Es war ein Match, das alle fünf Sätze brauchte, um seinen Sieger zu finden: Zachary Svajda setzte sich am 2. Juli 2026 gegen den Polen Kamil Majchrzak mit 2:6, 6:2, 6:7, 6:4, 6:3 durch und zog damit in die dritte Runde von Wimbledon ein. Für Majchrzak, der mit dem frischen Rasentitel von 's-Hertogenbosch im Gepäck angereist war und auf den zweiten Achtelfinaleinzug in Folge gehofft hatte, bedeutete die Niederlage ein frühes Aus.
Majchrzak setzt früh ein Zeichen
Der erste Satz gehörte klar dem Polen. Majchrzak brach Svajdas Aufschlag bereits im Eröffnungsspiel, baute seinen Vorsprung auf 4:2 aus und ließ beim 6:2 nichts mehr anbrennen. Die Zahlen untermauerten seine Dominanz: Seine Aufschlagquote lag bei 68 Prozent, und er ließ dem Amerikaner auf dem eigenen Service kaum Chancen. Svajda wirkte zunächst gehemmt, fand keinen Rhythmus im Return-Spiel und konnte die Aggressivität des Weltranglisten-45. nicht kontern.
Im zweiten Satz vollzog sich die Wende. Svajda begann, Majchrzaks Aufschlag besser zu lesen, erzwang dreimal den Break und gewann den Durchgang mit 6:2. Plötzlich war die Begegnung wieder offen – ein klassischer Schaukampf auf dem Rasen des All England Club.
Tiebreak als Schlüsselmoment
Der dritte Satz entwickelte sich zum taktischen Duell. Majchrzak drängte bei einem Stand von 2:2 mit drei Breakbällen auf die Entscheidung, doch Svajda wehrte alle ab. Weil kein Break gelang, musste ein Tiebreak her. Darin führte Majchrzak zunächst mit 3:1, Svajda kämpfte sich heran – doch ab dem Stand von 5:5 punktete der Pole zweimal in Serie und schnappte sich den Satz mit 7:5 im Tiebreak. Er lag nun mit zwei Sätzen zu eins vorne und schien auf Kurs Richtung Achtelfinale.
Doch Svajda gab nicht auf. Vor dem vierten Satz nahm er eine medizinische Auszeit, sammelte sich – und kehrte verändert zurück. Er wehrte zwei Breakbälle ab, verwandelte dann selbst den dritten und sicherte sich das entscheidende Break im zweiten Spiel des Satzes. Mit dem 6:4-Satzgewinn erzwang er den fünften Durchgang.
Svajda beweist Nervenstärke im Entscheidungssatz
Im fünften Satz geriet Majchrzak früh unter Druck. Er verlor seinen Aufschlag in einem Schlüsselmoment und fand danach keine Mittel mehr, um das Spiel zu drehen. Svajda spielte geduldig, fehlerarm und verwandelte den Matchball mit kühlem Kopf zum 6:3-Endstand. Seine Breakquote von 60 Prozent über das gesamte Match erzählte die Geschichte dieses Sieges: Wenn es darauf ankam, nutzte der Amerikaner seine Chancen.
Es war ein Sieg mit besonderer Bedeutung. Svajda, 23 Jahre alt und aktuell auf ATP-Rang 66, verlor im Oktober 2025 seinen Vater Tom, der ihn seit dem zweiten Lebensjahr an den Tennissport herangeführt hatte und über viele Jahre sein Trainer war. Dass er nun auf dem heiligen Rasen von Wimbledon in die dritte Runde vormarschiert, gibt diesem Turnierverlauf eine persönliche Note.
Für Kamil Majchrzak ist die Niederlage ein bitterer Rückschlag. Erst wenige Wochen zuvor hatte er in 's-Hertogenbosch auf dem Weg zum Titel drei Top-10-Spieler bezwungen – darunter Daniil Medvedev und ausgerechnet Alex de Minaur, auf den Svajda in der nächsten Runde nun trifft. Als erst dritter polnischer Spieler der Open Era, der einen ATP-Titel gewann, war Majchrzak mit großen Erwartungen nach London gereist. Der Traum vom zweiten Wimbledon-Achtelfinale in Folge ist vorzeitig geplatzt.