Was für eine Aufholjagd im IGA Stadium von Montreal: Shintaro Mochizuki verlor den ersten Satz des Qualifikationsfinales gegen Dane Sweeny mit 1:6 klar und deutlich, ehe der Japaner das Blatt wendete und am Ende mit 1:6, 7:6 (7:5), 6:3 die Oberhand behielt. Der 23-Jährige sicherte sich damit einen Platz im Hauptfeld eines der bedeutendsten ATP-Masters-1000-Turniere der Saison – und das ausgerechnet kurz vor den US Open.
Sweeny dominiert den Auftaktsatz
Der erste Satz war eine Machtdemonstration des Australiers. Dane Sweeny, der auf der Sunshine Coast aufgewachsen ist und von seinem Vater Clay Sweeny betreut wird, diktierte das Geschehen von der Grundlinie aus. Seinen Aufschlag brachte er solide durch, verwertete eigene Breakchancen konsequent und ließ Mochizuki kaum Luft zum Atmen. Das 6:1 widerspiegelte die klaren Kräfteverhältnisse in diesem Abschnitt unmissverständlich.
Die Statistiken unterstrichen Sweenys starken Start: Mit einer Erstaufschlagquote von 53 Prozent und 70 Prozent gewonnener Punkte hinter dem ersten Aufschlag dominierte er mit seinem Service über weite Strecken des Matches. Mochizuki hingegen fand zunächst keinen Rhythmus auf dem Hartplatz – ein Unterbelag, auf dem er 2026 zuvor nur in gut einem Drittel seiner Begegnungen erfolgreich gewesen war.
Der Tiebreak als Wendepunkt
Im zweiten Satz zeigte sich ein anderes Bild. Mochizuki steigerte sein Return-Spiel spürbar, wehrte gegnerische Breakbälle entschlossen ab und zwang die Partie in einen Tiebreak. Dort bewies er Nervenstärke: Mit 7:5 sicherte er sich den Durchgang und glich zum 1:1 aus. Sweeny hingegen leistete sich sechs Doppelfehler im gesamten Match, was den Aufbau eines stabilen Aufschlagspiels erschwerte.
Dieser Rückschlag schien den Australier zu treffen. Mochizuki, der wenige Wochen zuvor bei Wimbledon 2026 als Qualifikant die Runde der letzten 16 erreicht hatte – als erst vierter japanischer Mann in der Open Era, dem dieses Kunststück bei einem Grand Slam gelang –, schöpfte sichtlich Vertrauen aus diesem Erfolg.
Mochizuki setzt sich im Entscheidungssatz durch
Im dritten Satz übernahm Mochizuki die Kontrolle. Er verwertete seine Breakchancen, während Sweeny die eigenen nicht nutzen konnte. Das 6:3 war am Ende verdient. Die abschließende Statistik zeigte ein ausgeglichenes Bild beim Anteil gewonnener Punkte – beide Spieler kamen auf 50 Prozent –, doch Mochizuki erwies sich in den entscheidenden Momenten als cleverer und beständiger.
Für Dane Sweeny, der Anfang 2026 mit dem Gewinn des ATP-Challenger-Turniers Queensland International und seinem ersten Grand-Slam-Sieg beim Australian Open 2026 auf sich aufmerksam gemacht hatte, ist die Niederlage ein bitterer Rückschlag auf dem Weg ins Hauptfeld. Mochizuki hingegen tritt nun in der Hauptrunde der Canadian Open an – und darf nach diesem Comeback-Sieg mit breiter Brust in die nächste Runde gehen.