Es war eine überzeugende Leistung auf Court 5 des IGA-Stadions: Benjamin Bonzi setzte sich im Qualifying-Finale der National Bank Open gegen Hugo Dellien Velasco klar mit 7:5, 6:2 durch und löste damit sein Ticket für das Hauptfeld des mit rund 9,4 Millionen US-Dollar dotierten ATP-Masters-1000-Turniers. Für den als Nummer 9 gesetzten Franzosen war es eine Machtdemonstration gegen den bolivianischen Qualifikanten, der im Qualifying als Nummer 26 geführt wurde.
Bonzi behält die Nerven im umkämpften ersten Satz
Der erste Satz entwickelte sich zu einem ausgeglichenen Duell. Dellien Velasco, die aktuelle Nummer 1 Boliviens im ATP-Ranking und im April 2026 Gewinner des Santa Cruz Challengers, hielt gegen den druckvollen Bonzi lange dagegen. Doch der Franzose, seit 2025 unter den Fittichen des erfahrenen Coaches Nicolas Mahut, zeigte sich in den entscheidenden Momenten abgezockter. Er verwertete seine Breakchancen effizienter – eine Aufschlagquote von 70 Prozent beim ersten Aufschlag und 75 Prozent gewonnene Punkte dahinter sorgten dafür, dass Bonzi seinen Aufschlag das gesamte Match über makellos hielt. Kein einziger Aufschlag wurde gebrochen. Mit 7:5 sicherte er sich den ersten Durchgang.
Dominante Vorstellung im zweiten Satz
Im zweiten Satz löste sich Bonzi endgültig vom Bolivianer. Mit fünf Assen unterstrich er seinen Aufschlagvorteil, während Dellien Velasco im Return kaum Fuß fassen konnte: Nur 30 Prozent der Returnpunkte gingen auf sein Konto, und seine Breakchancen-Verwertung blieb bei null Prozent. Bonzi hingegen nutzte 33 Prozent seiner Breakbälle und gewann 30 Prozent seiner Return-Spiele – genug, um Dellien Velasco entscheidend unter Druck zu setzen. Das 6:2 im zweiten Satz spiegelte die klaren Kräfteverhältnisse wider.
Einordnung und Ausblick
Die Statistiken widerspiegeln das Bild eines kontrollierten Matches: Bonzi gewann 56 Prozent aller Punkte, dominierte mit seinem Aufschlag und ließ keinen einzigen Breakball gegen sich zu. Dellien Velasco konnte zwar mit einer soliden Erste-Aufschlag-Quote von 71 Prozent aufwarten und wehrte 67 Prozent der gegnerischen Breakbälle ab – doch gegen einen so konstanten Bonzi reichte das nicht aus. Für den Bolivianer endet das Turnier in der Qualifikation, obwohl er zuletzt mit dem Challenger-Titel in Santa Cruz Selbstvertrauen getankt hatte. Benjamin Bonzi hingegen darf sich nun auf die Begegnungen im Hauptfeld freuen, wo die besten Spieler der Welt warten.