Walton behält die Nerven im entscheidenden Moment
Montreal, 1. August 2026 – Es war ein Duell, das bis in den letzten Ballwechsel offen blieb: Adam Walton, als Nummer 8 im Qualifying der National Bank Open gesetzt, bezwang den Kanadier Justin Boulais mit 7:5, 7:6 und löste damit das Ticket für die nächste Qualifikationsrunde beim bedeutendsten kanadischen Tennis-Event des Jahres. Für Boulais, der mit einer Wild Card in die Qualifikation eingezogen war und das IGA Stadium zum dritten Mal als Bühne nutzte, endete ein ehrgeiziger Auftritt vor heimischem Publikum ohne die erhoffte Belohnung.
Der erste Satz entwickelte sich zu einem zähen Ringen an der Grundlinie. Walton nutzte seinen starken Aufschlag als zuverlässiges Fundament – der Australier aus Queensland dominierte mit seinem Aufschlag und gewann 71 Prozent seiner Aufschlagpunkte. Entscheidend war, dass er im richtigen Moment zupackte: Er verwertete seine Breakchancen effizienter als Boulais und sicherte sich den Durchgang mit 7:5.
Tiebreak entscheidet das harte Duell
Im zweiten Satz steigerte sich der linkshändige Boulais spürbar. Der 24-Jährige, der sich in diesem Jahr bereits mit einem Turniersieg auf der ITF-Challenger-Ebene in Faro profiliert hatte, wehrte Breakbälle mit beachtlicher Stabilität ab – 75 Prozent seiner Breakbälle konnte er abwehren. Sein einhändiger Rückhand-Slice störte Waltons Rhythmus immer wieder und trieb das Spiel in einen Tiebreak.
Doch dort behielt Walton die Kontrolle. Im Tiebreak des zweiten Satzes setzte sich der Australier mit 7:4 durch und machte damit den 7:6-Satzgewinn und den Gesamtsieg perfekt. Die Statistik widerspiegelt das knappe Kräfteverhältnis: Walton gewann 52 Prozent aller Punkte, Boulais immerhin 48 Prozent. Mit neun Assen gegenüber lediglich drei Doppelfehlern war Waltons Aufschlagstabilität am Ende der ausschlaggebende Faktor.
Einordnung und Ausblick
Dieses erste Aufeinandertreffen der beiden Spieler auf ATP-Masters-Ebene zeigte, wie eng die Leistungsdichte im Qualifying eines der wenigen Pflicht-Masters-1000-Events ist. Boulais hatte als Lokalmatador die Erwartungen des kanadischen Publikums getragen – sein engagierter Auftritt konnte die entscheidende Kaltblütigkeit Waltons im Tiebreak jedoch nicht aufwiegen. Für den Australier geht die Jagd auf einen Platz in der auf 96 Spieler erweiterten Hauptrunde der National Bank Open weiter.