Austria Wien scheiterte bei der Premiere von Interimstrainer Max Uhlig im Elfmeterschießen am TSV Hartberg, der Wolfsberger AC blamierte sich beim Zweitligisten Hertha Wels und der Grazer AK kassierte gegen den SCR Altach eine 0:4-Heimniederlage.
Während Rapid mit einem 3:0 bei der Vienna souverän ins Viertelfinale einzog, verpassten die drei anderen Bundesligisten wichtige Erfolgserlebnisse. Besonders für die Austria und den WAC bleibt der erhoffte Effekt ihrer jüngsten Trainerwechsel damit vorerst aus.
Austria verliert im Elfmeterschießen gegen Hartberg
Für Austria Wien begann die Partie gegen Hartberg durchaus vielversprechend. Nach der Entlassung von Stephan Helm stand erstmals Max Uhlig an der Seitenlinie. Der bisherige Trainer der Young Violets hatte angekündigt, neue Energie in die Mannschaft bringen und die Fans mit einer offensiveren, zielstrebigen Spielweise zurückgewinnen zu wollen.
Tatsächlich erwischten die Wiener den besseren Start. Johannes Eggestein brachte die Hausherren in der 26. Minute mit 1:0 in Führung. Die Austria schien auf einem guten Weg, im Cup den lange ersehnten Befreiungsschlag zu landen.
Doch die Freude hielt nicht lange. Kurz vor der Pause gelang Oliver Lukić nach Vorarbeit von Marco Hoffmann der Ausgleich für die Steirer (44.). Damit ging es mit einem 1:1 in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich eine ausgeglichene, zunehmend umkämpfte Partie. Beide Mannschaften konnten in der regulären Spielzeit keinen weiteren Treffer erzielen. Auch in der Verlängerung blieb es beim 1:1, sodass das Elfmeterschießen über den Aufstieg entscheiden musste.
Dort setzte sich Hartberg durch und fügte den Veilchen die nächste bittere Enttäuschung zu. Bereits im April hatten die Oststeirer die Austria mit einem 1:0-Auswärtssieg im Cup-Halbfinale aus dem Bewerb geworfen. Nun wiederholten sie dieses Kunststück im Achtelfinale.
Für Uhlig endete die Premiere damit ohne das erhoffte Erfolgserlebnis. Zwar hatte der neue Trainer lediglich zwei Trainingseinheiten zur Vorbereitung zur Verfügung, doch die Probleme seiner Mannschaft lassen sich offenbar nicht innerhalb weniger Tage beheben.
Besonders bitter ist das Ausscheiden auch mit Blick auf die Saisonziele. Nach sieben Niederlagen in zehn Bundesliga-Spielen erschien der Cup als letzte realistische Titelchance. Nun bleibt nur noch der Kampf um eine möglichst deutliche Verbesserung in der Meisterschaft. Am Sonntag wartet zudem das Wiener Derby gegen Tabellenführer Rapid. Angesichts des gewaltigen Formunterschieds zwischen den Stadtrivalen dürfte Uhlig vor seiner nächsten Aufgabe kaum weniger unter Druck stehen.
WAC blamiert sich bei Zweitligist Hertha Wels
Noch größer war die Überraschung in Oberösterreich. Der FC Hertha Wels, der in der zweiten Liga gegen den Abstieg kämpft, eliminierte den Wolfsberger AC mit einem 1:0-Heimsieg.
Dabei hätte die Ausgangslage deutlicher kaum sein können. Die Welser hatten zuletzt eine 2:6-Heimniederlage gegen Voitsberg kassiert, während der WAC als Bundesligist und Cupsieger von 2025 klarer Favorit war.
Die Gastgeber erwischten allerdings einen Traumstart. Bereits in der vierten Minute brachte Tolgahan Şahin die Welser nach Vorarbeit von Ex-Rapidler Yasin Mankan mit 1:0 in Führung.
Der WAC versuchte anschließend, die Partie unter Kontrolle zu bringen und den Rückstand aufzuholen. Besonders nach der Pause erhöhten die Kärntner den Druck und erarbeiteten sich zahlreiche Standardsituationen. Insgesamt standen am Ende 13 Eckbälle für die Gäste zu Buche.
Doch der Ausgleich gelang nicht mehr. Hertha Wels verteidigte die knappe Führung bis zum Schlusspfiff und feierte einen der größten Erfolge der jüngeren Vereinsgeschichte.
Für WAC-Trainer Manfred Schmid ist das Ergebnis ein weiterer Rückschlag. Der frühere Austria-Coach hatte erst vor wenigen Tagen Thomas Silberberger abgelöst und verlor bereits sein erstes Bundesliga-Spiel bei Hartberg mit 0:1.
Nun folgte auch im Cup die nächste Niederlage. Von der Mannschaft, die 2025 sensationell den ÖFB-Cup gewann, ist sportlich derzeit wenig übrig geblieben. Als Bundesliga-Schlusslicht stecken die Kärntner tief in der Krise und können sich nach dem Ausscheiden nicht einmal mehr im Pokal Selbstvertrauen holen.
Altach zerlegt den GAK mit 4:0
Ein besonders deutliches Ergebnis gab es in Graz. Der SCR Altach setzte sich beim Grazer AK überraschend klar mit 4:0 durch und ließ den Gastgebern vor allem nach dem Seitenwechsel keine Chance.
Yann Massombo brachte die Vorarlberger bereits in der 18. Minute nach Vorarbeit von Srdjan Hrstić in Führung. Zur Pause lag Altach mit 1:0 vorne, ehe die Gäste unmittelbar nach Wiederbeginn nachlegten. Erneut war es Massombo, der in der 51. Minute zum 2:0 traf. Nur sieben Minuten später erhöhte Rodney Elongo-Yombo nach einer Vorlage von Benjamin Böckle auf 3:0. Den Schlusspunkt setzte Hrstić, der in der 69. Minute per Elfmeter den 4:0-Endstand herstellte. Insgesamt brachte Altach neun Schüsse aufs Tor, der GAK lediglich zwei.
Für die Grazer ist die hohe Niederlage ein weiterer Tiefpunkt. Erst vor wenigen Tagen hatte man im Stadtderby gegen Sturm eine 1:6-Klatsche kassiert. Auch der anschließende Punktgewinn bei der WSG Tirol brachte offensichtlich keine nachhaltige Stabilisierung.
Altach hingegen scheint sich zunehmend zu fangen. Nach dem 2:1 gegen Austria Wien gelang den Vorarlbergern innerhalb weniger Tage der nächste wichtige Erfolg. Der Vorjahresfinalist darf damit weiter von einer neuerlichen erfolgreichen Cup-Saison träumen.
Die Krisen bleiben bestehen
Während sich Altach, Hartberg und Hertha Wels über den Einzug ins Viertelfinale freuen dürfen, stehen Austria Wien, der WAC und der GAK vor schwierigen Wochen.
Bei der Austria und beim WAC haben die Trainerwechsel bislang keinen unmittelbaren Umschwung bewirkt. Beim GAK wiederum nimmt die sportliche Misere nach der nächsten deutlichen Niederlage immer bedrohlichere Ausmaße an.
Das Cup-Achtelfinale bot allen drei Mannschaften die Chance auf ein dringend benötigtes Erfolgserlebnis. Stattdessen verabschiedeten sie sich aus dem Bewerb und müssen ihre Probleme nun ausschließlich im Ligaalltag lösen.
Vier weitere Achtelfinalspiele am Mittwoch und Donnerstag
Am Mittwoch wird das ÖFB-Cup-Achtelfinale mit drei Begegnungen fortgesetzt. Um 18:00 Uhr empfängt der FC Wacker Innsbruck die WSG Tirol zum Tiroler Derby, während Red Bull Salzburg zeitgleich bei Schwarz-Weiß Bregenz gastiert. Die Salzburger gehen trotz ihrer mittlerweile beträchtlichen Verletzungssorgen als klarer Favorit in die Partie.
Um 20:30 Uhr folgt das oberösterreichische Derby zwischen Titelverteidiger LASK und der SV Ried, bei dem zwei Bundesligisten um den Viertelfinaleinzug kämpfen.
Den Abschluss bildet am Donnerstag um 18:00 Uhr das Duell zwischen Austria Lustenau und Sturm Graz. Der Grazer Vizemeister möchte nach seinem jüngsten Europa-League-Erfolg gegen Marseille auch im Cup überzeugen, während der Zweitligist vor eigenem Publikum auf eine Überraschung hofft.
Die Viertelfinalpaarungen werden am Sonntag nach dem Wiener Derby ausgelost.