Überzeugend war vor allem die Anfangsphase, nach der Pause wurde es aus grün-weißer Sicht aber unnötig mühsam.
Dahl trifft früh
Rapid begann giftig, aggressiv und mit viel Zug nach vorne. Schon in der vierten Minute wurde dieser Start belohnt: Matthias Seidl bereitete vor, Petter Nosa Dahl vollendete unter Mithilfe von Altach-Keeper Stojanovic zum 1:0. Genau jener frühe Treffer, den man sich gegen einen tief stehenden Gegner wünscht…
Danach blieb Rapid zunächst am Drücker. Die Hausherren kamen insgesamt auf 18 Abschlüsse, zwölf davon innerhalb des Strafraums – eine strukturelle Verbesserung zur oft zähen Vorsaison. Altach brachte es über 90 Minuten nur auf sechs Schüsse, davon vier aus dem Sechzehner. Auch der Ballbesitz sprach mit 56 Prozent leicht für Rapid.
Erste Halbzeit mit guter Energie
Gerade in der ersten Halbzeit war Rapids Ansatz klar zu erkennen. Die Mannschaft presste relativ hoch, attackierte zweite Bälle konsequent und ließ Altach kaum sauber in den Rhythmus kommen. Die Führung war zu diesem Zeitpunkt verdient, hätte auch durchaus höher ausfallen können. Rapid fand mehrere Situationen vor, in denen der letzte Pass oder der Abschluss nicht sauber genug waren.
Ganz ohne Wackler war der Auftritt trotzdem nicht. Altach hatte die eine oder andere Szene, die bei besserer Ausführung gefährlich werden hätten können. Dass Rapid nach der guten Anfangsphase nicht frühzeitig auf 2:0 stellte, hielt die Partie unnötig offen.
Seidl als zentraler Akteur
Auffällig war Rapid-Kapitän Matthias Seidl, der nicht nur den Treffer vorbereitete, sondern auch im Passspiel eine zentrale Rolle einnahm. Der Mittelfeldspieler brachte 93 seiner 97 Pässe an den Mann und war damit einer der wichtigsten Verbindungsspieler im Rapid-Spiel. Auch Yusuf Demir hatte einmal mehr gute Momente, suchte dreimal den Abschluss und gewann sieben seiner 13 Zweikämpfe.
Dahl erzielte mit seinem einzigen Schuss den entscheidenden Treffer, blieb sonst aber nicht immer glücklich in seinen Aktionen. Nach 70 Minuten wurde der Norweger durch Moulaye Haïdara ersetzt. Gleichzeitig brachte Johannes Hoff Thorup mit Marco Tilio frische Offensivkraft, auch weil der Zehnerraum nach und nach mehr verwaist war.
Nach der Pause zu passiv
Die zweite Halbzeit war aus Rapid-Sicht deutlich schwächer. Die Hütteldorfer zogen sich phasenweise zu weit zurück, wurden im eigenen Ballbesitz unsauberer und ließen Altach mehr Spielanteile. Wirklich zwingend wurden die Vorarlberger zwar kaum, doch Rapid machte aus einem eigentlich kontrollierbaren Spiel eine Partie, in der bis zum Schluss Spannung blieb.
Die Expected Goals zeigen diese Ambivalenz recht gut: Rapid kam auf 1,40 xG, Altach trotz weniger Abschlüsse auf 1,15. Niklas Hedl musste zweimal eingreifen und hielt die Null fest. Am Ende stand ein verdienter, aber nicht souverän zu Ende gespielter Auftaktsieg.
Für Rapid zählt zum Start aber vor allem das Ergebnis. Die erste Halbzeit lieferte einige positive Ansätze, die zweite aber auch eine klare Erinnerung daran, dass diese Mannschaft Spiele konsequenter kontrollieren und früher entscheiden muss, speziell wenn man Phasen der Dominanz auf den Platz bringt, wie es in der 1. Halbzeit der Fall war.