Starker Auftritt nach schwachem Start
Es war ein klassischer Drei-Satz-Krimi beim ATP Masters 1000 in Montreal: Zizou Bergs, als Nummer 31 gesetzt, musste im Duell mit dem Argentinier Sebastián Báez zunächst einen Rückschlag verkraften. Im ersten Satz agierte Báez konzentriert und zielstrebig, verwertete seine Breakchancen mit einer Effizienz von 100 Prozent und sicherte sich den Durchgang souverän mit 6:3. Die Fragezeichen hinter dem Belgier wuchsen – doch Bergs ließ sich nicht beirren.
Ab dem zweiten Satz veränderte sich das Bild grundlegend. Bergs dominierte mit seinem Aufschlag und unterstrich das mit sieben Assen über das gesamte Match. Seine Aufschlagquote stieg auf einen starken Wert: 81 Prozent der ersten Aufschläge gewann er direkt. Das ermöglichte ihm, das Spiel zu kontrollieren und den Druck auf Báez' Return-Spiel zu erhöhen. Der zweite Satz ging klar mit 6:3 an den Belgier – die Wende war vollzogen.
Machtdemonstration im dritten Satz
Was folgte, war eine Machtdemonstration. Im entscheidenden dritten Durchgang ließ Bergs kaum noch etwas zu. Er gewann insgesamt 31 Prozent der Return-Spiele, während Báez auf lediglich 15 Prozent kam und zunehmend Mühe hatte, eigene Breakbälle abzuwehren. Die Zahlen spiegeln die Überlegenheit deutlich wider: Bergs gewann 54 Prozent aller Punkte im Match, sicherte sich 85 Prozent seiner Aufschlagspiele und schloss den dritten Satz mit 6:2 ab.
Báez dagegen kämpfte, konnte aber an seine starke Leistung aus dem ersten Satz nicht mehr anknüpfen. Seine vier Doppelfehler im Vergleich zu Bergs' ebenfalls vier Doppelfehlern belasteten beide Spieler – doch während Bergs auf der Grundlinie zunehmend Sicherheit ausstrahlte, verlor der Argentinier den Faden. In der Statistik der gewonnenen Gesamtpunkte lag Bergs am Ende mit 54 zu 46 Prozent klar vorne.
Hintergrund und Ausblick
Für Bergs war es erst das zweite Aufeinandertreffen mit Báez – und erneut behielt der Belgier die Oberhand. Bereits 2024 bei den European Open in Antwerpen hatte Bergs das erste Duell für sich entschieden. Die Kopf-an-Kopf-Bilanz steht nun 2:0 für den Mann aus Lommel, der sich in diesem Jahr mit seinem ersten ATP-Tour-Titel in Eastbourne bereits in die Geschichtsbücher eingetragen hatte.
In Montreal profitiert das Tableau generell von einem offenen Wettbewerb, nachdem mehrere Top-Spieler nicht angetreten sind. Für Bergs ist das eine Chance, tief ins Turnier vorzudringen. Mit dieser Leistung – einem klaren Aufstieg nach Satzverlust – hat er gezeigt, dass er bereit ist, diese Chance auch zu nutzen. Im Achtelfinale wartet die nächste Herausforderung.