Rafael Jódar Camacho gewann beim Shanghai Masters ein fast dreistündiges Drittrundenduell gegen Jiří Lehečka mit 4:6, 7:6, 6:4. Der Spanier verlor den ersten Satz, fand danach aber zu mehr Aggressivität und entschied die Partie nach einer eindrucksvollen Aufholjagd für sich. Mit dem Erfolg zog er ins Achtelfinale ein und machte einen wichtigen Schritt im Kampf um die Qualifikation für die ATP Finals 2026.
Lehečka kontrollierte den ersten Satz
Jiří Lehečka erwischte den besseren Start. Der Tscheche nahm Rafael Jódar Camacho bereits im dritten Spiel den Aufschlag ab und setzte anschließend auf ein konstantes, flaches Aufschlagspiel. Jódar fand zunächst kaum Zugang zum Rhythmus der Partie. Lehečka hielt den Druck von der Grundlinie aufrecht, diktierte viele Ballwechsel und baute seine Führung ohne größere Schwankungen aus.
Der erste Satz ging mit 6:4 an Lehečka. Aus Sicht von Jódar war vor allem der fehlende Zugriff im Return-Spiel entscheidend. Lehečka servierte sicher, suchte früh den Weg in die Ballwechsel und zwang den Spanier häufig zu schwierigen Schlägen aus der Defensive.
Jódar erzwang den Ausgleich
Im zweiten Satz veränderte sich das Bild. Lehečka agierte nicht mehr mit derselben Präzision, während Jódar mutiger nach vorn spielte und die Ballwechsel früher beschleunigte. Der Spanier attackierte Lehečkas Aufschlag konsequenter und brachte den Satz in ein ausgeglichenes Tiebreak.
Dort blieb Jódar der aktivere Spieler. Er setzte Lehečka mit druckvollen Returns unter Druck, nutzte seine Chancen und entschied den Tiebreak mit 7:2 für sich. Damit glich er nach Sätzen aus. Besonders wichtig war, dass Jódar nach dem Rückschlag im ersten Satz nicht passiv wurde, sondern sein Grundlinienspiel sichtbar offensiver ausrichtete.
Entscheidendes Break im dritten Satz
Im Entscheidungssatz hielten zunächst beide Spieler ihre Aufschlagspiele. Die Partie blieb eng, jeder längere Ballwechsel erhöhte den Druck. Jódar bewegte sich aufmerksam von der Grundlinie und wartete geduldig auf die Gelegenheit, Lehečkas Aufschlag erneut anzugreifen.
Diese Gelegenheit nutzte der Spanier zum entscheidenden Break. Anschließend behauptete er die Führung und brachte den Satz mit 6:4 nach Hause. Damit ging auch das Match an Jódar. Lehečka wehrte sich bis zum Schluss, konnte die Wende aber nicht mehr einleiten.
Statistik unterstrich Jódars Stabilität
Die Match-Statistik zeigte, wie eng die Partie trotz des Erfolgs blieb. Jódar gewann 51 Prozent der Punkte und schlug drei Asse. Gleichzeitig unterliefen ihm keine Doppelfehler, was seine Stabilität in den entscheidenden Phasen unterstrich.
Lehečka schlug zwar zehn Asse und erzielte 34 Winner, produzierte aber auch 46 unerzwungene Fehler. Jódar kam auf 24 Winner und 20 unerzwungene Fehler. Der Spanier gewann zudem 69 Prozent der Punkte beim ersten Aufschlag und blieb im dritten Satz in den wichtigen Momenten klarer.
Für Jódar war es bereits die zweite Aufholjagd in diesem Turnier. In seiner Erstrundenpartie gegen Thiago Agustín Tirante hatte er nach einem verlorenen ersten Satz ebenfalls noch gewonnen. Gegen Lehečka bestätigte er nun seine Widerstandskraft und verbesserte zugleich seine Head-to-Head-Bilanz, die vor dem Match bei 1:0 gelegen hatte.