Es war ein Match ohne Überraschungen, aber mit einer klaren Botschaft: Lorenzo Giustino ist auf Sand zuhause – auch in Kitzbühel. Der Italiener besiegte den Lokalmatador Nico Hipfl beim Generali Open 2026 mit 6:2 und 6:4 und zeigte dabei eine konzentrierte Leistung, die dem Gastgeber zu keiner Phase Hoffnung ließ.
Giustino dominiert von der ersten Aufschlagserie an
Bereits im ersten Satz wurde das Kräfteverhältnis deutlich. Hipfl, der mit einer Wildcard ins Turnier eingezogen war, fand gegen den erfahrenen Giustino auf dem Sandplatz des Kitzbüheler Tennisclubs kaum Mittel. Der Italiener gewann den Durchgang mit 6:2 und ließ dabei keinerlei Tiebreak-Dramatik zu. Giustinos Aufschlagstärke war ein zentraler Faktor: Er gewann sämtliche Aufschlagspiele und sicherte sich 75 Prozent seiner Servicepunkte. Seine erste Aufschlagserie brachte ihm starke 87 Prozent der Punkte ein – Werte, die auf diesem Niveau schwer zu kontern sind.
Hipfl versuchte dagegenzuhalten, doch seine Zahlen sprachen eine andere Sprache: Kein einziges Break gelang dem Österreicher, während Giustino 60 Prozent seiner Breakchancen verwandelte. Im Return-Spiel blieb Hipfl mit einer Gewinnquote von null Prozent auf gegnerische Aufschlagspiele komplett ohne Ertrag.
Zweiter Satz: Hipfl kämpft, Giustino bleibt souverän
Im zweiten Durchgang zeigte Hipfl zumindest ansatzweise mehr Gegenwehr. Das 4:6 aus seiner Sicht war ein bescheidener Fortschritt gegenüber dem ersten Satz, doch für eine Wende reichte es nicht. Giustino kontrollierte das Geschehen, und sein Break-Vorsprung hielt bis zum Schluss. Mit 58 Prozent der insgesamt gewonnenen Punkte behielt der Neapolitaner stets die Oberhand.
Nico Hipfl, Neffe des ehemaligen österreichischen Profis Markus Hipfl und Mitglied des ausrichtenden Kitzbüheler Tennisclubs, durfte sich über die Wildcard-Teilnahme an einem ATP-250-Turnier freuen – aber der Leistungsunterschied zum gestandenen Challenger-Profi Giustino war an diesem Tag zu groß.
Einordnung: Erfahrung schlägt Heimvorteil
Lorenzo Giustino bringt für solche Aufgaben das nötige Rüstzeug mit. Der 1991 in Neapel geborene Sandplatzspezialist hat auf diesem Belag eine überdurchschnittliche Karrierebilanz aufgebaut und zuletzt 2025 beim Monastir Open seinen zweiten Challenger-Titel geholt. Sein persönliches Karrierehoch von ATP-Rang 127 aus dem Jahr 2019 zeigt, dass er weiß, wie man sich auf der Tour behauptet.
Für Hipfl endet die Reise in der Qualifikation des 82. Generali Open Kitzbühel – für Giustino geht sie weiter. Der Italiener hat sich mit dieser überzeugenden Leistung eindrucksvoll für die nächste Qualifikationsrunde empfohlen.