Shelton setzt ein frühes Ausrufezeichen
Im IGA Stadium in Montreal war es ein rein amerikanisches Duell, das die Zuschauer erwartete: Ben Shelton, als Nummer fünf des Turniers gesetzt und Titelverteidiger der Canadian Open, traf auf Jenson Brooksby, der als Weltranglisten-74. angereist war. Es war die erste Begegnung der beiden US-Amerikaner auf der ATP Tour – und Shelton ließ von Beginn an keinen Zweifel daran, wer dieses Duell dominieren würde.
Im ersten Satz dominierte Shelton mit seinem Aufschlag und setzte Brooksby unter permanenten Druck. Die Aufschlagquote des Linkshänders lag bei soliden 66 Prozent, und wenn der erste Aufschlag saß, gewann Shelton starke 75 Prozent der Punkte. Brooksby fand kaum Mittel dagegen: Nur 25 Prozent der Return-Punkte bei Sheltons ersten Aufschlag konnte der 74. der Welt gewinnen. Das Return-Spiel von Brooksby blieb damit wirkungslos. Shelton verwertete seine Breakchancen konsequent und sicherte sich den ersten Durchgang mit 6:3.
Zähes zweiter Satz, klares Resultat
Im zweiten Satz zeigte Brooksby mehr Gegenwehr und hielt länger dagegen. Bei 5:5 schien eine Verlängerung möglich, doch Shelton bewies in den entscheidenden Momenten die nötige Kaltblütigkeit. Er wehrte Breakbälle ab – 67 Prozent seiner Breakbälle rettete er erfolgreich – und nutzte seinerseits die eigenen Chancen beim Stand von 5:5 zum entscheidenden Break. Den Satz und damit das Match sicherte sich Shelton anschließend mit 7:5.
Am Ende standen aussagekräftige Zahlen: Shelton gewann 54 Prozent aller Punkte, sein Service-Spiel war mit 91 Prozent gewonnener Aufschlagspiele eine echte Machtdemonstration. Brooksby dagegen brachte es lediglich auf 30 Prozent gewonnene Return-Spiele – zu wenig, um den Favoriten ernsthaft zu gefährden.
Titelverteidiger auf Kurs
Ben Shelton war mit hohem Druck nach Montreal gereist. Als Sieger der Canadian Open 2025 und mit 1000 Ranglistenpunkten im Rücken, die es zu verteidigen gilt, war dieser erste Auftritt ein wichtiger Schritt. Zuletzt war er in Washington D.C. im Viertelfinale ausgeschieden, was seinen Hunger auf ein starkes Turnier in Montreal zusätzlich geschürt hatte.
In der laufenden Saison hat der Linkshänder aus Atlanta bereits drei Titel auf drei verschiedenen Belägen geholt – Hartplatz in Dallas, Sand in München und Rasen in Stuttgart. Brooksby hingegen hatte die Partie als Aufgalopp gedacht, nachdem er in der ersten Runde den Qualifikanten Adam Walton mit 6:3, 6:4 besiegt hatte. Gegen Shelton war er jedoch klar unterlegen. Mit dem Zweitrundensieg zieht Shelton weiter und bleibt auf Kurs, seinen Titel in Montreal zu verteidigen.