Klare Machtdemonstration auf Hartplatz
Casper Ruud ist beim ATP Masters 1000 in Montréal eindrucksvoll in das Turnier gestartet. Der Norweger bezwang Juan Manuel Cerundolo in der ersten Hauptrunde mit 6:1 und 6:2 – ein Ergebnis, das die Einseitigkeit des Duells klar widerspiegelt. Ruud, in Montréal an Position 9 gesetzt und auf ATP-Rang 14 notiert, ließ dem ungesetzten Argentinier (ATP-Rang 52) zu keinem Zeitpunkt die Möglichkeit, das Geschehen entscheidend zu beeinflussen.
Dabei hatte Cerundolo vor diesem Duell eine beeindruckende Bilanz gegen Ruud vorzuweisen: Beide bisherigen Vergleiche hatte der Argentinier gewonnen – beide Male auf Sand im Viertelfinale in Gstaad, zuletzt noch am 17. Juli 2026. Das Hartplatz-Duell in Montréal sollte sich jedoch als eine völlig andere Geschichte erweisen.
Aufschlagstärke und effektives Return-Spiel
Die Statistiken unterstreichen Ruuds Überlegenheit in allen Bereichen. Der Norweger dominierte mit seinem Aufschlag und gewann sämtliche Aufschlagspiele – seine Aufschlagquote im ersten Satz lag bei 62 Prozent, und er verwertete 82 Prozent seiner ersten Aufschläge zu Punktgewinnen. Cerundolo hingegen brachte lediglich 42 Prozent seiner ersten Aufschläge ins Feld und sicherte sich nur 43 Prozent seiner Aufschlagspiele.
Besonders entscheidend war Ruuds Effizienz im Return-Spiel: Er verwertete 80 Prozent seiner Breakchancen und gewann damit 57 Prozent der gegnerischen Aufschlagspiele. Cerundolo wiederum konnte keine einzige Breakchance verwerten und wehrte lediglich 20 Prozent der Breakbälle ab, die Ruud hatte. Auch die Doppelfehler Cerundolos – drei an der Zahl – belasteten das Spiel des Argentiniers zusätzlich.
Unterlagenwechsel als Schlüsselfaktor
Ruuds letzter Auftritt vor Montréal war ausgerechnet jene Viertelfinal-Niederlage gegen Cerundolo in Gstaad gewesen – auf Sand, einem Belag, der dem Argentinier besonders liegt. Der Wechsel auf Hartplatz kam Ruud nun spürbar entgegen. Der Norweger selbst verwies nach der Partie auf diesen Belag als entscheidenden Faktor für das veränderte Kräfteverhältnis zwischen beiden Spielern.
Hinzu kommt, dass Ruud nach einer Armverletzung mehrere Turniere hatte auslassen müssen. In Montréal zeigte er sich jedoch vollständig erholt und in bestechender Form – ein gutes Zeichen für die verbleibenden Wochen der nordamerikanischen Hartplatzsaison, die mit den US Open ihren Höhepunkt findet. Mit dem klaren Zweisatzsieg sicherte sich Ruud zugleich seinen ersten Sieg überhaupt gegen Cerundolo nach zwei Niederlagen in der Head-to-Head-Bilanz.
Ausblick auf die nächste Runde
Für Cerundolo, der in der Saison 2026 bereits durch einen Sieg über Jannik Sinner bei Roland Garros auf sich aufmerksam gemacht hatte, war der Auftritt in Montréal eine empfindliche Niederlage. Trotz eines erfolgreichen Auftaktmatchs gegen Hamad Medjedovic fand er gegen Ruud kein Mittel. Casper Ruud hingegen zieht nach dieser Machtdemonstration souverän in die nächste Runde des Prestigeturniers ein und meldet sich eindrucksvoll auf der Hartplatztour zurück.