Drei Weltcupsiege, zehn Podestplätze und eine WM-Bronzemedaille stehen in seiner sportlichen Bilanz. Doch mindestens ebenso prägend wie die Erfolge war der außergewöhnliche Wille, mit dem sich Franz nach seinem folgenschweren Trainingssturz im November 2022 zurückgekämpft hatte.
Emotionaler Abschied nach schwierigen Jahren
Seinen Rücktritt verkündete Franz am Sonntagabend mit einer persönlichen Erklärung auf Instagram. „Der Skisport war mein Leben“, schrieb der ehemalige ÖSV-Athlet und blickte auf eine Karriere voller Höhepunkte, aber auch schmerzhafter Rückschläge zurück.
Die Entscheidung fiel dem 37-Jährigen keineswegs leicht. Schließlich hatte er selbst nach seinem schweren Unfall in den USA nie aufgehört, an eine Rückkehr in den Spitzensport zu glauben.
In seiner Abschiedserklärung erinnerte Franz an zahlreiche Stürze, Operationen und Rehabilitationsphasen. Dennoch habe er stets versucht, sich zurückzukämpfen. Erst jetzt sei für ihn der Zeitpunkt gekommen, seine sportliche Laufbahn endgültig abzuschließen.
Drei Weltcupsiege und WM-Bronze als Höhepunkte
Franz gab sein Weltcupdebüt im November 2009 in Lake Louise. Drei Jahre später gelang ihm ausgerechnet auf derselben Strecke mit Rang zwei in der Abfahrt der erste Podestplatz.
Seinen ersten Weltcupsieg feierte der gebürtige Klagenfurter am 17. Dezember 2016 bei der traditionsreichen Abfahrt in Gröden. Auf der anspruchsvollen Saslong setzte er sich gegen die internationale Speed-Elite durch und etablierte sich endgültig unter den besten Abfahrern der Welt.
Nur wenige Wochen später folgte der vielleicht größte Erfolg seiner Karriere. Bei der Weltmeisterschaft 2017 in St. Moritz gewann Franz die Bronzemedaille in der Abfahrt.
Besonders erfolgreich verlief auch der Beginn der Saison 2018/19. Zunächst triumphierte er in der Abfahrt von Lake Louise, nur eine Woche später gewann er den Super-G in Beaver Creek.
Insgesamt stand Franz zehnmal auf einem Weltcuppodest, davon sechsmal in der Abfahrt und viermal im Super-G. Bei Olympischen Spielen blieb ihm eine Medaille verwehrt. Sein bestes Ergebnis war der sechste Platz im Super-G von Sotschi 2014.
Schwere Verletzungen begleiten seine Karriere
Die Laufbahn des Kärntners war allerdings immer wieder von gesundheitlichen Rückschlägen geprägt.
Bereits 2016 zog er sich bei einem Sturz in Kitzbühel mehrere Verletzungen zu. Drei Jahre später erlitt er auf der Streif einen Fersenbeinbruch und musste die Saison vorzeitig beenden.
Der schwerste Unfall ereignete sich jedoch am 13. November 2022 beim Abfahrtstraining in Copper Mountain im US-Bundesstaat Colorado.
Franz stürzte schwer und brach sich beide Unterschenkel. Besonders kompliziert war die Verletzung am linken Bein, bei der auch ein Nerv massiv geschädigt wurde.
Zahlreiche Operationen folgten. Zeitweise war der ehemalige Weltcupsieger auf einen Rollstuhl angewiesen. Selbst alltägliche Bewegungen wurden zu einer Herausforderung.
Eine Rückkehr in den Rennsport schien unter diesen Umständen lange kaum vorstellbar.
Comeback in Gröden als persönlicher Triumph
Franz wollte seine Karriere dennoch nicht durch einen Unfall beenden lassen. Über drei Jahre arbeitete er an seiner Rückkehr, absolvierte zahllose Reha-Einheiten und tastete sich langsam wieder an das Rennfahren heran.
Im Februar 2025 war er bei der Heim-WM in Saalbach bereits als Vorläufer im Einsatz. Im Dezember desselben Jahres erhielt er schließlich die Möglichkeit, wieder an einem Weltcuprennen teilzunehmen.
Ausgerechnet in Gröden, wo er neun Jahre zuvor seinen ersten Weltcupsieg gefeiert hatte, stand er erneut am Start.
Sportlich endete die Abfahrt mit einem Ausfall nach einem missglückten Sprung. Für Franz hatte dieser Tag dennoch eine enorme Bedeutung.
„Dieser Moment wird für immer einer der wertvollsten meines Lebens bleiben“, erklärte er nun rückblickend.
Bereits vor seinem Comeback hatte er gegenüber dem „ORF“ betont, zeigen zu wollen, was der menschliche Körper mit entsprechendem Glauben und Willen leisten könne.
Der Körper setzt die Grenzen
Eine dauerhafte Rückkehr gelang allerdings nicht mehr. Neue körperliche Probleme und weitere medizinische Eingriffe verhinderten zusätzliche Weltcupstarts.
Im Mai 2026 schien Franz schließlich nicht mehr im Kader des Österreichischen Skiverbandes auf. Trotzdem arbeitete er zunächst weiter an seiner Fitness und hielt sich die Möglichkeit eines neuerlichen Comebacks offen.
Nun hat er sich endgültig für den Rücktritt entschieden.
„Ich habe nie aufgegeben“, betonte Franz in seiner Abschiedserklärung. Gleichzeitig machte er deutlich, dass auch der größte Ehrgeiz irgendwann an körperliche Grenzen stößt.
Zum Abschluss bedankte er sich bei seiner Familie, den behandelnden Ärzten, Trainern, Physiotherapeuten, Betreuern, Sponsoren und Fans, die ihn während seiner Karriere begleitet hatten. Mit den Worten „Servus, Rennsport“ verabschiedete sich Franz schließlich von seiner sportlichen Laufbahn.
Was bleibt, sind drei Weltcupsiege, eine WM-Medaille und die Geschichte eines Rennläufers, der sich selbst nach schwersten Verletzungen noch einmal bis an den Start eines Weltcuprennens zurückkämpfte.