Aziz Dougaz überraschte beim Shanghai Masters mit einem Erfolg gegen Lorenzo Sonego. Der Tunesier gewann das umkämpfte Match mit 7:6, 5:7, 6:4 und setzte sich damit in drei Sätzen gegen den Topgesetzten der Qualifikation durch. Das auf dem Outdoor-Hartplatz zunächst klar wirkende Kräfteverhältnis kippte zugunsten des Linkshänders.
Dougaz gewinnt den engen Auftakt
Der erste Satz verlief ausgeglichen und wurde erst im Tiebreak entschieden. Aziz Dougaz blieb in den entscheidenden Ballwechseln stabil und holte den Durchgang mit 7:6. Lorenzo Sonego, der als Nummer eins der Qualifikation in das Match gegangen war, fand zunächst keine ausreichende Antwort auf das druckvolle Spiel seines Gegners.
Die Matchstatistik unterstrich, wie eng die Partie insgesamt war. Dougaz gewann 48 Prozent der Punkte, blieb aber bei eigenem Aufschlag äußerst zuverlässig. Er gewann 94 Prozent seiner Aufschlagspiele und wehrte 86 Prozent der Breakbälle ab, die Lorenzo Sonego sich erspielt hatte.
Sonego erzwingt den Entscheidungssatz
Lorenzo Sonego gab sich nach dem verlorenen Auftakt nicht geschlagen. Der Rechtshänder erhöhte den Druck bei den Grundschlägen und brachte den zweiten Satz mit 5:7 aus Sicht von Aziz Dougaz zu Ende. Damit war die Partie wieder offen, obwohl Dougaz den besseren Start erwischt hatte.
Vor allem beim ersten Aufschlag war Sonego effizient. Er gewann 84 Prozent der Punkte beim ersten Aufschlag und schlug insgesamt zwölf Asse. Dougaz hielt dagegen, brachte 73 Prozent seiner ersten Aufschläge ins Feld und gewann 74 Prozent der Punkte beim ersten Aufschlag. Die unterschiedlichen Stärken am Aufschlag prägten den Verlauf, ohne dass einer der beiden Spieler dauerhaft die Kontrolle übernehmen konnte.
Dougaz bleibt im dritten Satz ruhig
Im entscheidenden dritten Satz fand Aziz Dougaz wieder zu seiner Linie zurück. Er bewegte Lorenzo Sonego mit präzisen Schlägen von der Grundlinie und wartete geduldig auf die entscheidenden Möglichkeiten. Sonego blieb gefährlich, doch Dougaz behauptete sich in den langen Ballwechseln und brachte den Satz mit 6:4 zu Ende.
Auch die Breakball-Situationen sprachen für seine größere Effizienz. Dougaz verwertete die Hälfte seiner Breakbälle, während Sonego nur 14 Prozent seiner Möglichkeiten nutzte. Der Tunesier schlug zudem 21 Winner und beging lediglich drei Doppelfehler. So hielt er dem Druck im letzten Satz stand und machte den Erfolg nach einem langen Kampf perfekt.
Ein wichtiger Schritt für den Tunesier
Für Aziz Dougaz war der Sieg besonders wertvoll, weil er vor dem Match noch ohne Erfolg in ATP-Hauptfeldern gewesen war. Seine Erfahrung hatte er bislang fast ausschließlich auf niedrigeren Turnierebenen gesammelt. Zudem trat er mit Protected Ranking an, während Sonego als Topgesetzter der Qualifikation deutlich höher eingestuft war.
Das Duell war zugleich das erste Aufeinandertreffen der beiden Spieler. Dougaz hatte in den drei Monaten vor dem Match mehr als 400 Ranglistenplätze gutgemacht und damit seine Entwicklung unterstrichen. Lorenzo Sonego verpasste dagegen die Chance, seine bisherige Bilanz in Shanghai aufzubessern. Von seinen vier vorherigen Auftritten hatte er das Turnier dreimal in der ersten Runde verlassen; 2023 war er bis in die dritte Runde vorgedrungen.