Shintaro Mochizuki gewann im Halbfinale des Shanghai Masters gegen Taro Daniel mit 2:6, 6:2, 6:2. Nach dem verlorenen ersten Satz fand der als Qualifikations-Seed Nummer 15 angetretene Japaner zunehmend besser in die Partie und drehte das Match mit zwei klar gewonnenen Sätzen. Damit setzte sich Mochizuki in einem rein japanischen Duell auf Hartplatz gegen den auf ATP-Rang 177 geführten Taro Daniel durch.
Daniel erwischte den besseren Start
Taro Daniel bestimmte den Auftakt und brachte Shintaro Mochizuki früh unter Druck. Mochizuki konnte sein Return-Spiel zunächst nicht wirkungsvoll genug aufziehen, während Daniel seine Aufschlagspiele stabiler gestaltete. Der erste Satz ging deshalb mit 2:6 an Daniel. Für Mochizuki war dieser Rückstand ein schwieriger Beginn, zugleich blieb die Partie zu diesem Zeitpunkt offen, weil beide Spieler auf einem schnellen Hartplatz um kurze Ballwechsel und die Kontrolle von der Grundlinie rangen.
Daniel hatte im ersten Durchgang die bessere Balance zwischen Aufschlag und erstem Schlag danach. Mochizuki musste häufiger aus der Defensive agieren und kam nicht konstant genug in die Ballwechsel hinein. Der Satzgewinn gab Daniel zunächst Sicherheit, doch Mochizuki veränderte anschließend sein Auftreten sichtbar: Er spielte mutiger nach vorn, setzte den Return früher und erhöhte den Druck in den längeren Grundlinienduellen.
Mochizuki antwortete mit zwei klaren Sätzen
Die Wende begann im zweiten Satz. Mochizuki nutzte seine Chancen konsequenter und ließ Daniel kaum Raum, das Tempo selbst zu bestimmen. Der Japaner gewann den zweiten Satz mit 6:2 und glich damit aus. Besonders im Return-Spiel zeigte sich eine deutliche Steigerung. Mochizuki gewann 42 Prozent seiner Return-Spiele und zwang Daniel dadurch regelmäßig in schwierige Situationen bei eigenem Aufschlag.
Auch im Entscheidungssatz blieb Mochizuki der aktivere Spieler. Er hielt die Ballwechsel enger, suchte häufiger den Weg ans Netz und gewann dort 71 Prozent seiner Punkte. Daniel fand dagegen nicht mehr zur Stabilität des Auftakts zurück. Mochizuki spielte den dritten Satz erneut mit 6:2 zu Ende und besiegelte damit den Erfolg nach drei Sätzen.
Statistik unterstrich die Wende
Die Match-Werte spiegelten Mochizukis Überlegenheit nach dem Seitenwechsel wider. Er gewann 53 Prozent der Punkte und schlug 32 Winner, während Daniel auf 13 Winner kam. Mochizuki brachte 73 Prozent seiner Punkte beim ersten Aufschlag durch und verwertete 83 Prozent seiner Breakbälle. Daniel nutzte dagegen 43 Prozent seiner Breakbälle.
Auch die Fehlerbilanz sprach zugunsten des Siegers. Mochizuki beging 21 unerzwungene Fehler, Daniel 28. Beim zweiten Aufschlag gewann Mochizuki 45 Prozent seiner Punkte. Entscheidend war zudem, dass er nach dem verlorenen Auftaktsatz nicht passiver wurde, sondern die Initiative übernahm und Daniel mit seinem Return-Spiel immer wieder aus dem Rhythmus brachte.
Erfolg für den früheren Junioren-Champion
Für Mochizuki war der Sieg ein weiterer wichtiger Schritt in seiner Entwicklung. Der 2003 in Kawasaki geborene Japaner hatte 2019 als erster japanischer Spieler den Junioren-Einzeltitel in Wimbledon gewonnen. Zum Zeitpunkt des Matches wurde er auf ATP-Rang 123 geführt. Taro Daniel, der 2018 in Istanbul seinen bislang einzigen ATP-Tour-Einzeltitel gewonnen hatte, musste sich nach starkem Beginn geschlagen geben.
Der Matchverlauf zeigte zwei unterschiedliche Phasen: Daniel kontrollierte den ersten Satz, Mochizuki übernahm danach das Kommando. Mit 2:6, 6:2, 6:2 setzte sich der Qualifikations-Seed durch und belohnte seine Anpassungen im Return-Spiel mit dem Einzug in das Finale des Shanghai Masters.