Senegal dominiert – Belgien unter Druck
Im Sechzehntelfinale der FIFA Weltmeisterschaft 2026 im Lumen Field in Seattle setzte sich Belgien nach Verlängerung mit 3:2 gegen Senegal durch. Das Turnier läuft erstmals mit 48 Mannschaften in 12 Gruppen zu je vier Teams, wobei 32 Teams die K.o.-Phase erreichen: die zwölf Gruppensieger, die zwölf Gruppenzweiten sowie die acht besten Gruppendritten. Der Weg Belgiens begann als Gruppensieger der Gruppe G, während Senegal als einer der acht qualifizierten Gruppendritten aus Gruppe I dabei war.
Lange sah es nach einem klaren senegalesischen Weiterkommen aus. In der 25. Minute erzielte Mouhamadou Habib Mbacke Diarra die Führung für Senegal – der 21-jährige Mittelfeldspieler von Sunderland, der ursprünglich für französische Jugendnationalmannschaften gespielt hatte und erst 2024 zu Senegal wechselte, traf zum 0:1. Sechs Minuten nach der Halbzeitpause erhöhte Ismaïla Sarr nach einem Pass von Moussa Niakhaté auf 0:2. Belgien wirkte defensiv anfällig und offensiv ideenlos – das Ausscheiden schien besiegelt.
Die Aufholjagd: Vier Minuten ändern alles
Trainer Rudi Garcia reagierte mit mehreren Wechseln. Romelu Lukaku Bolingoli kam bereits zur zweiten Halbzeit für De Ketelaere ins Spiel. Der Einsatz zahlte sich in der 86. Minute aus: Lukaku verwandelte einen Zuspiel von Thomas Meunier zum 1:2. Belgiens Rekordtorschütze mit 91 Länderspieltoren – europaweit nur von Cristiano Ronaldo übertroffen – bewies auch in seinem Joker-Auftritt seine Klasse. Drei Minuten später, in der 89. Minute, köpfte Youri Tielemans nach einer Flanke von Leandro Trossard zum 2:2 ein. Belgien hatte innerhalb von vier Minuten einen 0:2-Rückstand egalisiert.
Verlängerung: Tielemans trifft zum historischen Zeitpunkt
Die Verlängerung blieb lange ohne Treffer, bis in der 125. Minute ein VAR-geprüfter Elfmeter die Entscheidung brachte. Lamine Camara hatte Youri Tielemans gefoult; der Kapitän der belgischen Nationalmannschaft – seit September 2025 offiziell von Garcia in diese Rolle berufen – trat selbst an und verwandelte den Penalty in die obere rechte Ecke zum 3:2-Endstand. Laut ESPN handelt es sich um das späteste Siegtor in der gesamten WM-Geschichte. Belgien steht damit im Achtelfinale, der zweiten K.o.-Runde dieses erweiterten Turniers, in der noch 16 Mannschaften verbleiben.
Senegal hinterlässt trotz der Niederlage einen starken Eindruck. Diarra, der mit dem Team den Afrika-Cup 2025 gewann, und Sarr hatten das Spiel lange kontrolliert. Am Ende entschied jedoch die Tiefe des belgischen Kaders und die Kaltblütigkeit von Tielemans über das Weiterkommen.