Frances Tiafoe hat das Viertelfinale der Western & Southern Open in Cincinnati gewonnen. Der Amerikaner besiegte Lorenzo Musetti mit 7:6 (7:2) und 7:5 und zog damit erstmals in dieser Saison in mehrere Masters-1000-Halbfinali ein – nach seinem Einzug in die Vorschlussrunde in Miami im gleichen Jahr ein weiterer Beleg für seinen Aufstieg in die Weltspitze.
Tiebreak entscheidet den ersten Satz
Der erste Satz entwickelte sich zu einem ausgeglichenen Abtasten zweier stilistisch gegensätzlicher Spieler: Tiafoes aggressive Zweihänder-Rückhand von der Grundlinie traf auf Musettis elegante einhändige Variante. Keiner der beiden konnte sich entscheidend absetzen, sodass der Tiebreak herhalten musste. Dort dominierte Tiafoe klar und gewann ihn mit 7:2 – eine deutliche Antwort auf das bis dahin ausgeglichene Geschehen.
Musetti kämpft, Tiafoe behält die Nerven
Im zweiten Satz schien Tiafoe auf Kurs, als er mit 5:3 führte. Doch Musetti, der in Cincinnati erstmals in seiner Karriere das Viertelfinale erreicht hatte – in fünf früheren Teilnahmen war er nie über die zweite Runde hinausgekommen –, gab sich nicht geschlagen. Der Italiener kämpfte sich zurück und glich zum 5:5 aus. Es war ein Moment, der die Klasse Musettis widerspiegelte, der nach einer Verletzung am Bein, die ihm Starts bei Roland Garros und Wimbledon gekostet hatte, gerade seine Rückkehr zu starker Form feierte. Doch Tiafoe blieb standhaft. Er gewann die entscheidenden Spiele und sicherte sich den Satz mit 7:5.
Starke Aufschlagleistung als Schlüssel
Die Statistik belegt Tiafoes Stärke bei eigenem Aufschlag: Er gewann 83 Prozent seiner Aufschlagspiele und erzielte bei dem ersten Aufschlag 86 Prozent der Punkte. Musetti wehrte zwar 63 Prozent der Breakbälle des Gegners ab, verwertete seinerseits aber nur 50 Prozent seiner eigenen Breakchancen – Tiafoe hingegen kam auf eine Quote verwerteter Breakbälle von 38 Prozent bei deutlich mehr Gelegenheiten. Ins Auge fiel auch der Unterschied bei den Winners: Tiafoe schlug 36 gegenüber nur 17 bei Musetti, leistete sich mit 38 unerzwungenen Fehlern allerdings auch mehr Nachlässigkeiten als der Italiener mit 22.
Nächster Schritt Richtung US Open
Für Tiafoe war der Sieg mehr als ein gewöhnlicher Viertelfinale-Erfolg. Der Amerikaner, der kurz vor dem Turnier noch eine Operation an der rechten Hand hatte überstehen müssen und dessen Start in Cincinnati lange fraglich war, bewies einmal mehr seine Nehmerqualitäten. Auf dem Weg ins Viertelfinale hatte er bereits den an Nummer 4 gesetzten Felix Auger-Aliassime in zwei Sätzen besiegt – sein vierter Top-10-Sieg der Saison. Musetti dagegen verabschiedete sich mit erhobenem Haupt: Sein erstes Viertelfinale in Cincinnati war ein Schritt, auf den er lange hatte warten lassen.