Montreal, 1. August 2026 – Was wie eine klare Angelegenheit für den erfahrenen Franzosen Hugo Gaston begann, entwickelte sich zu einer der bemerkenswertesten Geschichten der Qualifikation: Duncan Chan, 21-jähriger Lokalmatador aus Markham, Ontario, besiegte Gaston mit 2:6, 7:5, 6:3 und steht damit im Hauptfeld des prestigeträchtigsten ATP-Events in Kanada.
Gaston dominiert den ersten Satz – Chan kämpft sich zurück
Der erste Durchgang gehörte dem Franzosen nahezu vollständig. Gaston, als Qualifikations-Setzling Nr. 5 gesetzt und zuletzt im Umfeld der Top 100 platziert, kombinierte seine linkshändige Spielweise mit hoher Effektivität: Er verwertete satte 80 Prozent seiner Breakchancen und gewann den Auftaktsatz mit 6:2. Chan, dessen ATP-Karriereranking bei rund Nr. 640 liegt, fand zunächst keine Antwort auf Gastons solide Hartplatz-Form.
Doch mit dem zweiten Satz änderte sich das Bild grundlegend. Chan stabilisierte sein Aufschlagspiel – 71 Prozent der Punkte auf dem ersten Aufschlag gewonnen – und begann, das Return-Spiel aggressiver zu gestalten. Mit 44 Prozent gewonnener Return-Punkte setzte er Gaston zunehmend unter Druck. Er verwertete seine Breakchancen konsequenter und sicherte sich den zweiten Satz mit 7:5.
Chan liefert eine Machtdemonstration im entscheidenden Satz
Im dritten und entscheidenden Satz dominierte Chan mit seinem Aufschlag und ließ gegen Gaston kaum noch Breakbälle zu. Die Servicequote des Kanadiers – 60 Prozent gewonnene Aufschlagpunkte insgesamt – widerspiegelt eine klare Steigerung im Verlauf der Partie. Gaston, der im gesamten Match lediglich eine Ace schlug und 6 Doppelfehler fabrizierte, konnte dem gesteigerten Tempo seines Gegners nicht mehr folgen. Chan gewann den dritten Satz mit 6:3 und besiegelte damit einen bemerkenswerten Dreisatzerfolg.
Die Zahlen unterstreichen Chans Überlegenheit über die gesamte Partie: 52 Prozent der Gesamtpunkte auf seiner Seite gegenüber 48 Prozent bei Gaston – ein knappes, aber stetiges Übergewicht, das sich Satz für Satz manifestierte.
Einordnung: Ein Erfolg mit Symbolcharakter für den kanadischen Nachwuchs
Chans Wildcard-Startplatz war Teil einer Tennis-Canada-Initiative, Nachwuchsspielern den Schritt auf höchstem Niveau zu ermöglichen. Dass der Spieler, der in den USA an der Texas Christian University College-Tennis betreibt und dort 2026 zum Big 12 Player of the Year gekürt wurde, diese Chance unmittelbar nutzt, verleiht dem Ergebnis besonderen Symbolcharakter. Für Hugo Gaston hingegen ist das frühe Scheitern in der Qualifikation ein herber Rückschlag – nach einem starken ersten Satz reichten seine Breakchancen-Quote und die Aufschlagquote von nur 48 Prozent bei der ersten Aufschlagvariante nicht aus, um den aufstrebenden Kanadier zu bändigen.