Michael Zheng hat im Halbfinale der Cincinnati Open eine beeindruckende Aufholjagd vollbracht. Der amerikanische Tennisprofi bezwang den tunesischen Weltranglistenersten Afrikas, Moez Echargui, nach drei Sätzen mit 7:5, 2:6 und 4:6. Ein Match, das alle Dramatik bot, die ein Halbfinale auf dem Outdoor-Hartplatz eines Masters-1000-Turniers bereithalten kann.
Echargui holt sich den ersten Satz
Der Auftaktsatz verlief ausgeglichen, entwickelte sich jedoch zunehmend zugunsten von Echargui. Der Tunesier, der seine bisherige Karrierebestranking von Platz 134 der Weltrangliste Ende 2025 erreicht hatte, zeigte solides Grundlinienspiel und nutzte Zhengs Schwankungen konsequent aus. Beim Stand von 5:5 erspielte sich Echargui entscheidende Chancen, verwertete sie und sicherte sich den ersten Satz mit 7:5. Zheng ließ dabei zu viele Breakbälle zu und schlug mit 55 unerzwungenen Fehlern über das gesamte Match auffallend ungenau.
Zheng dreht das Match im zweiten Satz
Im zweiten Durchgang präsentierte sich Zheng wie ausgewechselt. Der 22-Jährige aus Chesapeake, Virginia, der 2024 und 2025 die NCAA-Einzelmeisterschaft gewann und damit als erster Spieler seit Steve Johnson zwei Titel in Folge holte, dominierte mit seinem Aufschlag. Er gewann 68 Prozent der Punkte bei seinem ersten Aufschlag und verwertete seine Breakchancen in bemerkenswerter Regelmäßigkeit: Seine Quote verwerteter Breakbälle lag am Ende des Matches bei 86 Prozent. Echargui hingegen wehrte lediglich 14 Prozent der Breakbälle ab – ein Wert, der den zweiten Satz mit 6:2 an Zheng gehen ließ.
Dritter Satz entscheidet – Zheng setzt sich durch
Der entscheidende dritte Satz war eng und intensiv. Echargui versuchte, an seinen starken ersten Satz anzuknüpfen, doch Zheng ließ sich diesmal nicht beirren. Er gewann 73 Prozent seiner Aufschlagspiele und sorgte im Return-Spiel kontinuierlich für Druck. Bei 4:4 kippte die Partie endgültig: Zheng brach den Aufschlag seines Gegners, sicherte daraufhin sein eigenes Aufschlagspiel und gewann den Satz mit 6:4.
In der Gesamtbetrachtung spiegelte die Statistik Zhengs Überlegenheit in den entscheidenden Phasen wider. Er gewann 53 Prozent aller Punkte und erzielte 26 Winner gegenüber lediglich 14 bei Echargui. Zhengs Aufstieg in die Weltspitze setzt sich damit eindrucksvoll fort – der Amerikaner, der noch 2025 auf Platz 759 der ATP-Rangliste geführt wurde, steht nun im Finale eines Masters-1000-Turniers. Für Echargui, aktuell die Nummer 1 Afrikas, war das Halbfinale gleichzeitig eine Bestätigung seines Niveaus und eine schmerzliche Erinnerung daran, dass eine Quote abgewehrter Breakbälle von 14 Prozent auf diesem Niveau nicht ausreicht.