Montreal, 9. August 2026 – Eine Machtdemonstration des jungen Spaniers: Rafael Jódar Camacho besiegte Jiří Lehečka in der Runde der letzten Sechzehn des ATP-Masters-1000-Turniers National Bank Open in Montreal souverän mit 6:3, 6:3. Die Partie auf dem Hartplatz des IGA Stadium war nach einer Stunde und 15 Minuten beendet – ein Ergebnis, das die klaren Kräfteverhältnisse dieses Abends widerspiegelt.
Makelloser Aufschlag ebnet den Weg
Jódar Camacho legte den Grundstein für seinen Erfolg mit einem nahezu fehlerfreien Aufschlagspiel im ersten Durchgang. Sämtliche 13 ersten Aufschlagpunkte des Satzes gewann der Madrilene, ohne auch nur einen einzigen Breakball gegen sich zu dulden – eine bemerkenswerte Aufschlagdominanz auf diesem Niveau. Als im achten Spiel seine einzige Breakchance des Satzes auftauchte, verwertete er diese konsequent und sicherte sich den ersten Durchgang mit 6:3.
Lehečka, in Montreal als Nummer 8 gesetzt und zuletzt beim Miami Open 2026 bis ins Masters-1000-Finale vorgedrungen, fand schlicht kein Mittel gegen den aggressiven Spielstil seines Gegners. Sein Return-Spiel blieb über weite Strecken wirkungslos: Nur 29 Prozent der Return-Punkte konnte der Tscheche für sich verbuchen, was den Aufbau eigener Breakchancen erheblich erschwerte.
Frühe Breaks entscheiden den zweiten Satz
Im zweiten Satz setzte Jódar Camacho sofort ein Signal und brach Lehečkas Aufschlag gleich zum Auftakt. Zwei weitere Breaks in der späteren Phase des Durchgangs machten den 6:3-Sieg endgültig perfekt. Während der Spanier mit einer Breakquote von 57 Prozent überzeugte, scheiterte Lehečka daran, seinen Gegner nachhaltig unter Druck zu setzen – eigene Breakbälle wehrte Jódar Camacho mit einer Quote von 67 Prozent ab.
Besonders ins Gewicht fiel die enorme Fehlerquote des Tschechen: 34 unforced errors standen am Ende in seiner Statistik, was den Kontrast zur Stabilität seines Gegners (10 unforced errors) schmerzhaft verdeutlicht. Jódar Camacho gewann 59 Prozent aller Punkte und ließ damit keinen Zweifel an der Berechtigung seines Erfolges.
Historischer Moment für einen Ausnahmetalent
Mit diesem Sieg betritt Rafael Jódar Camacho Neuland: Erstmals in seiner noch jungen Profikarriere steht der 19-Jährige im Viertelfinale eines Masters-1000-Turniers. Die Entwicklung des Spaniers verlief in der Saison 2026 in einer beeindruckenden Kurve – ATP-Titel in Marrakesch, Viertelfinale bei Roland Garros, Finale in Washington gegen Taylor Fritz, und nun dieser Erfolg auf dem Hartplatz von Montreal.
Lehečka hingegen scheidet aus einem Turnier aus, bei dem er trotz zuletzt durchwachsener Form starke Auftritte gezeigt hatte. Für Jódar Camacho, der von seinem Vater trainiert wird, geht das Turnier mit steigendem Selbstvertrauen weiter – der nächste Gegner im Viertelfinale wartet.