Machtdemonstration des Titelverteidigers
Montreal, 12. August 2026 – Ben Shelton ließ im Viertelfinale der National Bank Open nichts anbrennen. Der als Nummer fünf der Setzliste gesetzte Amerikaner besiegte den Tschechen Jakub Menšík mit 6:3, 6:1 und zog damit ins Halbfinale des ATP Masters 1000 in Montreal ein. Was auf dem Outdoor-Hartplatz des IGA Stadiums zu sehen war, glich einer Machtdemonstration: Shelton dominierte die Partie von der ersten bis zur letzten Minute und ließ seinem Gegner kaum Raum zur Entfaltung.
Das Duell hatte im Vorfeld als ausgeglichen gegolten – Menšík war mit einer 2:1-Führung in der direkten Bilanz nach Montreal gereist und hatte zuletzt 2025 in Madrid auf Sand klar gegen Shelton gewonnen. Doch auf dem Hartplatz des IGA Stadiums war von dieser Stärke wenig zu spüren.
Shelton nahezu fehlerfrei – Menšík mit zu vielen unerzwungenen Fehlern
Die Statistiken spiegelten die klaren Kräfteverhältnisse wider. Shelton gewann 100 Prozent seiner Aufschlagspiele und ließ während der gesamten Partie keine einzige Breakballchance des Gegners zu. Bei eigenem Aufschlag erzielte er 89 Prozent der Punkte nach dem ersten Aufschlag, beim zweiten Aufschlag waren es immerhin 50 Prozent. Dazu verwertete er 67 Prozent seiner Breakbälle – ein Wert, der Menšíks Aufschlagspiele schon früh unter Druck setzte.
Menšík hingegen geriet von Beginn an ins Straucheln. Der an Nummer 13 gesetzte Tscheche leistete sich 18 unerzwungene Fehler – im Vergleich zu lediglich drei bei Shelton ein gravierendes Missverhältnis. Menšík gewann nur 50 Prozent seiner Aufschlagspiele und brachte keine einzige Breakchance zu Ende: Seine Quote verwerteter Breakbälle lag bei null Prozent. Lediglich 33 Prozent der Breakbälle Sheltons wehrte er ab – zu wenig, um in der Partie zu bleiben.
Als Linkshänder nutzte Shelton die Links-Rechts-Dynamik gegen den Rechtshänder Menšík geschickt aus, variierte die Winkel und zwang ihn immer wieder zu schwierigen Laufwegen. 18 Winner bei nur drei unerzwungenen Fehlern – dieses Verhältnis beschreibt Sheltons Auftritt treffend.
Sheltons Siegesserie in Montreal wächst auf zehn Matches
Mit diesem Erfolg verlängerte Shelton seine Siegesserie beim Canadian Open auf zehn aufeinanderfolgende Matches. Als Titelverteidiger – er hatte das Turnier 2025 gewonnen – unterstrich er damit seine außergewöhnliche Stärke auf diesem Platz. Sein Aufstieg in die Weltspitze in der laufenden Saison wirkt konsequent: Bereits drei Titel auf drei verschiedenen Belägen hatte Shelton 2026 gesammelt, in Dallas auf Hartplatz, in München auf Sand und in Stuttgart auf Rasen.
Für Menšík, der 2026 in Auckland triumphiert und bei den French Open das Halbfinale erreicht hatte, war das Viertelfinale in Montreal dagegen eine deutliche Niederlage. Der Tscheche gab nur vier Spiele in zwei Sätzen ab und schied ohne einen einzigen Satzgewinn aus. Shelton trifft nun im Halbfinale auf seinen nächsten Gegner und kämpft weiter um den zweiten Titel in Montreal in Folge.