Pascal Wehrlein ist nach einem dramatischen Saisonfinale zum zweiten Mal Weltmeister der Formel E. Trotz eines turbulenten Rennens, eines Crashs und eines aufreibenden Duells mit einem Gegner sicherte sich der 31-jährige Porsche-Fahrer nach 2024 seinen zweiten Titel in der Elektrorennserie.
Als einziger Deutscher in der Formel-E-Geschichte hat Wehrlein damit zweimal den Gesamtsieg geholt. Entscheidend war am Ende, dass seine Konkurrenten Mitch Evans (Neuseeland/Jaguar) und Jake Dennis (Großbritannien/Andretti) nicht die nötigen Punkte einfahren konnten.
Evans wurde Vierter, Dennis blieb punktlos – auch weil er wie Wehrlein in einen Crash gegen Rennende verwickelt war, aus dem beide aber weiterfahren konnten. Besonders aufgewühlt zeigte sich Wehrlein über die Fahrweise von Antonio Felix da Costa, Evans‘ Teamkollegen bei Jaguar: Zur Rennhälfte lieferte sich Felix da Costa mit Wehrlein auf dem engen Londoner Stadtkurs seitenlange Zweikämpfe, drängte ihn schließlich ab und verschaffte damit Evans und Dennis wertvolle Positionen.
“Er hat 20 Runden lang versucht, mein Rennen und meine WM zu ruinieren”, polterte Wehrlein: “Das war eine der unsportlichsten und unfairsten Leistungen, die ich so erlebt habe. Das werde ich nicht vergessen.” Am Ende überlagerte jedoch die Freude den Ärger: “Wir haben dem Druck stand gehalten, haben geliefert.” Bereits am Samstag hatte Wehrlein den entscheidenden Vorsprung herausgefahren, als er das erste London-Rennen von der Pole Position aus dominierte.
Der Sigmaringer begann seine Titelkarriere als von Mercedes geförderter Nachwuchsfahrer, wurde 2015 zum jüngsten DTM-Champion, debütierte 2016 in der Formel 1 bei Manor und Sauber, bevor er 2019 in die Formel E wechselte.