Es hätte ein klarer Erfolg für Benjamin Bonzi werden können – doch am Ende stand Dušan Lajović als Sieger da. Der Serbe gewann das Qualifikationsduell beim ATP-Masters-1000-Turnier in Cincinnati mit 2:6, 7:6, 7:6 und bewies dabei außerordentliche Nervenstärke in den entscheidenden Momenten.
Bonzi dominiert den Auftaktsatz
Der erste Satz gehörte klar dem Franzosen. Bonzi, der als Weltranglistenposition 103 mit einem deutlichen Ranking-Vorsprung vor dem auf Platz 149 geführten Lajović ins Match gegangen war, kontrollierte die Partie von der Grundlinie aus und gab den Satz mit 6:2 an sich. Sein zweihändiges Rückhandspiel auf dem Outdoor-Hartplatz funktionierte von Beginn an, und Lajović, der als ausgewiesener Sandplatzspezialist gilt, fand auf dem schnellen Belag zunächst keinen Rhythmus. Auch die Zahlen des ersten Satzes sprachen eine deutliche Sprache.
Lajović dreht das Match über zwei Tiebreaks
Doch der Serbe gab nicht auf. Im zweiten Satz entwickelte sich ein ausgeglichenes Duell, das erst im Tiebreak entschieden wurde – und dort zeigte Lajović seine beste Qualität: Er gewann den Durchgang mit 7:2 und glich so auf 1:1 Sätze aus. Der dritte Satz folgte demselben Muster: Kein Spieler konnte sich entscheidend absetzen, wieder musste ein Tiebreak die Entscheidung bringen. Diesmal ging es noch enger zu – Lajović setzte sich mit 9:7 durch und sicherte sich damit den Gesamtsieg.
Statistisch verlief das Match nahezu ausgeglichen. Lajović gewann 69 Prozent seiner Aufschlagspiele bei eigenem Aufschlag, Bonzi sogar 94 Prozent. Der entscheidende Unterschied lag in den Tiebreaks, nicht in den Aufschlagspielen selbst. Lajović wehrte in der Summe weniger Breakbälle ab als sein Gegner – er ließ mehr Breakbälle des Franzosen zu und verwertete seinerseits nur 14 Prozent der eigenen Breakchancen. Bonzi dagegen verwertete 43 Prozent seiner Breakbälle. Dennoch reichte es für Lajović, weil er in den beiden Kurzentscheidungen die Nerven behielt.
Bonzi unterliefen im Verlauf der drei Sätze 46 unerzwungene Fehler – vier mehr als Lajović. Zudem produzierte der Franzose fünf Doppelfehler, ebenso viele wie sein Gegenüber. Seine elf Asse standen sieben Assen Lajovićs gegenüber, doch die starke Aufschlagstatistik nutzte Bonzi letztlich nichts, weil er in den Tiebreaks den Kürzeren zog.
Lajović mit wichtigem Schritt Richtung Hauptfeld
Für Lajović ist der Erfolg ein bedeutender Schritt auf dem Weg ins Hauptfeld eines der wichtigsten Masters-1000-Turniere der Saison. Der 36-Jährige, der seine Karrierehöchstrangliste von Platz 23 im Jahr 2019 längst hinter sich gelassen hat, zeigte zuletzt beim Lexington Challenger mit dem Einzug ins Halbfinale aufsteigende Form. Dieses Comeback gegen Bonzi, der beim einzigen Vorduell beider Spieler 2023 in Paris noch mit 7:5, 6:3 die Oberhand behalten hatte, dürfte Lajovićs Selbstvertrauen weiter stärken. Cincinnati – das letzte große Hartplatzturnier vor den US Open – bleibt für ihn vorerst noch ein Ziel, dem er nun wieder einen Schritt nähergekommen ist.