Paris Saint-Germain startet erneut mit einem internationalen Titel in die Saison. Der Champions-League-Sieger setzte sich am Mittwochabend vor 27.681 Zuschauern in Salzburg mit 2:1 gegen Europa-League-Gewinner Aston Villa durch und verteidigte damit den vor einem Jahr gegen Tottenham Hotspur FC gewonnenen Super Cup. Für PSG trafen Khvicha Kvaratskhelia und Désiré Doué, den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielte Villa-Debütant Brian Madjo.
Kvaratskhelia bringt PSG in Führung
Luis Enrique konnte aufgrund der Weltmeisterschaft nur auf eine kurze Vorbereitung zurückblicken. Zahlreiche Spieler waren erst wenige Tage zuvor ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Dennoch standen neun Akteure in der Startelf, die auch im vergangenen Champions-League-Finale begonnen hatten. Ousmane Dembélé saß zunächst auf der Bank, Neuzugang Maghnes Akliouche startete in der Offensive.
Nach 20 Minuten ging Paris in Führung. Doué spielte Kvaratskhelia im Strafraum an, der Matty Cash stehen ließ und mit einem wuchtigen Abschluss das 1:0 erzielte. Aston Villa ließ sich davon allerdings nicht aus dem Konzept bringen und erspielte sich vor allem über Madjo einige ausgezeichnete Möglichkeiten.
Der 17-Jährige köpfte zweimal neben das Tor und traf kurz vor der Pause aus kurzer Distanz die Stange. Wenig später machte er es besser: Nach einer Hereingabe von John McGinn behauptete sich Madjo gegen Willian Pacho und traf per Direktabnahme zum 1:1.
Madjo vergibt zahlreiche Chancen und stellt Rekord auf
Der junge Brian Madjo gehörte zu den auffälligsten Spielern der Partie. Mit 17 Jahren und 212 Tagen avancierte der Angreifer zum jüngsten Torschützen in der Geschichte des UEFA Super Cups. Den bisherigen Rekord hatte Patrick Kluivert gehalten, der 1996 für Ajax im Alter von 19 Jahren und 220 Tagen getroffen hatte.
Dabei machte Madjo nicht nur mit seinem Treffer auf sich aufmerksam. Der Nachwuchsstürmer gab sechs Abschlüsse ab, kam auf vier Großchancen und erreichte einen Expected-Goals-Wert von 0,98. In allen drei Kategorien verzeichnete er den höchsten Wert der Partie. Gleichzeitig zeigte sich aber auch, dass noch mehr möglich gewesen wäre: Nur einer seiner sechs Abschlüsse kam tatsächlich auf das Tor – jener zum zwischenzeitlichen 1:1.
Es war zugleich Madjos erstes Pflichtspiel für Aston Villa, was seinen auffälligen Auftritt umso bemerkenswerter machte. Der im Jänner vom FC Metz verpflichtete Teenager hatte erst wenige Tage vor dem Super Cup nach einem erfolgreichen Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof CAS die Spielberechtigung erhalten.
Dass Madjo zahlreiche gute Chancen ungenutzt ließ, schmälert den Eindruck kaum. Entscheidend ist vielmehr, wie oft er sich überhaupt in gefährliche Abschlusspositionen brachte. Gelingt ihm das weiterhin so regelmäßig, dürfte auch die Chancenverwertung mit der Zeit besser werden. Madjo ist jedenfalls ein Name, den man sich für die kommende Saison merken sollte.
Dembélé bereitet Doués Siegtor vor
Luis Enrique reagierte zur Pause und brachte Dembélé für Akliouche. Die erste große Chance nach Wiederbeginn gehörte allerdings Villa: John McGinn zwang PSG-Torhüter Matvei Safonov mit einem Distanzschuss zu einer starken Parade.
In der 61. Minute schlug Paris erneut zu. Dembélé schickte Doué mit einem präzisen Pass in die Tiefe, der 21-Jährige schloss ins lange Eck ab. Zunächst ging die Fahne wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nach oben, nach der Überprüfung durch den VAR wurde das Tor jedoch anerkannt.
Villa blieb danach gefährlich und hatte über die gesamte Partie sogar mehr Abschlüsse. Die Engländer kamen auf 15 Schussversuche, PSG auf elf. Bei den Schüssen aufs Tor lagen die Franzosen allerdings mit 5:4 vorne, zudem verzeichneten sie 56 Prozent Ballbesitz.
Doué zum Spieler des Spiels gewählt
Doué wurde von der UEFA zum Spieler des Spiels gewählt. Neben seinem Siegtor bereitete er auch Kvaratskhelias Führung vor. Er ist der erste Spieler seit Luis Suárez für den FC Barcelona im Jahr 2015, dem in einem Super Cup sowohl ein Treffer als auch ein Assist gelangen.
Für PSG war es der zweite Super-Cup-Titel der Vereinsgeschichte, beide gelangen innerhalb von zwölf Monaten. Erst zwei Klubs hatten zuvor zwei Austragungen in Folge gewonnen: der AC Milan 1989 und 1990 sowie Real Madrid 2016 und 2017.
Auch insgesamt spricht die Statistik weiterhin deutlich für die Champions-League-Sieger. Sie gewannen mittlerweile 31 der 51 Austragungen. Der letzte Europa-League-Sieger, der sich im Super Cup durchsetzte, war Atlético Madrid im Jahr 2018.
Luis Enrique holt seinen dritten Super Cup
Luis Enrique gewann den Bewerb nach 2015 mit dem FC Barcelona sowie 2025 und 2026 mit PSG bereits zum dritten Mal als Trainer. Mehr Titel holten nur Carlo Ancelotti mit fünf und Pep Guardiola mit vier. Für Unai Emery setzte sich hingegen eine bemerkenswerte Negativserie fort: Der Villa-Coach verlor auch seinen vierten Super Cup nach 2014, 2015 und 2021.