Es war ein langer Weg bis zu diesem Moment – und er führte über Court 15. Zizou Bergs hat bei Wimbledon 2026 die zweite Runde überstanden und den Portugiesen Jaime Faria mit 7:6 (8:6), 4:6, 6:2, 6:3 bezwungen. Für den 27-jährigen Belgier ist es ein historischer Schritt: Bei seinen drei vorangegangenen Wimbledon-Teilnahmen in 2022, 2024 und 2025 hatte er kein einziges Match gewonnen. Nun steht er erstmals in der Runde der 16 – und trifft dort auf den britischen Wildcard-Inhaber Arthur Fery.
Erster Satz im Tiebreak entschieden
Das Duell begann ausgeglichen und spannungsgeladen. Bergs breakte früh, doch Faria antwortete sofort mit dem Re-Break zum 1:1. Im weiteren Verlauf vergab Bergs weitere Breakchancen – unter anderem beim Stand von 2:2 und 5:5 – ohne sie zu verwandeln. So musste der Satz im Tiebreak entschieden werden. Dort bewies Bergs die nötige Nervenstärke und sicherte sich den ersten Durchgang mit 8:6 im Tiebreak. Aufschlagstark präsentierte er sich dabei von Beginn an: Am Ende der Partie standen 16 Asse auf seiner Seite zu Buche, bei einer ersten Aufschlagquote von 81 Prozent gewonnener Punkte.
Faria dreht auf – Bergs antwortet
Im zweiten Satz übernahm Faria das Kommando. Der 22-Jährige, der sich als Qualifikant durch die Vorrundenrunden gespielt hatte, breakte Bergs gleich zu Beginn und baute seinen Vorsprung auf 5:2 aus. Bergs schaffte zwar noch einen Gegendurchbruch, doch der Satzverlust zum 4:6 ließ sich nicht abwenden. Faria, der in dieser Saison auch bei Roland-Garros mit Siegen über namhafte Gegner auf sich aufmerksam gemacht hatte, demonstrierte damit seine Qualitäten im Return-Spiel – er gewann 60 Prozent der Punkte beim Return auf den zweiten Aufschlag.
Doch Bergs ließ sich nicht beirren. Nach dem Ausgleichsstand von 2:2 im dritten Satz übernahm er die Kontrolle vollständig und gewann sieben Spiele in Serie. Das 6:2 war ein klares Statement. Im vierten Satz führte Bergs schnell mit 3:0, Faria kämpfte sich noch einmal auf 3:3 heran – doch Bergs ließ nichts mehr anbrennen und brachte den Sieg mit 6:3 ins Ziel. In der Gesamtbilanz gewann er 56 Prozent aller Spiele und hielt seine unerzwungenen Fehler mit 29 deutlich unter dem Wert seines Gegners (39).
Historische Bestleistung und Ausblick
Mit dem Einzug in die dritte Runde egalisiert Bergs seine persönliche Bestmarke bei einem Grand-Slam-Turnier – zuvor war ihm das im Frühjahr 2024 bei Roland-Garros gelungen. Dass er ausgerechnet in Wimbledon diesen Meilenstein setzt, verleiht dem Ergebnis besonderes Gewicht: Nur wenige Wochen zuvor hatte er in Eastbourne seinen ersten ATP-Titel auf der Haupttour gewonnen, im Finale gegen Ugo Humbert. Die Rasen-Form stimmt also. Für Jaime Faria endet ein ordentliches Turnier, bei dem er als Qualifikant das Hauptfeld erreicht hatte – er musste sich trotz 31 Winners letztlich der höheren Konstanz des Belgiers geschlagen geben. Bergs wartet nun auf Arthur Fery und die Chance auf die zweite Turnierwoche.