Montreal, IGA Stadium, Court 2: Nuno Borges hat beim ATP Masters 1000-Turnier National Bank Open seinen vierten Sieg in Folge gegen Tomás Martín Etcheverry gefeiert. Der Portugiese, in der Weltrangliste auf Position 55 geführt und ohne Setzung ins Turnier gegangen, fertigte den Weltranglistendreißigsten und gesetzten Argentinier in zwei klaren Sätzen ab – 6:4, 6:2. Eine Machtdemonstration, die das Kräfteverhältnis zwischen diesen beiden Spielern in der Saison 2026 eindrucksvoll widerspiegelt.
Borges kontrolliert das Geschehen von der Grundlinie
Von Beginn an diktierten die Statistiken eine klare Sprache. Borges dominierte mit seinem Aufschlag nach Belieben: Er gewann 75 Prozent seiner Aufschlagpunkte, hielt seine Aufschlagspiele zu hundert Prozent durch und wehrte jeden einzelnen Breakball ab. Acht Asse standen dabei nur zwei Doppelfehler gegenüber – ein Kontrast, der die Überlegenheit des Portugiesen auf den Punkt bringt. Etcheverry hingegen leistete sich vier Doppelfehler, gewann lediglich 67 Prozent seiner Aufschlagspiele und kam im Return-Spiel kaum in Schwung: Nur 25 Prozent der Return-Punkte gingen an den Argentinier.
Im ersten Satz arbeitete Borges geduldig auf seine Chancen hin. Er verwertete seine Breakchancen effizient genug, um sich den Durchgang mit 6:4 zu sichern. Etcheverry, der nach einer langen Formkrise nach Montreal gereist war – zuletzt hatte er in Washington in der ersten Runde gegen Brandon Nakashima verloren –, fand zu keinem Zeitpunkt seinen Rhythmus. Der Argentinier wirkte gehemmt, seine Aktionen fehlerhaft und ohne die gewohnte Überzeugung.
Zweiter Satz ohne Gegenwehr – Borges komplettiert den Erfolg
Im zweiten Satz löste sich das Spiel endgültig zugunsten des Portugiesen auf. Tomás Martín Etcheverry bot kaum noch Widerstand: 6:2 lautete das ernüchternde Ergebnis für den Gesetzten. Borges gewann in diesem Abschnitt 57 Prozent aller Punkte und demonstrierte dabei eine Konstanz, die Etcheverry keine Möglichkeit zur Reaktion ließ. Dessen Breakpunkte blieben völlig wirkungslos – die Verwertungsquote lag bei null Prozent.
Die Ausgangslage vor dem Match hatte Borges in eine komfortable psychologische Position gebracht. Bereits dreimal hatte er den Argentinier in der laufenden Saison bezwungen: auf Sand in Barcelona und bei Roland Garros sowie auf Hartplatz in Auckland. Beim letzten Aufeinandertreffen in Paris – der ersten Runde der French Open 2026 – hatte Borges mit 6:3, 6:4, 6:2 gewonnen und Etcheverry als damals 23. Gesetzten früh aus dem Turnier geworfen. Der heutige Auftritt in Montreal war die konsequente Fortsetzung dieser Serie.
Borges zieht ins Achtelfinale ein
Mit dem Einzug ins Achtelfinale des Canadian Open bestätigt Nuno Borges seine starke Form auf Hartplatz. Der Portugiese, der sich für die zweite Runde nach einem mühevollen Dreisatzsieg gegen Aleksandar Kovacevic qualifiziert hatte, zeigt beim bedeutenden Masters-1000-Event in der Vorbereitung auf die US Open aufsteigend Formkurve. Für Tomás Martín Etcheverry dagegen reißt die schwierige Phase nicht ab – der Argentinier, der in dieser Saison beim Rio Open seinen ersten ATP-Titel geholt hatte, wartet weiter auf seinen Durchbruch in der nordamerikanischen Hartplatzsaison.