Alexander Zverev gewann das Finale der US Open gegen Ben Shelton mit 6:3, 7:6, 5:7, 6:2. Der topgesetzte Deutsche setzte sich damit im bedeutendsten Spiel des letzten Grand-Slam-Turniers der Saison durch und holte seinen zweiten Major-Titel des Jahres. Für Benjamin Todd Shelton war es das erste Grand-Slam-Finale seiner Karriere. Der Lokalmatador musste sich vor knapp 24.000 lautstarken Fans im Arthur Ashe Stadium geschlagen geben.
Zverev legte im ersten Satz den Grundstein
Zverev begann konzentriert und nahm Shelton gleich dessen erstes Aufschlagspiel ab. Beim Stand von 5:3 folgte das zweite Break. Beide Breaks gingen auf Doppelfehler des Amerikaners zurück, der im ersten Satz keinen stabilen Rhythmus bei eigenem Aufschlag fand. Zverev nutzte die frühe Führung konsequent und gewann den Satz mit 6:3.
Auch die Zahlen unterstrichen seine Kontrolle. Zverev gewann 95 Prozent seiner Aufschlagspiele und holte 73 Prozent der Punkte bei eigenem Aufschlag. Besonders wirkungsvoll war sein erster Aufschlag: 85 Prozent der Punkte bei dem ersten Aufschlag gingen an den Deutschen. Shelton gewann dagegen nur 81 Prozent seiner Aufschlagspiele und musste sich im ersten Satz früh aus der Defensive lösen.
Der Tiebreak ging klar an den Deutschen
Im zweiten Satz steigerte sich Ben Shelton. Der Amerikaner hielt sein Return-Spiel besser zusammen und setzte Zverev bei 4:5 und 5:6 unter Druck. Der Deutsche wehrte die kritischen Situationen jedoch ab und brachte den Satz in den Tiebreak. Dort übernahm Zverev sofort die Kontrolle. Er führte 5:0, blieb auch danach entschlossen und gewann den Tiebreak mit 7:2. Damit ging der zweite Satz mit 7:6 an Alexander Zverev, während Shelton ihn aus seiner Sicht mit 6:7 verlor.
Zverev hatte über weite Strecken des Matches nur einen einzigen Breakball gegen sich. Zudem hielt er bis zum letzten Spiel des dritten Satzes 66 Aufschlagspiele in Folge. Eine Verwarnung wegen einer Time Violation bei eigenem Aufschlag brachte ihn ebenfalls nicht aus der Ruhe.
Shelton erzwang die Wende nur kurz
Im dritten Satz blieb Shelton zunächst geduldig. Beim Stand von 5:6 nutzte er uncharakteristische Fehler Zverevs und erspielte sich erstmals im Match ein Break. Shelton verwertete diese Chance zum Satzgewinn und holte den Durchgang mit 7:5. Aus seiner Sicht lautete der Satz damit 7:5, aus Zverevs Sicht 5:7. Kurzzeitig schien das Finale eine neue Richtung zu nehmen.
Die Antwort des Deutschen folgte jedoch sofort. Shelton verlor im ersten Spiel des vierten Satzes seinen Aufschlag. Nach einer langen Rally mit 24 Punkten erzwang Zverev auf der Rückhandseite einen unerzwungenen Fehler des Amerikaners. Damit übernahm er wieder die Kontrolle und unterbrach Sheltons Aufschwung unmittelbar.
Zverev vollendete seine Machtdemonstration
Im vierten Satz spielte Zverev nahezu fehlerlos. Shelton fand gegen das Grundlinienspiel und den Aufschlag des Deutschen nur noch selten Lösungen. Im siebten Spiel gelang Zverev das nächste Break. Anschließend verwandelte er seinen ersten Matchball und gewann den Satz mit 6:2. Erst danach realisierte der Deutsche, dass das Finale beendet war.
Die Statistik spiegelte Zverevs Überlegenheit wider: Er gewann 53 Prozent der Punkte insgesamt und 56 Prozent der Spiele, Shelton kam jeweils auf 47 beziehungsweise 44 Prozent. Zverev machte 31 unerzwungene Fehler, Shelton 47. Zudem gewann der Deutsche 86 Prozent seiner Punkte am Netz und verwertete 67 Prozent seiner Breakbälle, während Shelton nur 33 Prozent seiner Breakbälle nutzte.
Der Erfolg hatte historische Bedeutung. Zverev war bei den US Open erstmals als Nummer eins der Setzliste in ein Grand-Slam-Turnier gegangen. Nach seinem Sieg bei den French Open war der Titel in New York sein zweiter Grand-Slam-Titel in derselben Saison. Damit wurde er zum vierten Mann der Open Era, dem dieses Kunststück gelang, und zum ersten Deutschen seit Boris Becker 1989, der das Herren-Einzel der US Open gewann.