Es war ein Match mit zwei Gesichtern: Daniel Altmaier startete schleppend in sein Erstrundenduell gegen Chak Lam Coleman Wong, fand dann aber seinen Rhythmus und setzte sich auf dem Hartplatz in Cincinnati letztlich mit 3:6, 6:3, 6:4 durch. Für Wong, der sich als Qualifikant durch zwei Matches kämpfen musste, um das Hauptfeld zu erreichen, endete eine bemerkenswerte Turnierwoche früher als erhofft.
Wong stark im ersten Satz, Altmaier dreht das Spiel
Chak Lam Coleman Wong zeigte von Beginn an, warum er zuletzt für Aufsehen gesorgt hatte. Der Hongkonger, der beim ATP-250-Turnier in Los Cabos kurz vor Cincinnati das Halbfinale erreicht und dabei den damaligen Weltranglisten-Zwölften Jiri Lehecka besiegt hatte, trat selbstbewusst auf. Im ersten Satz dominierte Wong das Geschehen, verwertete seine Breakchancen konsequent und gewann den Durchgang mit 6:3. Mit insgesamt elf Assen deutete er an, dass sein Aufschlag ein wichtiges Mittel war – doch sieben Doppelfehler zeigten zugleich die Anfälligkeit bei eigenem Aufschlag.
Altmaier ließ sich vom Rückstand nicht beirren. Der Deutsche stabilisierte sein Spiel, dominierte danach mit seinem Aufschlag und wehrte die Breakbälle Wongs immer besser ab: 70 Prozent der gegnerischen Breakbälle konnte er im Verlauf des Matches abwehren. Im zweiten Satz übernahm Altmaier die Kontrolle von der Grundlinie, verwertete 57 Prozent seiner Breakchancen und gewann den Durchgang klar mit 6:3.
Entscheidender dritter Satz geht an Altmaier
Im dritten Satz entwickelte sich ein intensives Duell, das Altmaier schließlich mit 6:4 für sich entschied. Wong, der 2026 bereits seinen ersten ATP-Challenger-Titel auf Hartplatz in Jiujiang gewonnen hatte und als bester männlicher Tennisspieler in der Geschichte Hongkongs gilt, kämpfte, konnte seine Ausbeute bei Breakbällen aber nicht auf das nötige Niveau heben: Nur 30 Prozent der erspielten Breakbälle verwertete er über das gesamte Match.
Die Statistiken spiegelten den engen Gesamtverlauf wider: Altmaier gewann 52 Prozent aller Punkte, Wong 48 Prozent. Altmaier gewann 64 Prozent der Punkte bei eigenem Aufschlag, Wong 60 Prozent. Den Unterschied machte letztlich die höhere Effizienz des Deutschen in den entscheidenden Momenten aus. Neun Asse standen bei Altmaier zu Buche, dazu nur drei Doppelfehler – deutlich weniger als beim Gegner.
Altmaier weiter, Wong scheitert als Qualifikant ehrenvoll
Für Daniel Altmaier, der in Montreal zuletzt in der zweiten Runde ausgeschieden war, bedeutete der Erfolg eine wichtige Reaktion. Er zieht damit in die nächste Runde der Western & Southern Open ein, einem der bedeutendsten Vorbereitungsturniere auf die US Open. Chak Lam Coleman Wong hingegen verabschiedete sich aus Cincinnati mit aufrechtem Kopf: Der zweifache Junioren-Grand-Slam-Champion im Doppel hatte sich als Qualifikant ins Hauptfeld gekämpft und dort alles gegeben.