Der deutliche Endstand erzählt allerdings nur einen Teil der Geschichte. Straßburg hielt im Stade Vélodrome eine Halbzeit lang gut dagegen und ging mit einem 0:0 in die Kabine. Erst nach dem Seitenwechsel erhöhte Marseille das Tempo, ehe ein Ausschluss bei den Gästen die Kräfteverhältnisse endgültig zugunsten der Hausherren verschob.
Marseille schlägt direkt nach der Pause zu
Nur wenige Sekunden nach Wiederbeginn fiel das erste Tor der französischen Meisterschaft 2026/27. Igor Paixão setzte sich auf der linken Seite durch und spielte zu Angel Gomes, der den freistehenden Gouiri bediente. Der algerische Nationalspieler nahm den Ball direkt und brachte Marseille in der 46. Minute mit 1:0 in Führung.
Bis dahin hatte Straßburg durchaus gut dagegengehalten. Filip Jörgensen verhinderte im Tor der Gäste mehrfach einen Rückstand, während Marseille-Schlussmann Jeffrey de Lange bei einem Abschluss von Gessime Yassine gefordert war. Genesio vermisste vor der Pause vor allem mehr Durchschlagskraft im letzten Drittel – genau die zeigte seine Mannschaft unmittelbar nach dem Seitenwechsel.
In der 59. Minute schwächte sich Straßburg selbst: Samir El-Mourabet sah nach VAR-Eingriff wegen eines Fouls an Pierre-Emile Højbjerg die Rote Karte, womit die ohnehin schwierige Aufgabe noch komplizierter wurde. Wenig später foulte Guéla Doué den auffälligen Paixão im Strafraum. Gouiri verwandelte den fälligen Elfmeter in der 68. Minute und schnürte damit seinen Doppelpack.
Marseille legt in der Schlussphase nach
Mit einem Mann mehr ließ Marseille nichts mehr anbrennen. Genesio wechselte in der Schlussphase frische Kräfte ein und wurde dafür belohnt. Der eingewechselte Keyliane Abdallah erzielte in der 89. Minute sein erstes Tor für die Profimannschaft von OM.
Den Schlusspunkt setzte Højbjerg in der Nachspielzeit. Der Däne traf mit einem Distanzschuss zum 4:0 und krönte damit einen Abend, an dem Marseille vor allem nach der Pause offensiv überzeugte.
Für OM war es bereits das achte Mal in seiner Ligue-1-Geschichte, dass der Klub sein erstes Saisonspiel mit mindestens vier Toren Unterschied gewann. Kein anderer Verein schaffte dies häufiger als viermal.
Genesio konnte damit einen gelungenen Pflichtspieleinstand feiern. Der 59-Jährige übernahm Marseille im Sommer nach zwei Jahren beim LOSC Lille und soll OM wieder näher an die Spitze des französischen Fußballs führen.
PSG rüstet auf, Marseille muss noch verkaufen
Wie schwierig diese Aufgabe wird, zeigt ein Blick auf den Transfermarkt. Paris Saint-Germain geht erneut als klarer Favorit in die Saison und verstärkte seinen ohnehin hochkarätigen Kader weiter. Für rund 50 Millionen Euro kam Maghnes Akliouche von der AS Monaco. Weltmeister Ferran Torres wechselte ebenfalls für eine kolportierte Ablöse von rund 50 Millionen Euro vom FC Barcelona nach Paris, außerdem verpflichtete PSG den belgischen Flügelspieler Mika Godts von Ajax Amsterdam. Für ihn kann die Ablöse inklusive Boni auf bis zu 55 Millionen Euro steigen.
Bei Marseille sieht die Lage anders aus. Mason Greenwood, Pierre-Emerick Aubameyang und Gerónimo Rulli verließen den Klub im Sommer, zudem endeten mehrere Leihgeschäfte. Gegen Straßburg stand kein echter Sommerneuzugang auf dem Platz. Genesio erklärte nach dem Spiel, dass OM zunächst seine Gehaltskosten reduzieren müsse, bevor weitere Verstärkungen möglich seien. Bis zu fünf Spieler könnten Marseille bis zum Ende der Transferperiode noch verlassen.
Auch andere Verfolger mussten wichtige Spieler abgeben. Monaco verlor neben Akliouche auch Aladji Bamba an Newcastle United, während RC Lens den ehemaligen Rapid-Mittelfeldmotor Mamadou Sangaré an Brentford abgab. Der Abstand zu PSG ist damit zumindest auf dem Papier nicht kleiner geworden.
PSG startet in Rennes in die Saison
Die erste Ligue-1-Runde wird am Wochenende fortgesetzt. Am Samstag empfängt Lens die AJ Auxerre, außerdem stehen unter anderem Toulouse gegen Olympique Lyon und OGC Nice gegen den FC Lorient auf dem Programm. Am Sonntag gastiert der LOSC Lille bei Angers, während die AS Monaco bei Le Havre antritt.
Den Abschluss bildet am Sonntagabend das Spiel zwischen Stade Rennes und Paris Saint-Germain. Ursprünglich hätte PSG im Parc des Princes Heimrecht gehabt, aufgrund des unbespielbaren Rasens wurde die Begegnung kurzfristig nach Rennes verlegt. Dort startet der Titelverteidiger seine Jagd auf den nächsten Meistertitel.