Ercan Kara, Nenad Cvetković, Yusuf Demir mit einem Doppelpack und Marco Tilio erzielten die Treffer für die Hütteldorfer. Rapid bleibt damit auch nach dem zehnten Spieltag an der Tabellenspitze.
Rapid setzt auf seine eingespielte Offensive
Hoff Thorup vertraute seiner bewährten Mannschaft und nahm gegenüber dem letzten Ligaspiel keine Änderungen an der Startelf vor. Im 4-2-3-1 begann Kara als Mittelstürmer, dahinter spielten Demir, Tonni Adamsen und Petter Dahl. Matthias Seidl und Nicolas Bajlicz bildeten das zentrale Mittelfeld.
Lustenau-Trainer Markus Mader setzte auf eine defensiv ausgerichtete Formation. Die Gäste wollten die Räume vor dem eigenen Strafraum verdichten und nach Ballgewinnen schnell über ihre Offensivspieler umschalten.
Rapid setzte die Gäste schon beim Spielaufbau unter Druck und schaltete nach eigenen Ballverlusten sofort ins Gegenpressing. Besonders Seidl und Bajlicz rückten dabei entschlossen nach, während die Außenverteidiger Bolla und Horn hoch standen. Lustenau konnte dadurch kaum längere Ballbesitzphasen aufbauen.
Zwei Treffer innerhalb von acht Minuten
Rapid benötigte nur sechs Minuten für die Führung. Demir bekam rechts den Ball und spielte einen hervorragenden Diagonalpass hinter die Lustenauer Abwehr auf Dahl. Der Norweger war links im Strafraum durchgebrochen und legte quer auf Kara, der aus kurzer Distanz zum 1:0 einschob.
Nur zwei Minuten später fiel das 2:0. Adamsen kam rechts im Fünfmeterraum an den Ball und legte zurück in die Mitte, wo Cvetković nachgerückt war. Der Innenverteidiger traf ins linke untere Eck.
Lustenau bekam insbesondere die schnellen Seitenwechsel und die Vorstöße der Rapid-Außenverteidiger nicht in den Griff. Gleichzeitig fanden die Hütteldorfer durch das Zentrum immer wieder Anspielstationen, sodass sich die Gäste kaum auf eine bestimmte Angriffsrichtung einstellen konnten.
Rapid vergibt weitere Möglichkeiten
Auch nach dem frühen Doppelschlag suchte Rapid konsequent den Weg zum nächsten Treffer. Demir verfehlte nach einem schnellen Gegenangriff das Tor, Adamsen kam aus kurzer Distanz nicht zum erfolgreichen Abschluss. Lustenau stand häufig tief, schaffte es aber trotzdem nicht, Rapids Angriffe zuverlässig zu unterbinden.
In der 19. Minute jubelte Kara erneut. Sein vermeintlicher Treffer wurde nach einer VAR-Überprüfung allerdings wegen einer Abseitsstellung zurückgenommen.
Dahl vergab nach einer Hereingabe von Adamsen eine weitere gute Gelegenheit. Auch Kara hatte mit einem Kopfball nach einem Freistoß kein Glück. Angesichts der zahlreichen Möglichkeiten hätte Rapids Führung bereits vor der Pause noch deutlicher ausfallen können.
Demir erhöht per Elfmeter auf 3:0
In der 40. Minute wurde es erneut gefährlich. Nach einer Flanke von links kam Bolla aus rund drei Metern zum Kopfball, setzte diesen allerdings neben das Tor. Gleichzeitig wurde Kara im Zentrum von Danilo Soares zu Boden gerissen.
Schiedsrichter Walter Altmann entschied sofort auf Elfmeter. Demir übernahm die Verantwortung und verwandelte sicher zum 3:0.
Trotz der klaren Kräfteverhältnisse leistete sich Rapid kurz darauf einen gefährlichen Fehler. Raux-Yao verlor im eigenen Strafraum den Ball, Antonio Verinac kam zum Abschluss, scheiterte aber an Niklas Hedl.
Lustenau verkürzt nach der Pause
Rapid bestimmte zunächst auch die zweite Hälfte und kam durch Dahl zu einer guten Gelegenheit. Der Norweger scheiterte an Torhüter Domenik Schierl, den Nachschuss setzte Horn an die Latte.
Mader reagierte auf die anhaltende Überlegenheit der Gastgeber und brachte in der 55. Minute Lenn Jastremski für Antonio Verinac sowie Haris Ismailcebioglu für Lord Afrifa.
In der 60. Minute führte ein schneller Angriff zum Anschlusstreffer. Fabian Gmeiner spielte einen Steilpass auf Ismailcebioglu, der sich im Laufduell gegen Cvetković durchsetzte und den Ball anschließend an Hedl vorbei zum 3:1 einschob.
Lustenau nutzte den Raum hinter der Abwehr damit erstmals entscheidend aus.
Demir köpft zum 4:1 ein
In der 67. Minute kam Horn auf der linken Seite in eine gute Flankenposition. Der Außenverteidiger brachte den Ball genau vor das Tor, wo Demir am Fünfmeterraum eingelaufen war. Der Offensivspieler musste die Hereingabe nur noch per Kopf über die Linie drücken.
Danach nahm Rapid etwas Tempo heraus. Kara traf in der 73. Minute mit einem Kopfball noch die Latte, ehe Hoff Thorup unter anderem Marco Tilio und Moulaye Haïdara brachte. Die Gastgeber blieben weiterhin gefährlich, weil Lustenau nach Ballgewinnen kaum Entlastung fand.
In der 85. Minute setzte Tilio den Schlusspunkt. Adamsen bediente den eingewechselten Australier am Strafraum, der sich gegen seinen Gegenspieler durchsetzte und von der Strafraumgrenze ins rechte Eck zum 5:1 traf.
Rapids Überlegenheit spiegelt sich auch in den Zahlen wider
Mit 62 Prozent Ballbesitz, 19:8 Abschlüssen und 41:13 Ballkontakten im gegnerischen Strafraum war Rapid klar überlegen. Auch die Expected Goals von 4,11:1,12 sprechen für die Hütteldorfer, die sich vor allem in der ersten Hälfte zahlreiche hochwertige Möglichkeiten erspielten.
Rapid fand mit schnellen Kombinationen und zahlreichen Positionswechseln sowohl durch das Zentrum als auch über die Flügel Wege in den Strafraum. Nach Ballverlusten rückten die Hütteldorfer sofort nach und verhinderten damit häufig, dass Lustenau überhaupt zu einem geordneten Gegenangriff ansetzen konnte. Besonders Demir überzeugte mit seinen beiden Treffern, seiner Beteiligung am Führungstor und seinen kreativen Lösungen im Kombinationsspiel. Defensiv leistete sich Rapid nur vereinzelt Unachtsamkeiten, die beim gefährlichen Ballverlust vor der Pause und beim Gegentreffer sichtbar wurden.
Lustenau fand gegen Rapids variable Angriffe kaum eine stabile defensive Ordnung. Vor allem bei schnellen Verlagerungen und Hereingaben stimmte die Zuordnung häufig nicht. Nach eigenen Ballgewinnen verloren die Vorarlberger die Bälle meist zu schnell, um die hoch stehende Rapid-Defensive regelmäßig unter Druck setzen zu können.
Rapid bleibt souverän an der Tabellenspitze
Rapid hält nach zehn Spielen bei 27 Punkten und hat damit neun seiner bisherigen zehn Ligapartien gewonnen. Die Hütteldorfer bleiben unabhängig von den übrigen Ergebnissen dieses Spieltags Tabellenführer.
Bereits am Dienstag gastiert Rapid im ÖFB-Cup-Achtelfinale bei der Vienna auf der Hohen Warte. Am Sonntag folgt das Wiener Derby gegen die Austria. Die Hütteldorfer gehen mit 20 Punkten Vorsprung auf den Stadtrivalen in dieses Duell.