Es war ein klarer Auftritt des Favoriten: Karen Khachanov bezwang Yannick Hanfmann am 2. Juli 2026 auf Court 14 in Wimbledon mit 6:3, 6:4, 6:4 und benötigte dafür knapp zwei Stunden. Für Hanfmann, der in der ersten Runde noch einen beachtlichen Erfolg gegen den Aufschlagspezialisten Giovanni Mpetshi Perricard gefeiert hatte, war das Turnier damit beendet. Seinen deutschen Davis-Cup-Kollegen Alexander Zverev und Jan-Lennard Struff, die beide in die dritte Runde einzogen, konnte er nicht folgen.
Aufschlag als Fundament – Khachanov dominiert das Service-Spiel
Die Statistiken erzählen die Geschichte dieses Matches unmissverständlich. Khachanov gewann sämtliche eigenen Aufschlagspiele und sicherte sich damit eine makellose Service-Bilanz über alle drei Sätze. Seine erste Aufschlagquote lag bei 78 Prozent, und wenn der erste Aufschlag saß, gewann er 81 Prozent dieser Punkte. Besonders eindrucksvoll: Auch auf dem zweiten Aufschlag holte er 82 Prozent der Punkte – ein Wert, der Gegnern kaum Angriffsfläche lässt. Hanfmann hingegen kam im Return-Spiel nie wirklich in Schwung. Lediglich 18 Prozent der Return-Punkte konnte der Karlsruher verbuchen, kein einziges Break gelang ihm im gesamten Match.
Khachanov, der auf Rasen traditionell zu seinen besten Leistungen aufläuft – er hatte bei Wimbledon 2025 das Viertelfinale erreicht –, ließ auch in der Fehlerstatistik aufhorchen: Gerade einmal sechs unerzwungene Fehler erlaubte er sich, während Hanfmann 24 Mal unerzwungen in die Breite oder ins Netz schlug. Dieser Kontrast in der Präzision zog sich wie ein roter Faden durch das gesamte Spiel.
Dritter Satz: Das entscheidende Break beim Stand von 4:4
Die ersten beiden Sätze verliefen vergleichsweise geradlinig zugunsten Khachanovs. Im dritten Durchgang entwickelte sich jedoch ein ausgeglichenes Duell, in dem lange Zeit keiner der beiden Spieler eine echte Break-Chance erarbeiten konnte. Beim Stand von 4:4 nutzte Khachanov die allererste Gelegenheit und erzielte das entscheidende Break – eine Szene, die den Unterschied zwischen beiden Spielern in verdichteter Form zeigte: Geduld und Kaltblütigkeit im richtigen Moment.
Beim Aufschlag zum Matchgewinn war die Partie noch nicht ganz vorbei. Hanfmann kämpfte bis zum letzten Punkt, wehrte sich mit einer Break-Chance gegen das frühzeitige Ende – doch Khachanov, der alle Break-Punkte gegen sich abwehrte (100 Prozent Gerettet), ließ sich nicht beirren und verwandelte seinen ersten Matchball.
Ausblick: Khachanov trifft auf Cobolli
Mit dem Einzug in die dritte Runde bestätigt Karen Khachanov seine Stärke auf dem Heiligentümer des Rastennis. Das Head-to-Head gegen Hanfmann steht nun 2:0 für den 19-fach Gesetzten – schon beim Miami Open hatte Khachanov die Oberhand behalten, Hanfmann hatte in diesem Duell noch keinen einzigen Satz gewonnen. Für Yannick Hanfmann bleibt dennoch ein ansprechendes Wimbledon-Turnier, das er nach seinem Finallauf beim Sandplatzturnier in Santiago mit einem Erstrundensieg gegen einen namhaften Gegner begonnen hatte. In der nächsten Runde wartet auf Khachanov nun der neuntgesetzte Flavio Cobolli – eine Aufgabe, die zeigen wird, wie weit der Rasen-Spezialist in diesem Jahr zu gehen vermag.