischen Nationalteam – auf dem rechten Flügel eingesetzt werden.
Grillitsch ist hingegen ein klassischer Sechser, der das Spiel gerne vor sich hat und soll dem Spiel des Aufsteigers Struktur geben. Seine größte Stärke liegt im Spielaufbau, zudem kann der 31-Jährige bei Bedarf auch in einer Dreierabwehr eingesetzt werden, wodurch der Aufsteiger auch zusätzlich an Flexibilität gewinnt. Angesichts dessen, dass Frosinone derzeit sieben Innenverteidiger im Kader hat – vier von ihnen neu verpflichtet – ist dies allerdings nur eine Option für den letzten Strohhalm.
Frosinone erhöht damit für die Rückkehr in die Serie A deutlich die Qualität im Mittelfeld – speziell in der Breite. Für Schmid beginnt nach Jahren in Bremen ein völlig neues Kapitel, während Grillitsch nach Stationen in Deutschland, den Niederlanden, Spanien und Portugal nun bereits in der fünften europäischen Liga aufläuft.
Der letztjährige Vizemeister der Serie B hat damit in diesem Transfersommer bereits elf Spieler verpflichtet, um das Saisonziel Klassenerhalt in Angriff nehmen zu können. Abgeschlossen dürfte das Transferprogramm damit aber noch nicht sein. Weiterhin gibt es Gerüchte, dass etwa Sturms Filip Rózga oder Salzburg-Linksverteidiger Aleksa Terzic, mit dem man sich bereits einig sein soll, auf der Liste der Italiener stehen.