Deutschland brauchte am dritten Spieltag der WM-Gruppenphase nur zwei Minuten für den ersten Treffer. Florian Wirtz bereitete vor, Leroy Sané schloss zur frühen Führung ab. Schon in der neunten Minute war der Vorsprung wieder dahin, weil Nilson Angulo nach Zuspiel von Pedro Vite für Ecuador traf. Diese Anfangsphase gab der Partie ihre Richtung vor: Deutschland hatte mehr Ballbesitz, Ecuador blieb in den entscheidenden Szenen näher am Tor.
Kurz vor der Pause wurde das Spiel ruppiger. Piero Hincapié sah in der 43. Minute Gelb, eine Minute später folgte Aleksandar Pavlović auf deutscher Seite. Zur Pause reagierte Deutschland mit Angelo Stiller für Pavlović. Nach Wiederbeginn kam in der 47. Minute eine VAR-Überprüfung hinzu, ehe Alan Franco in der 50. Minute die nächste gelbe Karte für Ecuador erhielt.
Im Mittelteil setzten beide Teams weitere sieben Wechsel ein; aus diesem Block wurde vor allem Kevin Rodriguez wichtig, der in der 64. Minute bei Ecuador gekommen war. Der Schlüsselmoment lag in der 77. Minute, als Rodriguez den Angriff vorbereitete und Gonzalo Plata zum 2:1 traf. Ecuador hatte damit aus vergleichsweise wenigen Abschlüssen das Maximum in den entscheidenden Phasen geholt.
Bei Ecuador kamen in der 85. Minute Felix Torres für John Yeboah und Jordy Caicedo für Angulo ins Spiel. In der 89. Minute sah Plata nach einem Foul noch Gelb, am knappen Vorsprung änderte das nichts mehr.
Die Zahlen passten zum Eindruck eines Spiels, das Deutschland kontrollierte, aber Ecuador gewann. Deutschland kam auf 61 Prozent Ballbesitz und elf Schüsse, Ecuador auf 39 Prozent und sieben Abschlüsse. Aufs Tor brachten beide Mannschaften je drei Versuche - Ecuador nutzte zwei davon, Deutschland nur einen. Angulo war mit seinem frühen Ausgleich und vielen gewonnenen Duellen der prägende Spieler der Gastgeber.
Für Ecuador bedeutete das 2:1 einen wichtigen Sieg am dritten Gruppenspieltag, der nach dem frühen Rückstand auch als Reaktion zählt und den dritten Tabellenplatz sicherte. Deutschland musste dagegen mitnehmen, dass Ballbesitz und mehr Abschlüsse ohne klare letzte Aktionen wenig wert waren. Nach 90 Minuten stand für beide Teams nun die Gruppentabelle im Mittelpunkt: Ecuador hatte sich damit für die K.o.-Runde qualifiziert, Deutschland durfte von der Tabellenspitze auf die Folgen dieser Niederlage blicken.