Der Tabellenführer überzeugte dabei vor allem als Mannschaft. Rapid agierte im Pressing konsequent, war in vielen Zweikämpfen einen Schritt schneller und spielte nach Ballgewinnen zielstrebig nach vorne. Der LASK brachte über die gesamten 90 Minuten keinen einzigen Schuss auf das Tor von Niklas Hedl und konnte die Wiener nur in einzelnen Phasen ernsthaft unter Druck setzen.
Rapid unverändert – LASK mit zwei Stürmern
Johannes Hoff Thorup vertraute derselben Startelf wie beim 3:0 gegen die WSG Tirol. Vor Niklas Hedl verteidigten Bendegúz Bolla, Nenad Cvetković, Serge-Philippe Raux-Yao und Jannes-Kilian Horn. Matthias Seidl und Nicolas Bajlicz bildeten das zentrale Mittelfeld, davor spielten Yusuf Demir, Tonni Adamsen und Petter Nosa Dahl hinter Kara.
Der LASK begann in einem 5-3-2 mit Saša Kalajdžić und Christoph Lang im Angriff. Sascha Horvath sollte aus dem Mittelfeld die Verbindung nach vorne herstellen, die Wingbacks Kasper Jørgensen und George Bello für Breite sorgen.
Der taktische Unterschied zeigte sich früh. Rapid attackierte den Linzer Aufbau häufig mit mehreren Spielern gleichzeitig und schob nach dem ersten Pass aggressiv nach. Dadurch bekam der LASK nur selten Ruhe am Ball. Die Gastgeber wollten nach Ballgewinnen schnell zu Kalajdžić und Lang spielen, kamen gegen Rapids Gegenpressing aber nur unregelmäßig in diese Situationen.
Rapid kommt der Führung mehrfach nahe
Die erste große Chance gehörte den Gästen. Bolla flankte nach acht Minuten präzise in den Strafraum, Kara nahm den Ball direkt und traf die Latte.
Noch deutlicher wurde Rapids Überlegenheit in der 18. Minute. Dahl setzte sich stark durch, Adamsen übernahm und brachte den Ball zu Kara. Der Stürmer bekam ihn unmittelbar vor dem Fünfer allerdings nicht sauber unter Kontrolle. Die Aktion blieb gefährlich: Adamsen legte anschließend nach links zu Demir, der mit seinem schwächeren Fuß direkt abschloss, Jungwirth aber nicht überwinden konnte.
Seidl war ein wichtiger Faktor für die Kontrolle der Wiener. Der Rapid-Kapitän sicherte hinter den Offensivspielern ab, rückte im Gegenpressing konsequent nach und leitete nach Ballgewinnen immer wieder schnell den nächsten Angriff ein. Gerade diese gemeinsame Arbeit gegen den Ball machte Rapid an diesem Abend stark: Verlor ein Wiener den Ball, waren meist sofort mehrere Mitspieler in der Nähe.
Der LASK jubelte in der 39. Minute dennoch über das vermeintliche 1:0. Kalajdžić traf nach einer Kombination, doch Jørgensen hatte in der Entstehung knapp im Abseits gestanden. Nach dem VAR-Check wurde der Treffer zurückgenommen.
Kurz vor der Pause zwang Dahl Jungwirth noch zu einer starken Parade. Das 0:0 zur Halbzeit war für den LASK daher eher schmeichelhaft.
Kara belohnt den starken Rapid-Auftritt
Auch nach Wiederbeginn präsentierten sich die Wiener energischer. Rapid schob früh nach vorne, eroberte zahlreiche zweite Bälle und zwang die Linzer immer wieder zu schnellen Entscheidungen.
In der 58. Minute fiel schließlich die verdiente Führung. Seidl öffnete das Spiel auf die rechte Seite zu Bolla, der flach und scharf in den Fünfmeterraum spielte. Kara kam vor seinem Gegenspieler an den Ball und scheiterte zunächst an Jungwirth. Der Rapid-Stürmer setzte jedoch sofort nach und drückte den Abpraller zum 0:1 über die Linie.
Die Führung entsprach dem bisherigen Verlauf. Rapid hatte häufiger gefährliche Situationen erzeugt und trat im letzten Drittel entschlossener auf. Kara beschäftigte die Linzer Innenverteidigung permanent und belohnte seine intensive Vorstellung mit dem Treffer.
LASK wird bei hohen Bällen gefährlicher
Nach dem Rückstand erhöhte der LASK das Risiko. Dietmar Kühbauer brachte unter anderem Moses Usor, Yvan Dibango und später Samuel Adeniran sowie Alessandro Schöpf. Dadurch kamen die Gastgeber häufiger in die Nähe des Rapid-Strafraums.
Am gefährlichsten waren die Linzer nun bei Standards und Flanken. Kalajdžić hatte in der 72. Minute eine gute Möglichkeit, brachte seinen Abschluss aber nicht im Tor unter. Auch Jørgensen und Tornich kamen später noch zu aussichtsreichen Aktionen.
Rapid verteidigte diese Phase als Mannschaft sehr konzentriert. Cvetković und Raux-Yao räumten im Zentrum viel weg, die Mittelfeldspieler arbeiteten konsequent zurück und Hedl musste letztlich keinen einzigen Schuss auf sein Tor parieren. Der LASK entwickelte mehr Präsenz, konnte daraus aber zu wenig konkrete Gefahr erzeugen.
Thorups Wechsel entscheiden die Partie sofort
In der 81. Minute brachte Thorup Louis Schaub für Dahl und Mbuyi für Kara. Keine Minute später zahlten sich die Wechsel bereits aus.
Schaub erhielt den Ball im Zentrum und verlagerte auf die rechte Seite zu Demir. Der zog Richtung Grundlinie und spielte flach in die Mitte, wo Mbuyi perfekt eingelaufen war und zum 0:2 einschob.
Der zweite Treffer war auch ein Beleg für Rapids Tiefe im Kader. Schaub war unmittelbar nach seiner Einwechslung in die Entstehung eingebunden, Mbuyi traf praktisch mit seiner ersten Aktion und Demir krönte eine sehr gute Partie mit der Vorlage.
Nach dem 0:2 hatte Rapid die Begegnung endgültig im Griff. Der LASK fand keine Antwort mehr und konnte die Gäste in den letzten Minuten nicht mehr ernsthaft gefährden.
Rapid bleibt Tabellenführer
Die Statistiken bestätigen den Eindruck einer sehr starken Rapid-Leistung. Die Wiener hatten 62 Prozent Ballbesitz, führten bei den Abschlüssen mit 13:10 und lagen bei den Expected Goals mit 2,41:0,90 deutlich vorne. Dass der LASK trotz zehn Abschlussversuchen keinen einzigen Ball auf Hedls Tor brachte, spricht zusätzlich für die konzentrierte Defensivarbeit des Tabellenführers.
Rapid zeigte damit nicht nur individuell starke Leistungen von Spielern wie Seidl, Demir, Bolla oder Kara, sondern vor allem eine geschlossene Teamvorstellung. Das intensive Pressing funktionierte ebenso wie die Absicherung nach Ballverlusten und das schnelle Umschalten in die Offensive.
Mit 21 Punkten aus acht Spielen bleibt Rapid an der Tabellenspitze und liegt nun drei Zähler vor Salzburg. Seit der 1:5-Niederlage in Salzburg haben die Wiener drei Ligaspiele in Folge ohne Gegentor gewonnen und ihren starken Saisonstart damit weiter bestätigt.
Für Rapid geht es bereits am Freitag zu Hause gegen Hartberg weiter. Der LASK empfängt am Mittwoch in der Champions League den FC Liverpool und gastiert anschließend am Samstag bei Austria Lustenau.