Quansah steht bei Bayer Leverkusen zwar noch bis 2030 unter Vertrag, doch spätestens im kommenden Sommer könnte ein regelrechtes Tauziehen um den englischen Nationalspieler entstehen. Nach Informationen der „Sport Bild“ beobachten die Madrilenen den Innenverteidiger inzwischen sehr genau. Auch Chelsea soll sich bereits nach ihm erkundigt haben, während Arsenal im vergangenen Transferfenster sogar einen konkreten Vorstoß unternommen haben soll.
Wechsel nach Leverkusen als entscheidender Karriereschritt
Quansahs Entwicklung zeigt, wie schnell sich die Ausgangslage verändern kann. Der Liverpool-Eigenbauspieler kam bereits als Fünfjähriger in die Nachwuchsakademie der Reds und schaffte unter Jürgen Klopp den Durchbruch. Insgesamt absolvierte er 58 Pflichtspiele für die Profimannschaft, ehe Liverpool ihn im Sommer 2025 für rund 35 Millionen Euro nach Leverkusen ziehen ließ.
In Deutschland bekam Quansah genau jene regelmäßige Spielpraxis, die ihm an der Anfield Road fehlte. In seiner ersten Saison kam er wettbewerbsübergreifend auf 46 Einsätze und fünf Tore. In der Champions League absolvierte er elf Partien, in der Bundesliga gehörte er über weite Strecken zum Stammpersonal. Seine Schnelligkeit, seine körperliche Präsenz und vor allem die Qualität im Spielaufbau machten ihn rasch zu einer wichtigen Stütze der Werkself.
Der Wechsel zahlte sich auch international aus. Quansah debütierte im November 2025 für die englische A-Nationalmannschaft, gehörte anschließend zum WM-Kader von Thomas Tuchel und kam beim Turnier mehrfach zum Einsatz. Inzwischen wird er von Tuchel nicht nur als Innenverteidiger, sondern auch rechts in der Viererkette eingesetzt. Beim Nations-League-Spiel gegen Spanien erhielt er dort sogar den Vorzug gegenüber Trent Alexander-Arnold. Zuletzt saß er gegen Tschechien zwecks Belastungssteuerung auf der Bank.
Real Madrid beobachtet Quansah intensiv
Damit ist Quansah längst auch für die absolute europäische Spitze interessant. Besonders konkret erscheint derzeit das Interesse von Real Madrid. Laut „Sport Bild“ lassen die Königlichen den Engländer regelmäßig beobachten. Hintergrund ist auch die mittel- bis langfristige Kaderplanung in der Innenverteidigung: Real dürfte spätestens im kommenden Sommer erneut nach Verstärkungen für das Abwehrzentrum suchen.
Ein Angebot gibt es derzeit allerdings nicht. Quansah befindet sich vielmehr auf der Shortlist der Madrilenen. Seine Vielseitigkeit dürfte dabei zusätzlich attraktiv sein: Der 1,90 Meter große Rechtsfuß kann im Zentrum ebenso eingesetzt werden wie als defensiver Rechtsverteidiger.
Auch Chelsea soll bereits Informationen über Quansah eingeholt haben.
Arsenal scheiterte bereits mit einem Vorstoß
Deutlich weiter ging Arsenal. Bereits im August berichtete David Ornstein, dass die Gunners Quansah als mögliche Verstärkung für ihre Defensive identifiziert hatten. Leverkusen wollte den Verteidiger allerdings nicht abgeben, während Quansah einem möglichen Wechsel nach London grundsätzlich offen gegenübergestanden haben soll.
Nach jüngeren Berichten soll Arsenal im Sommer sogar rund 65 Millionen Euro geboten haben. Leverkusen lehnte demnach ab. Die Werkself konnte sich diese Haltung leisten: Quansahs Vertrag läuft noch vier weitere Jahre, entsprechend besteht kein besonderer Verkaufsdruck.
Liverpool besitzt offenbar erneut eine Rückkaufoption
Besonders interessant ist die Rolle des Liverpool FC. Beim Verkauf nach Leverkusen sicherten sich die Reds Rückkaufrechte. Eine für den Sommer 2026 geltende Option wurde nicht gezogen und lief aus – ein Umstand, über den unter anderem bereits „The Athletic“ und der „Guardian“ berichteten.
Laut aktuellen Informationen der „Sport Bild“ existiert für den Sommer 2027 jedoch eine weitere Klausel. Liverpool könne Quansah bis zum 15. Juni für rund 70 Millionen Euro zurückholen. Dem Bericht zufolge gilt es sogar als durchaus wahrscheinlich, dass die Reds diese Möglichkeit nutzen. Ob Quansah anschließend tatsächlich dauerhaft nach Anfield zurückkehrt, ist allerdings offen. Auch ein sofortiger Weiterverkauf zu einem noch höheren Preis wird als Szenario genannt.
Für Leverkusen zeichnet sich damit eine komfortable, aber möglicherweise nur noch vorübergehende Situation ab. Quansah ist sportlich klarer Leistungsträger, besitzt einen langfristigen Vertrag und könnte gleichzeitig einen enormen Transfergewinn einbringen. Real Madrid beobachtet, Chelsea hat angeklopft, Arsenal hat bereits einen Versuch unternommen – und Liverpool hält möglicherweise den wichtigsten Trumpf in der Hand. Spätestens im Sommer 2027 könnte Quansah damit zu einer der spannendsten Personalien des europäischen Transfermarkts werden.