Es war eine Machtdemonstration auf dem Rasen von Wimbledon: Arthur Rinderknech, als Nummer 25 gesetzt, besiegte den amerikanischen Aufsteiger Martin Damm Jr. mit 6:4, 7:6 (7:1) und 6:3 und zog souverän in die dritte Runde ein. In zwei Stunden und drei Minuten ließ der Franzose aus Gassin seinem Gegner kaum Raum – und gab dabei kein einziges eigenes Aufschlagspiel ab.
Frühes Break als Blaupause für das gesamte Match
Rinderknech setzte von Beginn an das richtige Signal. Im ersten Spiel des Matches brach er den Aufschlag von Damm sofort und legte damit den Grundstein für einen kontrollierten ersten Satz, den er mit 6:4 für sich entschied. Das gleiche Muster wiederholte sich im dritten Durchgang: erneut ein Break im allerersten Aufschlagspiel des Amerikaners, erneut kein Weg zurück für Damm. Der dritte Satz endete 6:3.
Der zweite Satz verlief ausgeglichener und mündete in einen Tiebreak – doch auch dort zeigte Rinderknech keinerlei Nervosität. Mit 7:1 fegte er durch das Kurzset und gewann damit bereits seinen dritten Tiebreak in Folge seit Turnierbeginn. Die Statistiken unterstrichen die Überlegenheit: 19 Asse, lediglich zwölf unerzwungene Fehler und eine Aufschlagquote von 79 Prozent gewonnener Punkte auf den ersten Aufschlag – Werte, die auf Rasen nahezu unerreichbar wirken.
Damm trotz beeindruckender Karriereentwicklung chancenlos
Dabei hatte Martin Damm Jr. durchaus Argumente mitgebracht. Der Amerikaner, der innerhalb eines einzigen Jahres um mehr als 400 Positionen im ATP-Ranking aufgestiegen war und bei Turnierbeginn auf Platz 106 stand, bestritt in Wimbledon 2026 seinen allerersten Grand-Slam-Hauptfeldauftritt überhaupt. Dass er die Partie mit zehn Assen und 36 Winnern nicht ganz so klar verlor, wie die Satzzahlen suggerieren könnten, zeigt das Potenzial des Aufsteigers – doch gegen Rinderknechs fehlerfreien Service fand er kein Mittel. Damm gewann kein einziges Return-Spiel und wandelte keinen einzigen Breakball.
Die Vorgeschichte der beiden hatte kurioserweise noch zugunsten des Amerikaners gesprochen: Im einzigen Direktduell, beim Challenger in Bordeaux im Mai 2026 auf Sand, hatte Damm Rinderknech in zwei Sätzen besiegt. Doch Rasen ist eine andere Welt – und Rinderknech ist auf diesem Belag zu Hause, wie bereits sein Challenger-Titel in Nottingham im Vorjahr bewies.
Punkte verteidigt, Blick nach vorne
Für Rinderknech war das Match auch eine Frage der ATP-Rankingpflege: Ein Drittrundeneinzug bei Wimbledon 2025 hatte ihm wertvolle Punkte eingebracht, die er 2026 zu verteidigen hatte. Mit dem klaren Sieg ist dieser Auftrag erfüllt. Sein Karrierehoch von Rang 24, erreicht im Mai 2026, rückt wieder in greifbare Nähe. In der dritten Runde trifft der Franzose nun auf den Sieger des Duells zwischen Roberto Bautista Agut und Alex De Minaur – eine deutlich härtere Prüfung wartet.