Nach dem 2:1-Erfolg bei Brentford äußerte sich der englische Nationalspieler zu seiner Zukunft. Er überlasse die Verhandlungen seinem Berater, erklärte Ngumoha, und habe den Eindruck, dass sie gut verliefen. Ihm gehe es vor allem darum, auf dem Platz zu überzeugen.
Verhandlungen auf der Zielgeraden
Ngumohas aktueller Kontrakt läuft bis Sommer 2028. Liverpool strebt eine längerfristige Verlängerung mit besseren finanziellen Konditionen an. Seit seinem 18. Geburtstag Ende August kann der Klub dem Offensivspieler einen Vertrag mit längerer Laufzeit anbieten. Englischen Medienberichten zufolge sind die Verhandlungen weit fortgeschritten, offen sind nur noch letzte Details.
Dass Liverpool den Nachwuchsspieler halten möchte, überrascht kaum. Ngumoha wechselte 2024 aus der Akademie des Chelsea FC an die Anfield Road und etablierte sich seither schrittweise bei den Profis. In der vergangenen Saison kam er auf 29 Einsätze, im Juni debütierte er zudem gegen Neuseeland in der englischen A-Nationalmannschaft. Mittlerweile stehen drei Länderspiele zu Buche.
Einwechslung gegen Brentford bringt neue Dynamik
Auch beim Auswärtssieg in Brentford trug Ngumoha als Joker zur Wende bei. Liverpool lag gegen die nach einem Platzverweis dezimierten Gastgeber zurück, als der 18-Jährige in der 52. Minute für den verletzten Jeremie Frimpong eingewechselt wurde.
Auf dem rechten Flügel suchte er sofort direkte Duelle, brachte Tempo in die Angriffe und half dabei, den Gegner immer weiter zurückzudrängen. Víctor Muñoz und Alexander Isak drehten anschließend die Partie. In der Nachspielzeit wurde Ngumoha zudem von Vitaly Janelt gefoult, der dafür seine zweite Gelbe Karte sah. Brentford beendete das Spiel mit neun Spielern.
Für Ngumoha war es bereits der achte Pflichtspieleinsatz in dieser Saison, viermal stand er bislang in der Startelf. Auffällig ist, dass Iraola ihn zunehmend auf der rechten Seite einsetzt. Ursprünglich war er vor allem auf dem linken Flügel zuhause, doch nach den Verpflichtungen von Bradley Barcola und Víctor Muñoz ist die Konkurrenz dort groß. Unter Iraola arbeitet Ngumoha deshalb daran, auf beiden Seiten gefährlich zu sein.
Die Umstellung kennt er bereits aus dem Nationalteam. Dort habe er ebenfalls auf der rechten Seite gespielt und sich bei Bukayo Saka und Anthony Gordon einiges abgeschaut, erzählte Ngumoha.
Dribblings und Kreativität als größte Stärken
Seine auffälligste Qualität ist die Fähigkeit, Gegenspieler im Eins-gegen-eins zu überwinden. Ngumoha fordert den Ball häufig direkt am Flügel, täuscht mit schnellen Körperbewegungen an und beschleunigt anschließend Richtung Strafraum. Dabei schafft er nicht nur Raum für eigene Aktionen, sondern bindet oft zusätzliche Verteidiger und öffnet Passwege für Mitspieler.
Schon im Nachwuchs fiel Ngumoha vor allem durch seine Dribblings auf. Er suchte deutlich häufiger als die meisten Gleichaltrigen das direkte Duell und überzeugte dabei mit hohen Erfolgsquoten. Auch beim Vorbereiten von Chancen und mit seinen Flanken zählte er in den Jugendmannschaften zu den auffälligsten Offensivspielern.
Entwicklungspotenzial besteht insbesondere bei seinem Spiel ohne Ball und der Variation seiner Offensivaktionen. Ngumoha verlangt den Ball oft in den Fuß und sucht anschließend selbst das Dribbling. Tiefenläufe ohne Ball oder frühe Zuspiele auf startende Mitspieler könnten sein Spiel weniger berechenbar machen. Auch seine Torgefahr darf sich noch steigern.
Geduld im Konkurrenzkampf
Iraola fordert von seinem jungen Flügelspieler Mut in direkten Duellen, erwartet aber ebenso Mitarbeit gegen den Ball. Angesichts der zahlreichen Offensivspieler bei Liverpool ist ein Stammplatz derzeit nicht selbstverständlich. Ngumoha selbst sieht darin kein Problem. Er gehe in jedes Spiel mit derselben Einstellung, egal ob er in der Startelf stehe oder von der Bank komme.
Mit 18 Jahren hat Ngumoha bereits drei A-Länderspiele bestritten und ist der jüngste Torschütze der Liverpooler Vereinsgeschichte. Ein neuer Vertrag soll ihm die nötige Zeit verschaffen, sich unter Iraola zum Stammspieler zu entwickeln.