Kitzbühel, 19. Juli 2026. Auf dem roten Sand der Generali Open Kitzbühel, die in diesem Jahr ihre 82. Auflage erleben, hat Kilian Feldbausch eindrucksvoll demonstriert, warum er zu den aufstrebenden Talenten der ATP-Tour zählt. Der 20-jährige Schweizer aus Genf besiegte im Qualifikationsfinale den Tiroler Sandro Kopp mit 6:0, 6:4 und sicherte sich damit einen Startplatz im Hauptfeld des ATP-250-Turniers.
Ein erster Satz ohne Wenn und Aber
Vom ersten Aufschlag an deutete wenig darauf hin, dass Kopp diesem Feldbausch Paroli bieten könnte. Der Schweizer dominierte den ersten Satz nach allen Regeln der Kunst: eine Aufschlagquote von 65 Prozent kombiniert mit einer Gewinnquote von 81 Prozent, ließ dem Österreicher kaum Luft zum Atmen. Im Return-Spiel war Feldbausch ebenso gnadenlos effektiv – 63 Prozent seiner Return-Games konnte er für sich entscheiden. Das Ergebnis war ein eindeutiger Satz: 6:0, schnörkellos und unmissverständlich.
Kopp, der in der ersten Qualifikationsrunde noch eindrucksvoll den erfahrenen Franzosen Pierre-Hugues Herbert mit 6:4, 6:4 aus dem Turnier geworfen hatte, fand diesmal zu keinem Moment in die Partie. Sein Aufschlagspiel blieb mit einer Service-Gewinnquote von lediglich 38 Prozent weit unter dem Niveau, das es gebraucht hätte, um dem Schweizer Druck zu machen.
Zweiter Satz: Kopp kämpft, Feldbausch hält stand
Im zweiten Durchgang zeigte Sandro Kopp zumindest Gegenwehr. Dem Tiroler, der in Kramsach aufgewachsen ist und für den ein Einzug ins Kitzbüheler Hauptfeld ein lang gehegter Traum gewesen wäre, gelang es, das Niveau ein Stück anzuheben. Mit einer Erfolgsquote von 50 Prozent bei seinen zwei Breakchancen konnte er punktuell Nadelstiche setzen. Der Satz endete 6:4 aus Sicht von Feldbausch – ein Ergebnis, das die zwischenzeitliche Hoffnung des Heimfavoriten am Ende nicht belohnte.
Feldbausch seinerseits blieb die gesamte Partie über fehlerfrei: kein einziger Doppelfehler, dafür 75 Prozent gewonnene Servicepunkte und 55 Prozent gewonnene Return-Punkte. Diese Konstanz ist kein Zufall, sondern das Ergebnis harter Arbeit – und wohl auch der Handschrift seiner Trainerin und Mutter Cathy Feldbausch-Caverzasio, die einst selbst Rang 36 der WTA-Weltrangliste erklomm.
Ein Schweizer Talent setzt seinen Aufstieg fort
Der Einzug ins Hauptfeld von Kitzbühel ist die logische Fortsetzung eines starken Jahres für Feldbausch. 2026 hatte er bereits beim Košice Open seinen ersten Challenger-Titel geholt und damit erstmals die Top 300 der ATP-Weltrangliste erreicht. Mit der aktuellen Bestmarke von ATP-Rang 262 steht der 20-Jährige vor den wichtigsten Wochen seiner noch jungen Karriere.
Für Sandro Kopp hingegen endet das Turnier früher als erhofft. Der 26-jährige Tiroler, der mit ATP-Rang 291 ebenfalls an seiner persönlichen Bestmarke kratzte, hatte alles gegeben – doch an diesem Tag war Kilian Feldbausch schlicht eine Klasse für sich.