Viel Anlaufzeit benötigte Arsenal beim ersten Ligaspiel nach dem Ende der 22-jährigen Durststrecke nicht. Coventry hielt in der Anfangsphase noch ordentlich dagegen, doch sobald die Gunners das Tempo erhöhten und ihr Pressing griff, wurde der Qualitätsunterschied deutlich. Nach 23 Minuten lag Arsenal bereits mit zwei Toren vorne und hatte die Partie fortan weitgehend im Griff.
Arsenal bestraft Coventrys Fehler konsequent
In der 15. Minute setzte Christos Tzolis Gegenspieler Milan van Ewijk unter Druck und leitete damit einen Ballgewinn in aussichtsreicher Position ein. Riccardo Calafiori brachte den Ball anschließend zu Kai Havertz, der die Aktion mit einem präzisen Abschluss zum 1:0 vollendete.
Nur acht Minuten später schlug Arsenal erneut zu. Tzolis brachte den Ball von der linken Seite gefährlich in den Strafraum, Coventry-Schlussmann Carl Rushworth konnte nicht entscheidend klären und Bukayo Saka verwertete den Abpraller aus kurzer Distanz.
Auch nach der Pause änderte sich wenig am Kräfteverhältnis. In der 49. Minute kombinierte sich Arsenal über die rechte Seite nach vorne. Ben White legte für Martin Ødegaard zurück, dessen nicht optimal getroffener Abschluss Rushworth auf dem falschen Fuß erwischte und zum 3:0 im Tor landete.
Danach musste der Meister nicht mehr an seine Leistungsgrenze gehen. Arsenal kam insgesamt auf 20 Abschlüsse, während Coventry lediglich vier Versuche verbuchte und offensiv kaum Gefahr entwickelte.
Tzolis erweist sich als große Verstärkung
Christos Tzolis setzt seine Integration in die Mannschaft erstaunlich schnell fort. Schon beim 3:0 gegen Manchester City im Community Shield bereitete der 24-Jährige zwei Treffer vor. Gegen Coventry war sein aggressives Pressing Ausgangspunkt des Führungstreffers, ehe seine Hereingabe wenige Minuten später das 2:0 einleitete.
Der griechische Nationalspieler kam im Sommer von Club Brugge und soll auf der linken Seite unter anderem die Lücke schließen, die Leandro Trossards Abgang hinterlassen hat. Seine Zahlen aus Belgien machten deutlich, warum Arsenal auf ihn setzte: In zwei Spielzeiten für Brugge kam Tzolis wettbewerbsübergreifend auf 43 Tore und 45 Assists.
Mit seinem direkten Spiel und seinem Zug zum Tor bietet er Arteta eine zusätzliche Variante. Während Saka weiterhin über rechts große Gefahr erzeugt, scheint Arsenal nun auch auf der gegenüberliegenden Seite deutlich schwieriger auszurechnen.
Havertz liegt im Sturmduell vor Gyökeres
Auch die Besetzung des Sturmzentrums entwickelt sich früh in der Saison zu einem interessanten Konkurrenzkampf. Havertz fiel in der vergangenen Spielzeit lange verletzt aus, arbeitete sich nach seiner Rückkehr aber wieder in Artetas bevorzugte Formation.
Bereits im Champions-League-Finale erhielt der Deutsche den Vorzug vor Viktor Gyökeres. Danach begann Havertz auch im Community Shield und nun gegen Coventry. Havertz bestätigte damit seine starke Form und erzielte auch bei seinem vierten Startelfeinsatz in Folge einen Treffer.
Bemerkenswert ist dabei auch die Rolle von Gyökeres. Der Schwede erzielte in seiner ersten Saison bei Arsenal 21 Pflichtspieltore und trug damit zum Meistertitel bei, blieb gegen seinen ehemaligen Klub Coventry aber über die gesamten 90 Minuten auf der Bank. Arsenal verfügt damit über zwei unterschiedliche Optionen für die Spitze, aktuell besitzt Havertz jedoch die besseren Karten.
Coventry bekommt den Unterschied zur Premier League zu spüren
Wie wenig Coventry nach der Anfangsphase offensiv zustande brachte, zeigt ein bemerkenswerter Wert: Der Aufsteiger hatte in der gesamten ersten Hälfte keinen einzigen Ballkontakt im Arsenal-Strafraum. Gleichzeitig gelang den Gästen vor der Pause kein einziges erfolgreiches Tackling. Seit Beginn der entsprechenden Opta-Aufzeichnungen im Jahr 2007 war Coventry damit das erste Premier-League-Team, das in einer Halbzeit in beiden Kategorien bei null blieb. Das erste gewonnene Tackling gelang Lampards Mannschaft sogar erst in der 69. Minute.
Für Coventry war es das erste Spiel in Englands höchster Spielklasse seit 25 Jahren. Trainer Frank Lampard stellte gleich fünf Sommerneuzugänge in die Anfangsformation. Gegen den amtierenden Meister wurde allerdings sichtbar, wie groß der Sprung aus der Championship sein kann.
Die Saison des Aufsteigers wird sich allerdings nicht an einem Auswärtsspiel beim Titelverteidiger entscheiden. Bereits am kommenden Wochenende wartet mit dem Heimspiel gegen Mitaufsteiger Hull City eine wesentlich aussagekräftigere Standortbestimmung.
Für Arsenal setzt sich hingegen der starke Saisonstart fort. Nach dem 3:0 gegen Manchester City im Community Shield folgte der nächste klare Erfolg. Für Arteta war das 3:0 zugleich sein 150. Sieg als Trainer in der Premier League.
Newcastle gegen Liverpool als Höhepunkt der Runde
Der erste Premier-League-Spieltag wird am Wochenende fortgesetzt. Manchester United gastiert am Samstag bei Aufsteiger Hull City, während Brentford die Spurs empfängt. Am Sonntag trifft Manchester City auf den AFC Bournemouth und Brighton & Hove Albion trifft auf Aston Villa. Besonders im Mittelpunkt steht das Duell zwischen Newcastle United und dem Liverpool FC: Alexander Isak kehrt dabei erstmals seit seinem Wechsel im Trikot der Reds ins St. James’ Park zurück. Den Abschluss der Runde bildet am Montag das Londoner Duell zwischen Fulham und Chelsea.