Die verschiedenen Prognosen aus Deutschland und dem Ausland laufen vor allem auf zwei Grundordnungen hinaus: ein 4-3-3, wie es Klopp über Jahre beim FC Liverpool prägte, oder ein 4-2-3-1 mit Jamal Musiala hinter Kai Havertz. Unabhängig von der genauen Anordnung zeichnen sich mittlerweile mehrere klare Startelfkandidaten ab.
Ter Stegen erhält sofort das Vertrauen
Im Tor gibt es kaum Zweifel. Marc-André ter Stegen ist nach Manuel Neuers erneutem Rücktritt als neue Nummer eins vorgesehen und soll in Amsterdam beginnen. Für den 34-Jährigen wird die Partie gleich in mehrfacher Hinsicht speziell: Er steht derzeit bei Ajax Amsterdam unter Vertrag und kennt die Johan Cruijff ArenA entsprechend bestens.
Auch das Zentrum der Abwehr dürfte zunächst konservativ besetzt werden. Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck gelten als wahrscheinlichstes Innenverteidiger-Duo. Beide bringen internationale Erfahrung mit und gehörten schon vor Klopps Amtsantritt zum engeren Stamm. Gerade bei einer ersten Partie mit wenig gemeinsamer Trainingszeit spricht viel dafür, dass Klopp auf dieser sensiblen Position keine Experimente wagt.
Links besitzt Nathaniel Brown die besten Aussichten. Rechts ist die Lage offener. Philipp Treu hat sich mit starken Leistungen in Freiburg in den Vordergrund gespielt und könnte direkt zu seinem Länderspieldebüt kommen. Josha Vagnoman bleibt aufgrund seiner Dynamik die naheliegende Alternative. Mehrere deutsche Medien sehen Treu derzeit leicht vorne.
Kimmich kehrt endgültig ins Zentrum zurück
Eine der wichtigsten personellen Entscheidungen Klopps steht bereits fest: Joshua Kimmich soll wieder dauerhaft im zentralen Mittelfeld spielen. Damit endet vorerst die Phase, in der der DFB-Kapitän immer wieder als Rechtsverteidiger eingesetzt wurde.
Die entscheidende Frage lautet, wie Klopp das Mittelfeld um Kimmich aufbaut. In einem klassischen 4-3-3 wäre Anton Stach als tiefster Mittelfeldspieler eine schlüssige Wahl. Der Leeds-Profi könnte mit seiner Physis und defensiven Präsenz absichern, während Kimmich und Felix Nmecha etwas höher agieren. Genau diese Variante wird derzeit von Sky Sport als realistische Möglichkeit gehandelt.
Sollte Klopp stattdessen ein 4-2-3-1 wählen, könnten Kimmich und Nmecha die Doppelsechs bilden und Musiala auf seine bevorzugte Position hinter dem Mittelstürmer rücken. Für den Bayern-Profi spricht nicht nur seine individuelle Qualität: Nach seinen jüngsten gesundheitlichen Problemen fühlt er sich laut aktuellen Berichten wieder bereit für einen Startelfeinsatz und zeigte auch im Verein zuletzt wieder deutlich aufsteigende Form.
Havertz gesetzt – Adeyemi drängt in die erste Elf
Im Angriff scheint Kai Havertz die besten Karten für die zentrale Position zu besitzen. Der Arsenal-Profi ist im ersten Klopp-Kader der erfahrenste Kandidat für die Sturmspitze und passt mit seiner Laufarbeit, seiner Beweglichkeit und seiner Fähigkeit, Räume für Mitspieler zu öffnen, grundsätzlich gut zum bevorzugten Fußball des neuen Bundestrainers.
Auf den Flügeln ist die Konkurrenz größer. Karim Adeyemi rückte aufgrund der Belastungssteuerung bei Lennart Karl kurzfristig in den ersten Kader und zählt nach seinem starken Saisonstart beim FC Barcelona sofort zu den heißesten Startelfkandidaten. Seine Geschwindigkeit und seine Läufe hinter die letzte Linie passen besonders gut zu Klopps vertikalem Ansatz.
Für die andere Seite kommen Musiala, Kevin Schade, Serge Gnabry und Chris Führich infrage. Sollte Musiala im Mittelfeld beginnen, hätte Schade gute Chancen auf einen Start. Gnabry ist nach seiner Verletzungspause dagegen möglicherweise eher eine Option für die zweite Halbzeit.
Das ist Klopps wahrscheinlichste erste Startelf
Aus den bisherigen Hinweisen ergibt sich derzeit ein leicht favorisiertes 4-3-3:
Marc-André ter Stegen – Philipp Treu, Jonathan Tah, Nico Schlotterbeck, Nathaniel Brown – Anton Stach, Joshua Kimmich, Felix Nmecha – Karim Adeyemi, Kai Havertz, Jamal Musiala.
Die größte taktische Variable bleibt Musiala. Zieht Klopp ihn ins Zentrum, könnte Deutschland in einem 4-2-3-1 mit Schade auf dem Flügel beginnen. Auch Vagnoman besitzt rechts weiterhin realistische Chancen. Der Kern der Mannschaft scheint vor Klopps Premiere aber bereits relativ klar: ter Stegen im Tor, Tah und Schlotterbeck in der Innenverteidigung, Kimmich im Zentrum sowie Musiala und Havertz als offensive Fixpunkte.