Auf Stadium 17 in New York schrieb das Qualifying der US Open 2026 ein emotionales Kapitel. Rei Sakamoto bezwang Kei Nishikori im Finale der Qualifikationsrunde mit 6:4 und 7:6 und löste damit sein Ticket für das Hauptfeld. Für den 36-jährigen Nishikori, der mit einer Wildcard angetreten war, bedeutete die Niederlage das Ende seiner Grand-Slam-Laufbahn. Das Duell war zugleich das erste offizielle Aufeinandertreffen der beiden Japaner auf ATP-Tour-Ebene.
Aufschlag-Dominanz gegen Legende
Sakamoto dominierte das Match mit seinem Aufschlag. Der 20-Jährige servierte 19 Asse, ließ bei eigenem Aufschlag kaum Breakbälle zu und gewann 91 Prozent seiner Aufschlagspiele. Bei dem ersten Aufschlag erzielte er 84 Prozent der Punkte, bei dem zweiten immerhin 57 Prozent. Nishikori hingegen kam auf lediglich 82 Prozent gewonnene Aufschlagspiele und leistete sich vier Doppelfehler. Der Kontrast im Return-Spiel war ebenso deutlich: Sakamoto gewann 44 Prozent der Return-Punkte, Nishikori nur 27 Prozent. Mit 33 Winnern gegenüber 14 auf Nishikoris Seite spiegelte die Statistik wider, wer das stärkere Tennis zeigte.
Tiebreak entscheidet das enge zweite Kapitel
Der erste Satz ging klar an Sakamoto. Im zweiten Satz wehrte Nishikori mehrere kritische Situationen ab und hielt das Match bis zum Tiebreak offen. Dort jedoch dominierte Sakamoto erneut und sicherte sich den Entscheidungsdurchgang mit 7:3. Nishikori hatte zwar zwei Matchbälle abgewehrt, doch Sakamoto ließ sich nicht aufhalten und schloss das Match souverän ab.
Vom Bewunderer zum Bezwinger
Die Geschichte hinter diesem Match verlieh dem Ergebnis eine besondere Dimension. Als Nishikori 2014 als erster asiatischer Mann ein Grand-Slam-Finale erreichte, saß ein achtjähriger Rei Sakamoto auf der Tribüne des Arthur Ashe Stadium und verfolgte das historische Spiel. Später wurden die beiden Trainingspartner und traten gemeinsam beim ATP-500-Turnier in Tokio im Doppel an. Nun, zwölf Jahre nach jenem Finale, war es Sakamoto, der den Mentor auf dem Hartplatz hinter sich ließ. Sakamoto, der 2024 den Yokkaichi Challenger als zweitjüngster japanischer Champion der Geschichte gewann — jünger war damals nur Nishikori selbst —, setzt seinen Aufstieg in die Weltspitze konsequent fort. Nishikori bestritt mit diesem Match seine letzte Partie bei einem Grand-Slam-Turnier und verabschiedete sich nach einer Karriere, die Japan nachhaltig auf der Tennis-Landkarte verankert hat.