Beiden Teams fehlte nach dem Eröffnungsremis ein Sieg - und daran änderte sich auch nach 90 Minuten nichts. Belgien kam gegen Iran nicht über ein 0:0 hinaus, obwohl Rudi Garcias Mannschaft das Spiel nahezu durchgehend dominierte. 21 Schüsse, ein xG-Wert von 1,77 - der Ertrag war gleich null.
Der Schlüssel zu diesem Ergebnis hieß Alireza Beiranvand. Der iranische Torhüter war omnipräsent und parierte insgesamt sieben Mal. Sein größter Moment: In der 59. Minute legte Kevin De Bruyne quer auf De Cuyper, der aus wenigen Metern abschloss - Beiranvand wehrte ab. Die Szene wurde vielfach als eine der besten Paraden des Turniers gewertet.
In der 25. Minute hatte Iran für einen kurzen Augenblick geglaubt, in Führung zu gehen. Mehdi Taremi traf per Direktschuss nach einer Freistoßvariante, doch der VAR erkannte Abseits - das vermeintliche 1:0 zählte nicht.
Den Wendepunkt der Partie markierte die 66. Minute: Ngoy verlor den Ball bei einem misslungenen Rückpass, Taremi lief allein auf das Tor zu - Ngoy hielt ihn fest. Rote Karte wegen Notbremse, Belgien fortan in Unterzahl. Iran drängte, blieb aber mit einem xG von 0,61 weit hinter den nötigen Torchancen zurück. Auch nach der Roten Karte parierte Beiranvand einen weiteren De-Cuyper-Abschluss.
Bemerkenswert am Rande: Irans Startelf war mit einem Durchschnittsalter von 32,52 Jahren die älteste in der WM-Geschichte seit Beginn der Datenerfassung 1966. Jahanbakhsh kam zur zweiten Halbzeit für Iran und bestritt dabei seinen 100. Länderspieleinsatz.
Im Mittelteil nahmen beide Teams sieben weitere Wechsel vor, darunter ein belgischer Dreifachwechsel in der 58. Minute. In der 87. Minute kam Fernandez-Pardo für De Bruyne - das Spiel war da längst gelaufen.
Mit je zwei Punkten aus zwei Spielen stehen Belgien und Iran gut da, aber beide brauchen im letzten Gruppenspiel noch etwas. Für Iran wäre der erstmalige Einzug in eine WM-K.o.-Runde überhaupt möglich - dieses Remis hält die Chance am Leben.