Davon profitiert vor allem WM-Leader Kimi Antonelli, der vom vierten auf den dritten Startplatz vorrückt. Charles Leclerc beginnt das Rennen als Vierter, dahinter stehen die beiden McLaren von Lando Norris und Oscar Piastri. Für George Russell verlief das Qualifying dagegen enttäuschend: Der Baku-Sieger wurde nur Achter und rückt durch Hadjars Strafe auf Position sieben vor.
Antonelli meldet Mercedes im dritten Training zurück
Nach den ersten beiden Trainingseinheiten war die Ausgangslage noch schwer einzuschätzen. Verstappen hatte am Freitagvormittag die Bestzeit gefahren, im zweiten Training lag Leclerc vorne. Dazu kamen die ungewöhnlichen Bedingungen auf einem Kurs, den die Formel 1 zuletzt 2017 befahren hatte.
Im dritten Training meldete sich Mercedes deutlich zurück. Antonelli setzte in 1:36,302 Minuten die Bestzeit und lag 0,278 Sekunden vor Verstappen. Hadjar bestätigte als Dritter die starke Form von Red Bull, während Russell auf Rang vier bereits mehr als sechs Zehntelsekunden verlor.
Die Hitze und der raue Asphalt blieben dabei ein zentraler Faktor. Die Reifen überhitzten schnell, wodurch kleine Fehler beim Einlenken oder Herausbeschleunigen unmittelbar Zeit kosteten. Gerade auf dem 5,543 Kilometer langen Sepang International Circuit ist der richtige Kompromiss schwierig: Die schnellen Kurven verlangen viel Abtrieb, auf den langen Geraden darf gleichzeitig nicht zu viel Luftwiderstand entstehen.
Verstappen übernimmt sofort das Kommando
Im Qualifying zeigte sich schnell, dass Verstappens Geschwindigkeit aus den Trainings kein Zufall gewesen war. Der Niederländer setzte bereits im ersten Abschnitt die Bestzeit und lag mit 1:36,477 Minuten vor der Konkurrenz.
Ferrari wählte zunächst einen etwas anderen Ansatz und schickte Hamilton und Leclerc auf den Medium-Reifen auf die Strecke, während der Großteil des Feldes Soft verwendete. Beide kamen dennoch problemlos weiter.
Für mehrere Fahrer war dagegen bereits früh Schluss. Nico Hülkenberg verbremste sich in Kurve 14 und verpasste als 17. knapp den Einzug in den nächsten Abschnitt. Hinter ihm folgten Oliver Bearman, Esteban Ocon, Alex Albon sowie die beiden Cadillac-Piloten Valtteri Bottas und Sergio Perez.
Aston Martin gelang dagegen ein kleines Erfolgserlebnis. Erstmals in dieser Saison erreichten Fernando Alonso und Lance Stroll gemeinsam den zweiten Qualifyingabschnitt.
Antonelli muss nach gestrichener Runde reagieren
Verstappen blieb auch im nächsten Abschnitt der schnellste Mann und steigerte sich auf 1:35,696 Minuten. Dahinter wurde es deutlich enger.
Antonelli geriet zwischenzeitlich unter Druck, weil seine erste schnelle Runde wegen Überschreitens der Streckenbegrenzung gestrichen wurde. Der Italiener musste dadurch einen zusätzlichen Satz Soft-Reifen verwenden, um sicher weiterzukommen. Mit einer 1:35,959 gelang ihm schließlich die zweitschnellste Zeit.
Der zusätzliche Reifenverbrauch sollte für den WM-Führenden im letzten Abschnitt noch eine Rolle spielen. Während die wichtigsten Konkurrenten zwei Versuche mit frischen Soft-Reifen fahren konnten, blieb Antonelli nur ein neuer Satz.
Liam Lawson verpasste als Elfter den Einzug in die Top Ten. Dahinter folgten Alonso, Carlos Sainz und Stroll. Franco Colapinto und Arvid Lindblad verzichteten auf eine eigene schnelle Runde und unterstützten ihre Teamkollegen mit Windschatten. Beide müssen aufgrund ihrer ohnehin feststehenden Motorenstrafen aus der letzten Startreihe losfahren.
Hamilton schiebt sich noch in die erste Startreihe
Im entscheidenden Abschnitt setzte Verstappen sofort ein Ausrufezeichen. Seine erste Runde von 1:35,250 Minuten hätte bereits für die Pole Position gereicht. Im letzten Versuch legte er aber noch einmal nach und verbesserte sich auf 1:35,130.
Hamilton gelang ebenfalls eine starke Schlussrunde. Ferrari hatte nach den schwierigen Trainings mehrere Änderungen am Setup vorgenommen und traf für das Qualifying eine deutlich bessere Abstimmung. Der siebenmalige Weltmeister rückte mit 1:35,428 Minuten auf Rang zwei vor und verdrängte Hadjar aus der ersten Startreihe.
Verstappen sprach anschließend von einem besonderen Erfolg, nachdem Red Bull zu Saisonbeginn deutlich hinter den Erwartungen geblieben war. Bereits in Baku hatte der Niederländer Russell bis zur Ziellinie unter Druck gesetzt, nun folgte die erste Pole Position des Jahres. Auch die Longruns am Freitag hatten gezeigt, dass Red Bull nicht nur auf einer Runde konkurrenzfähig ist.
Hadjar bestätigte den Aufwärtstrend des Teams mit Platz drei, seine fünf Positionen umfassende Strafe für einen neuen Verbrennungsmotor kostet ihn jedoch eine hervorragende Ausgangslage.
Mercedes und McLaren bleiben hinter den Erwartungen
Antonelli musste sich bei seinem einzigen echten Q3-Versuch mit Rang vier begnügen und startet durch Hadjars Rückversetzung dennoch als Dritter. Leclerc wurde nur 0,035 Sekunden hinter dem WM-Leader Fünfter und rückt ebenfalls eine Position auf.
McLaren blieb dagegen etwas hinter den Erwartungen. Norris und Piastri trennten lediglich fünf Tausendstelsekunden, doch mehr als die Plätze sechs und sieben waren nicht möglich. Besonders auf den Geraden fehlte dem McLaren Geschwindigkeit.
Noch enttäuschender verlief das Qualifying für Russell. Nach seinem Sieg in Baku und Rang zwei im ersten Training kam der Mercedes-Pilot nicht über die achtschnellste Zeit hinaus. Damit startet er als Siebter und muss aufpassen, dass Antonelli seinen bereits 66 Punkte großen Vorsprung in der Weltmeisterschaft nicht weiter ausbaut.
Für das Rennen bleibt die Ausgangslage dennoch offen. Der hohe Reifenverschleiß könnte mehrere Boxenstopps notwendig machen, zudem bietet Sepang mit seinen langen Geraden gute Überholmöglichkeiten. Verstappen startet erstmals in dieser Saison ganz vorne, Hamilton steht neben ihm, während Antonelli unmittelbar dahinter lauert. Der Grand Prix beginnt am Sonntag um 9:00 Uhr österreichischer Zeit.
Startaufstellung für den Bahrain Grand Prix in Malaysia
P1 – Max Verstappen – Red Bull
P2 – Lewis Hamilton – Ferrari
P3 – Kimi Antonelli – Mercedes
P4 – Charles Leclerc – Ferrari
P5 – Lando Norris – McLaren
P6 – Oscar Piastri – McLaren
P7 – George Russell – Mercedes
P8 – Isack Hadjar – Red Bull
P9 – Pierre Gasly – Alpine
P10 – Gabriel Bortoleto – Audi
P11 – Liam Lawson – Racing Bulls
P12 – Fernando Alonso – Aston Martin
P13 – Carlos Sainz – Williams
P14 – Lance Stroll – Aston Martin
P15 – Nico Hülkenberg – Audi
P16 – Oliver Bearman – Haas
P17 – Esteban Ocon – Haas
P18 – Alexander Albon – Williams
P19 – Valtteri Bottas – Cadillac
P20 – Sergio Perez – Cadillac
P21 – Franco Colapinto – Alpine
P22 – Arvid Lindblad – Racing Bulls